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„Frauenpower“ riss Publikum vom Hocker!

Kirschroth. "Frauenpower" hieß ein Wahlkampfspektakel der ganz besonderen Art, das die Kirschrother Laienspielschar bei zwei Veranstaltungen im proppenvoll besetzten „Saal“ auf die Bühnenbretter brachte. Das Publikum will Alltagssorgen vergessen und etwas zum Lachen haben; - und diesem Anspruch wurde das Ensemble um Sabine Hehmann bei einem turbulent-heiteren Spektakel vollends gerecht.

Bild 2683: Geballte Frauenpower

2684: Zahltag bei der "süßen Marylin" 

 Bild 2685- Weh`e, wenns hell wird...

Gemeinderatswahlen stehen an und da will Bürgermeister Gscheidle doch seine vertrauen Kumpane um sich wissen. Das sind Schlachtermeister August der Scharfe, Brauereichef Karl Fäßle und Pantoffelheld und Feinkostinhaber Peter Hering. Aber die heile Männerwelt mischt doch tatsächlich eine „Emanzen“- Liste auf. Unerhört was da der Bürgermeister täglich aus dem „Öffentlichen“ lesen muss: „Wir sind klüger, besser, schlauer, darum wählt die Frauenpower!“ Da müssen Intrigen geschmiedet werden. Das Frauenquartett in ganz starkem Outfit voller Spielfreude trieb die Männerdomäne zur Weißglut und lehrte die „scheinheiligen Pharisäer“ und „Kirschrother Lumpen“ das Fürchten. Sie schlugen den politischen Gegner mit List und Tücke und seinen eigenen Waffen. Inkognito ging es also in die Höhle des Löwen, ins Striplokal „Goldener Engel“, und danach erlebten alle das Blaue Wunder, dass ihnen Hören und Sehen verging.   

Bild 2686, von links: Hajo Nitsch, Benjamin Reidenbach, Wiebke Heß, Moritz Schlarb und Stefanie Schlarb in tollen Rollen!

Herzerfrischend aufgemischt wird die Szenerie vom  schwerhörigen Wirt Paul und dem listigen Gemeindeinspektor Klug, der sich als Frau verkleidet an die Bürgermeistertochter Anni ranpirscht. Als eine Art „Bordsteinschwalbe“ kennt die geschäftstüchtige Bardame Marylin, bei deren Anblick die gleichnamige Filmdiva Marylin Monroe vor Neid erblassen und sich im Grab umdrehen würde, die Ratsherren in- und auswendig. Jede Rolle war eine Augenweide, theatralisch perfekt in Mimik und Gestik gespielt und mit viel Witz und Ironie ausgefüllt. Aus der Bar durch den Saal auf die Bühne polterten die vier „Pärchen“ und kehrten nachts in die Rathauskneipe ein. Mehrfach heftiger Szenenapplaus war verdienter Lohn für brillante Szenen, wer da mit wem und wie anbandelte und schmuste. Die Zuschauer hielten sich während des gesamten dritten Aktes den Bauch vor Lachen. Wie gestandenen Mannsbilder durch die rosarote Brille „Frauenpower pur anbaggerten und abschleppten“, das hatte Stil und Format, Sex-Appeal, und wenig gemein mit dem eigenen Hausdrachen und „Heimchen am Herd“….Vor dem Happyend gab es aber ein böses Erwachen! 

„Super inszeniert und grandios gespielt, total witzig“ rühmten wie Sandra Borger und Karina Engelmann alle Besucher; - die Merxheimer Theater AG „Vergess de Text“, die Meddersheimer und Bärweiler Laienspielschar waren zu Gast und lobten das Spektakel in höchsten Tönen. Nach der „Bojemäschterwahl“ vor vier Jahren loderte noch die Glut und war glühend heiß, gab es erneut großes Theater bei den „Füchsen“. Ein halbes Jahr intensivste Probenarbeit, teils drei Mal die Woche, wurde hör- und sichtbar. Die Rolle war den Akteuren wie auf den Leib geschneidert. Sie schöpften aus dem Vollen und aus gewachsenem Teamgeist, überließen nichts dem Zufall, und meisterten turbulente und schwierigste Passagen auf höchstem Niveau. Die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten und gingen beseelt nach Hause. 

Bild 2687: Mit Öl eingeschmiert fürs echte originelle "Manpower"- Wahlkampffoto

Auf diese tolle Gemeinschaft war ein sichtlich bewegter Ortsbürgermeister Heiko Heß besonders stolz und dankte allen Akteuren und Helfern für ihr Engagement und gelebte Solidarität. Heß nannte namentlich auch ein gutes Dutzend Sponsoren, bekanntlich soll der Erlös in behindertengerechte Sanitäre Anlagen im „Saal“ investiert werden.Bürgermeister Gscheidle wurde von Hajo Nitsch gespielt, seine Ratskumpane waren Lothar Gram, Markus Schlarb und Wilfried Schlarb. Das Frauenpower-Quartett spielte Gisela Franzmann, Uschi König, Sonja Nitsch und Bettina Theis. Benjamin Reidenbach mimte als schwerhöriges Schlitzohr Wirt Paul und Moritz Schlarb war quicklebendiger „Frauenversteher“. Wiebke Heß spielte (wie im richtigen Leben) die Bürgermeistertochter und Stefanie Schlarb verkörperte Bardame „Marylin“. Regisseurin und Souffleuse: Sabine Hehmann, Tochter Anna-Maria schminkte und war Kulissenschieberin, Otwin Karch sorgte für die Technik.


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In der  Region daheim!



Disibodenbergkapelle mit "Patina" wie Puderzucker aus Jahrhunderten

(links: Die Kapelle von innen mit Blick auf die Matthiaskirche) Die Kulisse hätte für jeden Spielfilm mit Sean Connery gereicht…. Wie Puderzucker lag Staub über der Patina der Geschichte hinter meterdicken Mauern und seit Jahrzehnten spinnen die Bewohner in den Fensternischen ungestört….Die denkmalgeschützte Disibodenbergkapelle am neuen Fachmarktzentrum hatte beim Obst-und Traubentag zum zweiten Male geöffnet und wurde von deutlich mehr als 1000 Besuchern frequentiert. In Windeseile waren die Flyer und Broschüren vergriffen, auch Schüler nutzten das Angebot und ließen sich informieren. An den Maßwerkfenstern sind unschöne Balkenlöcher zu sehen, die im Zweiten Weltkrieg einer Verbarrikadierung dienten. Der Dachstuhl besteht aus Eichenholz und ist mit Weichholzdübeln zusammengehalten, der Teil über dem C0hor stammt nach dendrochronologischen Untersuchungen um 1455, der über dem Langhaus von 1493. 

(Bilder im November 2010: Nr2684-2685)  Sehr fachkundig und informativ führten wie etwa Heinz de Cloidt oder die Mitglieder des neu gegründeten Fördervereins um dessen Merxheimer Vorsitzenden Bruno Schneider auf drei Ebenen auf einem Rundgang durch die einstige Kapelle, die Jahrzehnte als Lager genutzt wurde. Am Hildegardistag im September fand die Gründung eines Fördervereins mit 18 Gründungsmitgliedern statt. Bruno Schneider wurde erster Vorsitzender. Gerald Müller aus Pfaffen-Schwabenheim ist zweiter Vorsitzender, Friedrich Kreuzer aus Schwarzerden Schatzmeister und Christine Barthel aus Bad Sobernheim wurde Schriftführerin.

>>>Der Mitgliedsbeitrag beträgt 24,- € für die Einzelmitgliedschaft, 36,- € für eine Familienmitgliedschaft sowie 60,- für juristische Personen im Jahr. Interessierte können sich bei Bruno Schneider, Fa. Hans Schneider Bauunternehmung GmbH, In der Au 14 in 55627 Merxheim Tel. 06754-920018  oder bei Friedrich Kreuzer in der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück eG, Großstraße 88, in 55566 Bad Sobernheim, Tel. 06751 93660 melden. 



Merxheim. An Pfingsten 2011 feiert Merxheim mit einem großen Unterhaltungsprogramm, einem Bauern- und Kunsthandwerkermarkt sein 950-jähriges Bestehen. Umfangreiche Planungen wurden vom Festausschuss vorgestellt. 

17 bis 18.000 Euro nannte Ortsbürgermeister Egon Eckhardt erste Kosten, die dank Sponsoren und Zusage durch Vereine größtenteils gedeckt sind. Das ganze Dorf macht mit: Vielfältige Aktionen in einem attraktiven Rahmenprogramm werden geboten: 33 Stände in den Höfen und mindestens weitere zwei Dutzend „fliegende Händler“, Gaukler, Feuerspucker, Zauberer, Komödianten und fahrendes Volk, eine Schinderhannesbande oder diverse handwerkliche Darstellungen wie etwa Körbe flechten oder Besen binden dürfen, dabei nicht fehlen. Klöppeln, Spinnen, Glasarbeiten oder Drechseln werden demonstriert, Steinmetze, Uhrmacher, Drechsler oder Zimmerleute werden ihre Handwerkskünste präsentieren. Kindertheater Ausstellungen, aber auch Einkaufsmöglichkeiten wird es geben, eine Dauerausstellung ist im Weingut Klein zu sehen.

 Die Hauptstraße ab Apotheke, die Bachstraße und die gesamte Großstraße mit den Querspangen und Seitengässchen sind Veranstaltungsort, Hauptbühnen sind am Denkmal / Burggraben, sowie am Rathaus als Dreh und Angelpunkte geplant. In einem „Hilfsaufruf“ im Internet erinnert Eckhardt an frühere Zeiten, als „jeder noch auf jeden Einzelnen angewiesen war, um zu überleben“. Ein Ritterlager und „Kämpfe in Rüstung“ sollen am Freigelände Römerberg kriegerische Auseinandersetzungen nachahmen, dort wird der Ochs am Spieß des Meddersheimer Pizzawirtes Sali Tedesco gedreht. Die Ortsdurchfahrt wird komplett gesperrt, während der Veranstaltung müssen auch Anwohner mit Einschränkungen rechnen, teilte Bürgermeister Egon Eckhardt bei einer gut besuchten Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle mit. An den Ortseingängen werden auf Wiesen genügend Parkplätze ausgewiesen, die Feuerwehr weist ein.

Zwei Ortseingangsschilder sind bestellt und werden unter dem Logo „950 Jahre Merxheim“ dauerhaft auf der Pflanzeninsel Hauptstraße aus Richtung Martinstein und in Nähe der Friedhofsmauer am neuen Kreisel stehen und künftig für örtliche Veranstaltungen werben. Ansprechpartnerin von Helfern für Auf- und Abbau der Gemeinde ist Hannelore Jäger. Alle Vereine sollen zehn Helfer melden. Bei Peter von Berg sollen historische Dokumente oder alte Bilder ebenso wie Kochrezepte abgegeben werden. Eckhardt nannte als Stichtag den 30. November und warb um rege Mithilfe, dass ein attraktives „Merxheimer Kochbuch“ rechtzeitig zum Fest erscheinen kann. Im Rahmen der Senioren-Weihnachtsfeier am 4. Dezember soll eine erste Vorausstellung mit etwa 60 Bildern erfolgen. Hintergrund: „Hier sind die ältesten Bürger des Ortes beisammen, können Fragen beantwortet werden“. Stichwort Rathaussanierung: Noch in diesem Jahr soll mit der Erneuerung der Heizungsanlage des Rathauses begonnen werden. Für weitere Arbeiten an Dach, Fassade und Fenster erwartet die Gemeinde Zuschüsse der Denkmalpflege. Die Kostenermittlung läuft. Sollten diese Arbeiten die 950-Jahrfeier an Pfingsten oder die Kerb tangieren, werden sie zeitlich zurückgestellt. 

Bilder 2679- 2680: Das Konterfei des alten Rathauses, gemalt von Sven Schalenberg, steht im Mittelpunkt der 950 Jahr-Feierlichkeiten im Merxheimer Ortskern an Pfingsten, 11. und 12. Juni 2011. 


Tipp: eben auf YouTube gehört- für Herz und Gemüt- von Sissel Kyrkjeboe "Shenandoah" /// Hanne Hallers unvergessenes "VaterUnser" /// Kastelruther Spatzen: "Gott hatte einen Traum" +"Ich schwör" 

Seilhüpfen am Herrsteiner Uhrturm und markante Portraits 

Bild 2646- Portraits im September 2010

Bild 2648: "..das ist der Schinderhannes, der Lumpehund, -der Galgestrick...."

 "Trapper, Fallensteller, Naturbursche, Pelztierjäger- Scout",  Gerhard Kohlhoff aus der Edelsteinmetropole Idar-Oberstein -einer der letzten seiner Zunft weltweit!

2647: Emily Hey (8) lässt sich von Passanten beim Seilhüpfen vor dem Herrsteiner Wahrzeichen "Uhrturm" überhaupt nicht beirren! 

Rudi Franz heißt Selbiger aus Idar-Oberstein. Er führt die mittlerweile auf 35 Mitglieder angewachsene Schinderhannes-Bande an!



WWW.Heylive.de Bildnachlese von einem tollen Weinfest 2010

Nr.2635: Groß und Klein, Jung und Alt feiern mitten auf der Gaß` und vergessen Alltagssorgen. Für sie war bestens gesorgt, wie man sieht...

Bild 2636: Man kennt sich, trifft Gott und die Welt und lauter Bekannte-  Hier die Monzinger GS-Leiterin Petra Kohrs mit Mann Volker u. Freundinnen 

Bild 2637. Mehr als ein Event, wenn man auf der original Meddersheimer Weinwaage Platz nehmen darf und in Wein aufgewogen wird-  das hält lange an...

In eigener Sache: www.heylive.de hat über 30.000 REGULÄRE User in weniger als einem Jahr! Tolle bunte Fotos aus der Region, Kommentare, Highlights, Storys- und alles echt, wahrhaftig, real, authentisch und seriös mit Namen! Carl Rheinländer aus Heimweiler etwa lobt: "Tolle Webseite hast du da,...man kann sich stundenlang darin vertiefen..!" Peter Landorff aus Steinheim nahe Leonberg, dessen Freund Ende August 2010 auf der Meddersheimer Weinwaage (oben) saß, schreibt: "Wir werden öfters auf ihrer sehr interessanten Homepage sein. Tausend Dank dafür!"  Was der Ex- Meddersheimer Bernd Höll aus Landau /Isar/ Niederbayern als "Marathon dankbarer Erinnerungen..." schreibt, das lesen Sie ungekürzt im Original, wenn Sie links aufs "ARCHIV"  und dann oben auf "Heylive Highlights" klicken. Empfehlen Sie uns weiter!



KULISSENSCHIEBER: ....probierten`s mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit,-  und führten "Das Dschungelbuch" auf ! 

 BAD SOBERNHEIM. Die „Kulissenschieber“ führten am katholischen Kindergarten in der Herrenstraße „Das Dschungelbuch“ auf. Wer kennt nicht die herzzerreißende Story des kleinen Dschungelfaulpelzes Mogli aus Walt Disneys mehrteiligen Meisterwerkerzählungen „Das Dschungelbuch“. Vor allem die Lieder, etwa des Bären Balu, „Probier´s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit..“, hat längst Kultstatus und durfte als Ohrwurm live gespielt und gesungen als besonderes Highlight nicht fehlen. Denn letztlich wird allein dadurch das Glück übertragen. Neben dem Titelsong sind es vor allem die Charaktere, denen die felkestädtischen „Kulissenschieber“ mit Spezialeffekten in toller Mimik und Gestik und in aufwändig geschneiderten  Kostümen mit viel Liebe zum Detail Leben einhauchten. Ob das Menschenkind Mogli, Bär Balu, der Panther Baghira, oder der depperte Affenkönig King Lui und die hinterhältige Schlage Kaa mit ihren hypnotischen Fähigkeiten, das kindgerechte Spektakel war professionell inszeniert und sorgte für strahlende Kinderaugen. Die „Kulissenschieber“ und Dutzende Helfer vom Förderverein und Elternbeirat des katholischen Kindergartens waren gute Gastgeber und sind bekannt dafür, dass sie nichts dem Zufall überlassen. So warben sie über die Woche in Originalkostümen in der Stadt. Es war nach dem „Zauberer von Oz“ 2008 und im vergangenen Jahr „Gut gebrüllt Löwe“ die neunte Aufführung in Folge. Die große Freilichtbühne und der leichte Hang ist ein ideal-einsehbares Terrain und bildet eine großartige Kulisse für derlei theatralisches Schauspiel. Einzig die Premierenveranstaltung am Freitag fiel wegen heftigem Schauer buchstäblich ins Wasser, umso dichter besetzt waren die Ränge am Samstag und gestern.

Bild 2596: Atemberaubende Kulisse...

Nr.2597: Baghira, Balu, Mogli, und alle

Bild 2598: Ein Affenkampfgeschrei...!

   Die Geschichte ist genauso einfach wie spannend: Der schwarze Panther Baghira hat im Dschungel das Menschenbaby Mogli großgezogen. Nun muss es das Rudel verlassen und in die Menschensiedlung. Aber Mogli will bei seinen Freunden bleiben. Das Abenteuer beginnt: Mogli findet in Balu einen tollpatschigen Freund und marschiert in der Elefantenkompanie von Oberst Hathi mit. Der Spaß nimmt eine unheilvolle Wende, als die Affenbande von King Lui Mogli „in die Ruinen von Staurum“ verschleppt. Auch die betörende Schlange Kaa führt nichts Gutes im Schilde. Und als Mogli von seinen Freunden verlassen ist, beginnt mit seinem Erzfeind Shir Khan ein packender Kampf auf Leben und Tod…  Geier helfen, und letztlich findet die Geschichte natürlich ein Happyend: Mogli kommt dort hin, wo er hingehört. Bereits zum dritten Male besuchten die beiden Lauschieder I-Dötzchen Jlayda Akbay und Viktoria Mathis Aufführungen der „Kulissenschieber“. Am Beifall gemessen waren die beiden sechsjährigen Mädels ebenfalls wie hunderte anderer Kinder und Zuschauer von den toll geschminkten Darstellern in ihren aufwändigen Kostümen total fasziniert und begeistert und fanden das Dschungelbuch „traumhaft schön“.

Mogli mimte in einer Paraderolle Babette Peters-Groh, Balu war Elke Barth und Claudia Reiff spielte Baghira. Weitere Mitwirkende: Ina Wallau-Schütt (Kaa), Silke Wagner (Shir Khan), und Astrid Mann (Mädchen). Elefanten waren Roland Epple (Oberst Hathi), SabineWebler (Winifred),  Manuela Schantz, Steffi Frick und Julia Winneknecht-Scheid. Britta Kappes spielte King Lui, weitere Affen: Conny Schmitt, Petra Scheidtweiler, Saskia Jachmann, Daniela Herbert, Jonas Scheidtweiler, Anton Hasemann, Lara Jachmann, Laura Jahnke, Michel Kappes, Dominik Müller, Annika Nienhaus, Michelle Schantz, Mareike Schantz, Felix Winneknecht. Wölfe: Saskia Jachmann, Petra Scheidtweiler und Silke Wagner, Geier: Conny Schmitt, Petra Scheidtweiler, Britta Kappes, Saskia Jachmann. Musik: Carolin Müller. Kulisse: Babette Peeters-Groh. Technik: Roman Reiff, Thomas Weyand, Boris Scheidtweiler und Duane Homokay. Regie führte Dorothea Weyand und die Organisation hatte KiTa-Leiterin Sabine Hasemann.



LINE-DANCE - unter "Stars and Strips" - Country-Feeling pur

August 2010: Im Hochstetter Bowling-Center feierten die Neon Moon Line-Dancer um Jutta Hinton mit einem Countryabend ihr 15-jähriges Bestehen. „Line-Dance ist Lifestyle und belebend wie Aerobic. Wo Countrymusik gespielt wird, sind wir“, daran lassen die Line-Dancer keinen Zweifel. Bis 20 halten fest zusammen wie Pech und Schwefel und kommen aus mehreren Orten der Region, seit vor 15 Jahren Jutta Hinton die Begeisterung weckte. Cowboy-Boots, bequeme Jeans und Hemd oder Shirt, gelegentlich auch ein Stetson sind äußeres Erkennungszeichen, aber kein muss. Die unverfälschte Country-Musik kommt von Brooks & Dunn, Garth Brooks, Alan Jackson, George Strait, Petty Loveless oder Randy Travis. Übrigens ist der Ohrwurm „Cotton Eye Joe“ ebenfalls ein beliebter Song der „Line-Dancer“.

Bild 2582: "Beatle" aus Bärenbach, Helmut Sordon (re.) darf natürlich nicht fehlen!

Bild 2583: Shuffles and Steps, Slide, Scuff, Spot turn, sind bekannte Schritte  

Bild 2584: Toller Paartanz, legeres Flair und Kameradschaft werden gepflegt!  

Aber: „Unsere Country-Musik hat nichts mit Tom Astor oder Truckermusik von Truck-Stop zu tun“, stellt Jutta Minton für ihre Gruppen klar. Das Energiebündel ist aufgewachsen in Hammerbirkenfeld zwischen Hellertshausen und Schauren. Sie lebte in North Carolina und kam 1994 zurück in heimische Gefilde. Im Arizona-Saloon in Lautzenhausen bildete sich eine erste Gruppe. Hier stand sozusagen die Wiege der heimischen Line-Dance Szene. Die in der Region bekannte Gruppe Neon Moon unterstützte mit der Musik von „Brooks and Dunn“ die einzelnen Tanzschritte, und machte die Tanzform populär. Unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit kann in Reihen und Linien vor- und nebeneinander getanzt werden. Die Tänze sind passend zur Musik mit speziellen Schritten choreographiert. Den heute so getanzten Line-Dance kennt man erst Ende der 1950-er Jahre, „Achy Breaky Heart“ von Billy Ray Cyrus darf bei keinem Auftritt fehlen. In unserer Region bildeten sich erst Mitte der 1990-er Jahre in losen Treffs kleinere Cliquen. Jim Everett und Boomer lockte Tausende Besucher. Etwa im Bad Sobernheimer Colorado, in Becherbach und Otzweiler, in Bärenbach oder auf der Simmertaler Haumühle. Einige Jahre lang war auch Line-Dance auf der Kirner Kerb Zugmagnet bei der Kirmeseröffnung.  Montags wird im Hochstetter Bowling-Center bei Edith Eckes Line-Dance getanzt, mittwochs, donnerstags und sonntags im Kirchberger Szenecasino und Cafe „Sägewerk“. Zur Geburtstagsparty nach Hochstetten kamen daher auch aus der Region „Kerbrich“ begeisterte Linedancer und natürlich zahlreiche „Zaungäste“. Das Duo „Sue & Ron“ vom Glan spielte stilechte Countrymusik und die Gäste ließen sich von der angenehmen Atmosphäre zwischen Südstaaten-Banner oder der U.S. Flagge „Stars and Stripes“ von Musik und Tanz aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten verzaubern. 



Disibodenbergkapelle wird wachgeküsst!

BAD SOBERNHEIM. Rechtzeitig zum „Tag des Offenen Denkmals“ am 12.September soll die Disibodenberger-Kapelle aus dem Dornröschenschlaf quasi „wach geküsst“ und von der Bevölkerung besichtigt werden können. Dazu sind noch Sicherungsarbeiten mit Geländer im Eingangsbereich nötig. In jedem Fall soll das majestätische Bauwerk künftig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, versicherte Bruno Schneider auf Nachfrage.

Stehen geblieben scheint die Zeit, Jahrhunderte konnten den mächtigen Mauern nichts anhaben. Derzeit wird eine kleine Broschüre zusammengestellt, die am Tag des Denkmals ausgelegt wird. Angedacht ist die Gründung eines Fördervereins. Nun wurde mit einem Autokran das Dach abgefahren und eine Analyse der notwendigsten Sanierungsmaßnahmen erstellt. Die mächtigen Außenmauern wurden aufwändig von Efeu, Wildem Wein und Grünbewuchs befreit: „Das hat in den letzten 50 Jahren viel genagt und zerstört“, sagt Unternehmer Bruno Schneider, nach wie vor halte sich die Denkmalpflege „bedeckt“. Die heute profanierte, spätgotische Kapelle gehörte zu dem am Untertor der Sobernheimer Stadtbefestigung gelegenen, ehemaligen Stadthof des Zisterzienserklosters Disibodenberg. Sie wurde von der 1401 verstorbenen Witwe des kurmainzischen Amtmanns auf Schloß Böckelheim, Antilmann von Scharfenstein, genannt Geraseweg, gestiftet. Nach der Aufhebung (Säkularisierung) des Klosters 1566 wurde die Kapelle zum Speicherhaus umgebaut. Chor und Schiff sind bündig gemauert und haben die gleichen Stütz-und Strebepfeiler. Doch liegen Trauf- und Firsthöhe des Chordaches beträchtlich höher als die des Langhausdaches. Die Dächer sind verschiefert. Im kielbogengerahmten, spätgotischen Portal ist im Bogenfeld die Kreuzigung Christi dargestellt.  

Im Laufe der Jahrhunderte diente das Bauwerk eher weltlichen Zwecken. Anfang des 19. Jahrhunderts betrieb Kaufmann Morian hier einen Landhandel und zog Zwischendecken aus Holz ein. Seit 1899 im Besitze der Druckerei Melsbach, wurde die Kapelle renoviert und saniert, 1937 wurde das Dach nach denkmalpflegerischen Konzepten zu seiner heutigen Form erneuert. Wie die Matthiaskirche besitzt sie in der Umgebung ein einzigartiges, mittelalterliches Außentympanon, eine dreieckige Fläche über dem Türsturz mit figürlichem Schmuck. Dieser wurde 1960 konserviert. Seit 1984 steht die Disibodenberger Kapelle unter Denkmalschutz und wurde zuletzt 1985 restauriert.

Bilder 2553 + 2554 Bruno Schneider will die Disibodenbergkapelle öffnen

Nr 2555: Mächtige Mauern

Bild 2556: Die Rückseite des direkt am Innenstadtzentrum gelegenen Bau`s.

„Der heute durch Zwischendecken unterteilte und entstellte Innenraum hat im Chor noch die ursprünglichen Rippengewölbe mit Wappenschlußsteinen und im Langhaus einen spätgotischen, ursprünglich wohl verbretterten Kehlbalkendachstuhl. Die in ihrer ursprünglichen Substanz fast unberührt erhalten gebliebene Kapelle (spätere Einbauten können problemlos entfernt werden) ist ein Zeugnis spätgotischer Baukunst und Bildnerei“. Dessen Erhaltung und Pflege aus künstlerischen Gründen und zur Förderung der Geschichtsverbundenheit an die einst enge Verbindung zum Kloster Disibodenberg war Anlass der Unterschutzstellung durch die Denkmalpflege. Die mächtigen Mauern dienten im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker, ein separater Eingang oder Fluchtweg ist deutlich sichtbar. Nach dem Kauf des Melsbachsareals und dem Umbau zu einem Fachmarktzentrum ist die ITMBS KG (Immobilien-Treuhand, Mainz-Bad- Sobernheim) neuer Eigentümer der Kapelle.



Die ersten Kirner Fototage im Gesellschaftshaus am vierten Augustwochenende 2010 mit fünf Fotografen und einem tollen Rahmenprogramm ist ausbaufähig, der Grundstein wurde gelegt! Die Laudatio hielt der Kirn-Sulzbacher Karlheinz Brust. Auch er musste dicke Bretter bohren: Mit 28 Besuchern habe er angefangen, bei seiner jüngsten Vernissage dieses Jahr seien 240 Gäste gekommen. Unser Foto zeigt von links Volkmar S. Paal aus Berschweiler, Peter Holler aus Kirn-Sulzbach, Lilo Laux (Idar-Oberstein), Reiner Drumm (Wickenrodt) sowie den Kirner Organisator Gerd Deichmeier. (Bild 2543)

Ilka + Bernd Gutheil – bereisen seit einigen Jahren alle Kontinente. Eindrücke der Reisen halten sie mit der Kamera fest. Der Diavortrag „Grönland, Expedition Diskobucht mit MS FRAM“ nimmt den Betrachter mit auf eine Reise entlang der Westküste Grönlands auf dem norwegischen Postschiff “MS FRAM”. In den kurzen Sommermonaten entpuppt sich die polare Region als  Schönheit: Zarte Wolkenschleier schweben über malerische Inuit- Siedlungen, deren bunte Häuser wie zufällig angeordnet auf porösem Basaltgestein stehen, in der Bucht treiben Skulpturen aus Eis und glänzen im Licht der Mitternachtssonne. Die Eismenge Grönlands ist gigantisch.  Bild 2544



Hörte das  WWW- WeinWanderWochenende das Sterbeglöcklein? 

August 2010-KIRSCHROTH. Die Zukunft des Wein-Wander-Wochenendes in Kirschroth ist ungewiss. Ein „…weiter so“ unter Regie des Gemischten Chores „Fröhliche Zecher“ sagte Vorsitzender Kurt Bamberger endgültig ab. Die Zecher scheinen in die Jahre gekommen, Bamberger führt deren Altersstruktur ins Feld und will fortan nur noch ein eigenes Vereins-Sommerfest ausrichten. Nachdem die Zecher 1989 am Ortseingang in der Lage Wildgrafenberg eine gleichnamige „Quelle“ etablierten und dort rund um Findling „Zecherstein“ feste Feste feierten, entwickelte sich daraus Mitte der 1990-er Jahre das heutige Weinwanderfest durch die Wingerte. Einst wiesen Pfeile und drei weiße „W“ auf dem Asphalt den Weg durch die Weinlagen Wildgrafenberg und Kirschrother Lump Richtung Meddersheim.

Bild 2536: Hundsbachs Ob Joachim Blum stößt mit Hundsbachern an...

Nr. 2537: Mitten im Ort "Am Pool"

Bild 2538: Kleine Piratinnen, "Rabbits" überfielen die Kirschrother "Füchse" 

 Das „WWW“ lockt als Selbstläufer Gäste von weither. Viel Musik, gutes Essen und Trinken, und beliebte Schätzspiele des heute 74-jährigen Ewald Schlarb und dessen Nachfolger Friedhelm Schlarb sowie ein buntes Rahmenprogramm waren Garant des „WWW“. Gestern Nachmittag pilgerten die Wildgrafenbergsänger um Kurt Schlarb mit Quetschkommod` und Gerhard Borger mit seiner „Teufelsgeige“ zu den Ständen, die neu formierte Meddersheimer Tanzgruppe „Rabbits“ um Katja Bamberger präsentierte einen Piratentanz und musste Zugaben geben. Die 48 Mitglieder der „Fröhlichen Zecher“ waren am „Zecherstein“ gute Gastgeber, bereits am Samstag waren 20 von ihnen im Einsatz, gestern lockte das Kuchenbufett der Sängerfrauen.

 Das Weingut Bauer um Holger Schneider schenkte am Pool mitten im Ort aus: Die frühere Deutsche Weinkönigin „Edelgard I“ wurde jüngst bundesweit durch ihre Rieslingweine hoch geadelt, und stand mit Team den Gästen und Besuchern eloquent und charmant Rede und Antwort.Von 86 Hektar Rebfläche bilden 60 Hektar die Lagen „Wildgrafenberg“ und „Kirschrother Lump“. Längst hätten Top-Rieslingweine, aber auch Spätburgunder Roseweine im Barriqueausbau „viele Liebhaber und ein überwiegend junges Publikum gefunden. Ladenhüter gibt’s längst nicht mehr!“, strahlten alle Winzer.Station zwei war der Stand oberhalb der Kirche im Nauenberg im eigenen Wingert von Gisela und Helmut Franzmann. In der „Harras“ duftete von weitem Flammkuchen, waren beim Weingut Holger Barth alle Tische besetzt. Kay Bamberger verwöhnte die Gäste auf dem höchsten Punkt. Hier war neben dem Standartprogramm ein Salat mit Putenstreifen heiß begehrt. „Auf Löschkübel“ waren bei Andrea und Stefan Theis „Schlagnickel“ sowie appetitlich angerichtete Teller der früheren „Majestät“ Bettina Theis absoluter Renner.  Edle Tropfen wurden kredenzt, die Winzer hatten ihre Schatzkästlein geöffnet.

Foto 2539: Hanna, Clara und Emily dippen Spundekäs`hmmm, einfach köstlich!

 Weit gereiste Gäste ließen sich verwöhnen. Zum 30. Male mit von der Partie Adelheide und Jakob Pollen, Käthe und Hubert Cox, alle „Ü 70“ aus Lobberich vom Niederrhein: „Wir lieben die Kirschröther und ihren Wein“, lobten sie die „Füchse“. Das Ambiente mit Fernsicht und Panoramablick, „nette Menschen, gute Laune, Flammkuchen und Wandern“ so schwärmten die Becherbacher Familien Wolfgang Schneider und Gerhard Horbach, der TuS Heimweiler kam per Pedes. Wenn die Pergel prall wachsen und gedeihen, wenn Weinreben und Efeu in sattem Grün die Hauswände zieren, Rosen in voller Blütenpracht stehen und ganz Kirschroth ein blühendes Blumenmeer ist, dann geht’s mit Kind und Kegel und Bollerwagen auf den Wein- Wander-Weg. Die Kirschrother sind seit jeher ein lustig- aufgeschlossenes und gastfreundlich-friedliches Völkchen: „Der Wingert ist voller Menschen“ freute sich Winzer und Ex-SV-Chef Alwin Barth über die Resonanz, der Altvordere hegte nach Mitternacht am frühen Sonntagmorgen keinen Zweifel daran, dass es auch künftig Kirschrother Weinfeste geben wird. 



H.-J.-Schmidt: Vom Kommunalpolitiker zum Künstler

BAD SOBERNHEIM. Die Bilderausstellung mit dem Titel „Ansichten“ von Hans Jürgen Schmidt aus Hennweiler wurde im Cafe´ „Maxime“ in der Großstraße eröffnet. Das Interieur von Elke Ackermanns Bistro mit zarten Pastelltönen ist farblich ein ideales Ambiente. Parteifreunde und Weggefährte kamen, unter ihnen Kreisbeigeordneter Hans Dirk Nies (SPD), felkestädtische Kommunalpolitiker sowie aus Kirn Stadträtin Erna Berg. Hans Jürgen Schmidt war lange Jahre Geschäftsleitender Beamter bei der VG-Verwaltung Kirn- Land. Er war Kreisbeigeordneter und er ist in Kirn-Land Vorsitzender der FWG. 

2453: Heike Beenen (von rechts), Christine Bromann und Ursula Hummel mit Künstler Hans Jürgen Schmidt 

Bild 2454: Mohnblumen in Gold Dreiteilig

Bild: 2455: Sterbender Baum in Acryl mit Kohle-. beeindruckende Arbeit!

Juni 2010: Kurz nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten geriet daher die Vernissage des 66-Jährigen fast in Hintertreffen. Die Gäste und Ratsmitglieder jedweder politischen Couleur  debattierten und reagierten mit Unverständnis: „Die Spitze des Eisbergs. Die Besten gehen aus der Politik“ war vielfach lapidarer Kommentar. Schon früh in der Volksschule Hochstetten wurde von Lehrerin Fräulein Mertin das künstlerische Talent des Buben entdeckt und gefördert. Zur Konfirmation gab es einen Ölfarbenmalkasten. Viele Jahre wurde dieses Hobby mit Pinsel und Staffelei eher sporadisch ausgeübt. Mitte der 1990-er Jahre lebte beim „Tag des Handwerks“ in Kirn das Hobby wieder auf. Überwiegend in Kohle kamen Motive aus Kirchen, Gemeinde- und Rathäuser der Region aufs Papier. Später kamen Landschaftsmotive, Stillleben und Blumen hinzu. Im Laufe der Jahre sind die Techniken vielfältiger geworden: Von Aquarell, Pastell, Rötel bis Öl und Acryl reicht die Palette des Autodidakten. Mehrteilige Szenen bilden eine Art Symbolismus, dreiteilig- versetzte Arbeiten über Mohnblumen in verspachtelter Acryltechnik sind kaum vom Aquarell zu unterscheiden und faszinieren den Betrachter aufgrund satter Goldfarben. Giftgrün dagegen eine Hommage an den Euro. Echte Geldscheine und Münzen propagieren Reichtum in Anlehnung der chinesischen Yin und Yang- Philosophie und Harmonielehre. Blau steht für Karriere, Rot für Energie: Erinnerungen an eine Studienreise 2009 nach Xian, Schanghai und Peking hat Schmidt inspirativ aus dem Reich der Mitte mit seinem beängstigenden Gigantismus in sattgrellen Farben verarbeitet. Insgesamt überwiegt jedoch der immerwährende Kreislauf vom Wachsen und Vergehen in Gottesfreier Natur und ist in der Ausstellung „Ansichten“ eindrucksvoll dargestellt. Ob Wasserfall oder Mondaufgang, Schäumendes Meer, Frühling am Bach: Schmidts Unikate sind authentische Momentaufnahmen von zeitloser Schönheit. Der introvertierte Künstler ist in der Region bekannt. Vor zehn Jahren stellte er in der Kirner Zeitung und in Geschäften aus, es folgten zahlreiche Einzelausstellungen, auch im felkestädtischen Freilichtmuseum. Noch bis zum 3. Juli ist die Ausstellung im „Maxime“zu sehen. 



BAD SOBERNHEIM. Über Pfingsten wehte am  Rathaus die Deutsche Flagge neben der französischen „Trikolore“ und verkündete die städtepartnerschaftliche „Jumelage“:

 

Seit 29 Jahren ist die Freundschaft besiegelt. Herzliche Umarmungen waren sichtbarer Ausdruck der Wiedersehensfreude. „Soyez les bienvenus“ hieß ein Schild im Rathaussaal die 40 Franzosen willkommen. Beigeordneter Alois Bruckmaier begrüßte die Gäste namens der Stadt: „Schönes Wetter habt ihr mitgebracht“, übersetzte die zweite Vorsitzende des knapp 100 Mitglieder zählenden Louvre-Freundeskreies, Birgit Pfeffer. „Bei uns wird die Partnerschaft gelebt und von der Bevölkerung mitgetragen“, war sie sich mit Vorsitzendem Torsten Jores einig, Freundschaften hätten Bestand. Louvre liegt wenige Kilometer nördlich von Paris und habe kulturell sehr viel zu bieten. Als vor wenigen Jahren das vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle startende Concorde-Flugzeug abstürzte, entging die Bad Sobernheimer Partnerstadt nur ganz knapp einer Katastrophe. Die Gäste im Alter von einem bis 80 Jahren unternahmen am ersten Pfingstfeiertag einen Ausflug nach Bad Kreuznach, wo die Salinen und die Römerhalle besucht wurden. Beim Besuch vor zwei Jahren stand Mainz im Besuchsprogramm. Das gemeinsame Abschiedsessen gestern Nachmittag fand bei Uwe Engelmann im Paul-Schneider-Haus im Leinenborn statt. (Bild 2423- Mai 2010)


Impressionen- viel los im Nachtigallental Bad Sobernheim. Die Liste der Attraktionen würde Bände füllen, das Freilichtmuseum in Bad Sobernheim ist das Erste dieser Art in Rheinland-Pfalz und immer ein Besuch wert: Pflanzen- und Gartentag, Kräutergartenexkursion, Anzünden eines Kohlemeilers, Bau eines Kindermeilers mit Kohleernte bei den Köhlerwochen, nächtliche Laternenführung beim Deutschen Museumstag, Wein-, Winzer- und Käsetag, der 17. Deutsche Mühlentag, Tag der Imkerei, Handwerker- und Backtag, Spatenstich der Töpferei Mecking, Vergabe von Weinprädikaten und Urkunden und zahlreiche Aktionstage- dies alles gabs allein im April, Mai und Juni 2010 zu sehen, entdecken nach dem Motto: "Erleben, wie es wirklich war ....!"

Bild 2413: Knapp einen Hektar Wingert beackert die Meddersheimer WG und ist im steilen Museumsweinberg Attraktion

 Nr 2414: RLP- Kultusministerin Doris Ahnen (re.) kam zum Spatenstich der Töpferei und lobte das FLM über alles

Bild 2415: Die Weinschröter von Oberdiebach machten auf ihre Zunft aufmerksam und schenkten ein!



An Pfingstmontag war für 1000 Mühlen "Deutscher Mühlentag"

BAD SOBERNHEIM. Große Besuchergruppen pilgerten mit Kind und Kegel, Bobbycar und Buggy, Bollerwagen und Wanderrucksack beim Deutschen Mühlentag durchs Freilichtmuseum im Nachtigallental. Der machte seinem Namen alle Ehre: Schnatternde Enten, grasende Weideschafe, singende Nachtigallen und um die Wette krähende Hähne vermittelten bei Kaiserwetter Naturidylle pur. Naturlehrpfad, Heilkräutergarten, Museumsweinberg und Lehrbienenstand konnten wie alle Gebäude und Gerätschaften besucht und inspiziert werden. Auch das Sägegatter droben im Hunsrück-Nahe-Dorf ratterte und zog die Besucher magisch an. Wie durch Wasserkraft über ein Wasserrad Antriebswellen und Transmissionsriemen angetrieben wurden und die Mühlradtechnik in Gang setzten, interessierte große und kleine Besucher. 

Ständig sah man, wie Großeltern ihren Enkelkindern den Weg vom Getreide zum Brot erklärten.

 

 Chefredakteurin Claudia Hiller vom SWR drehte für die aktuelle Landesschau einen Beitrag und interviewte Besucher und den gebürtigen Eckweilerer Kai-Uwe Schäfer (46).Der seit 1991 beschäftige Museumsmaurer schrotete vier Zentner Weizen. Ständig stand er mit Peter Öhler vom Freundeskreis den Besuchern Rede und Antwort. Die um 1800 erbaute Wassermühle aus Alterkülz wurde 1996 abgetragen, bis 2004 im Pfalz- Rheinhessendorf aufgebaut und in Betrieb genommen.  

Nr 2407-2408- Mai 2010- Heute ist die Mühle mit den großen Mühlsteinen voll in die museumspädagogische Arbeit integriert.



33. Museumstag gewährt Einblicke hinter die Kulissen kulturpädagogischer Arbeit- Doris Ahnen auf dem Bagger!

 BAD SOBERNHEIM. Am 33. internationalen Museumstag besuchte Kultusministerin Doris Ahnen das Freilichtmuseum und nahm auf einem JCB-Bagger einen nicht alltäglichen Spatenstich vor: Die historische Töpferei Mecking zieht von Bockenau ins Nachtigallental um. „Das rheinland-pfälzische Freilichtmuseum ist ein besonderer Ort, der das Alltagsleben früherer Generationen anschaulich lebendig hält. Das diesjährige Motto `Museen für ein gesellschaftliches Miteinander' passt sehr gut zum heutigen Spatenstich an diesem Ort", so die Staatsministerin. Es übe einen ungeheuren Reiz aus, sich in dieser wunderschönen Landschaft zu bewegen und zu glauben, dass alles an Ort und Stelle gewachsen sei und schon immer hier gestanden habe. „Originalkulturgüter am Ort erhalten, bewahren und lebendig machen“ dieser Philosophie habe man Rechnung getragen. Über 100 Bockenauer, Besucher und geladene Gäste wie Weinprinzessin Christiane Koebernik wohnten der Zeremonie im Hunsrück-Nahe-Dorf direkt gegenüber dem alten Rathaus aus Hasselbach, wo die Museumsbäcker den Backofen anfeuerten, bei. Die Bockenauer Dorfmusikanten um Joachim Pauli umrahmten den Festakt. Unter ihnen auch Familie Mecking. Der fast 89-jährige Felix Mecking war stets dem Freilichtmuseum eng verbunden, seine Töpferscheibe drehte sich im Winterburger Tanzsaal. Sohn Thomas Mecking freute sich, dass dieses Denkmal bewahrt und der Nachwelt erhalten bleibt. Seitens der Museumsleitung ist geplant, einen Schaubetrieb einzurichten, in dem für die Besucher Gebrauchskeramik in traditioneller Form hergestellt wird. 

Bilder 2394-2395- Mai 2010: Doris Ahnen gab auf dem Bagger und im Museum ein gutes Bild ab. Namens der Kreisbevölkerung dankte Landrat Franz-Josef Diel der Ministerin für 70.000 Euro Landesförderung seitens der „Landesstiftung Rheinland-Pfalz für Kultur“ sowie für die Finanzierungshilfe durch weitere „institutionelle Förderung“: Im Etat des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur stehen weitere 170.000 Euro für den Aus- und Aufbau des Museums. Ministerin Doris Ahnen nahm lobend zur Kenntnis, dass über 800 Mitglieder des Freundeskreises hinter dem Museum stehen, so dass hier über 60.000 Menschen jährlich „lustwandeln könne“. Diel lobte das neue Besucherleitsystem. Er äußerte auch Wünsche und bat um Unterstützung: Mehrere 10.000 Gegenstände vom Mähdrescher über Möbel bis zur Werkstatteinrichtung seien auf Dachböden und in Kellern Klimaschwankungen und Schädlingsbefall ausgesetzt. Hier sei der von der Stiftung aufgrund finanzieller Zwänge zurückgestellte Bau eines Zentralmagazins sinnvoll, damit alle Objekte und Sammlungen der Nachwelt bewahrt, und nicht unwiederbringlich verloren gehen. 

Die Töpferei Mecking stelle ein herausragendes Zeugnis der traditionellen Keramikverarbeitung und Wirtschaftsgeschichte im Soonwald dar. Es handele es sich wohl um das letzterhalten gebliebene Exponat einer traditionellen Töpferei samt Interieur. Aufgrund der räumlich kleinen Dimension und der Tatsache, dass zweckgebundene Mittel in Höhe von 43.000 Euro aus dem Nachlass von Joachim Gruber (Münchwald) bestehen, sei die Töpferei dazu prädestiniert, typische rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Kulturgeschichte zu veranschaulichen. In so genannter Ganzteil- Translozierung ist die Umsiedlung geplant. Nutzungsspuren an Wänden oder dem Brennofen könnten als Ganzes erhalten bleiben und authentisch historisches Zeugnis geben, sagte Landrat Franz-Josef Diel. 



Heiliger Geist kam an Pfingsten und segnete "Hochzeitstag" 

MERXHEIM. Das Lustspiel „Hochzeitstag mit Hindernissen“ brachte am Pfingstwochenende die Merxheimer Theatergruppe „Vergess´ de Text“ unter der bewährten Regie von Elisabeth Henrich bei zwei Aufführungen auf die Theaterbretter in der Mehrzweckhalle. Mit „Kohlhammers ungleiche Töchter“ und einer zauberhaften „Schneekönigin“ -Aufführung erfreute die Laienspielschar damit innerhalb von 14 Monaten bei gleich drei großartig inszenierten Stücken ein begeistertes Publikum. 

Nr.2420: Zwei "Asse" im Zwiegespräch- Da blieb oft kein Auge trocken.... Nr.2421: Arg lädiert, mitgenommen nach dem Kraftakt- Vergess de Text  Bild 2422: Es ging turbulent zur Sache

Der Inhalt des turbulenten Lustspiels ist schnell erklärt: Das Ehepaar Brandel feiert seinen 24. Hochzeitstag. Aber nach Feiern ist an diesem Tage im Hause Brandel niemandem so richtig zu Mute. Im Gegenteil: Der Haussegen hängt mächtig schief. Ehefrau Angela hat das Konto um ein Vielfaches überzogen und ein großer Blumenstrauß mit der Aufschrift „Von Deinem Liebling“ ist garantiert nicht von ihrem Ehemann Martin. Dazu wurde Angela angeblich mit einem fremden Mann gesehen, was den mysteriösen Blumenstrauß erklären könnte. Als dann auch noch ein fremder Mann im Haus auftaucht und nach Angela fragt, ist die Verwirrung komplett. Ein heiteres Versteckspiel beginnt, denn der Fremde, der schon bald um sein Leben bangt, darf auf keinen Fall vom eifersüchtigen und wütenden Ehemann gesehen werden. Wer ist der mysteriöse fremde Mann? Welche Rolle spielt Angelas Schwester Irma? Und findet das Ehepaar Brandel doch wieder zusammen, um den Hochzeitstag zu feiern? Keine Frage: Es ging heiter und turbulent zu, die Fetzen flogen. Die Laienspielschar war ganz in ihrem Metier und lief zur Höchstform auf. Mittendrin im Getümmel: Ein ahnungsloser Thomas Kistner, der aufgrund seiner Paraderolle als Handelvertreter für „Puppen aller Art“ in einer Schlüsselrolle von einem Fettnäpfchen ins andere tritt, und schon beim Betreten der Bühnenbretter mit Szenenapplaus empfangen wird. Nach dem Lustspiel konnte sich die gesamte Crew den Glückwünschen aus dem Publikum kaum erwehren und entziehen. „Ihr war absolut super, herzlichen Glückwunsch!“ lobten wie Fußballer Lothar Koch Dutzende. Die Mehrzweckhalle am Sonntag war proppenvoll, die Zuschauer waren hellauf begeistert. Mit viel Liebe zum Detail und aufwändig arrangierten Hochzeitsfotos waren Bühne und Bühnenbild eine Augenweide. Auch im Foyer wurde mit einem Arrangement von Daniela Hoffmann, Susanne Angene und Ingrid Hubert auf den „Hochzeitstag mit Hindernissen“ hingewiesen. Vier Brautpaare, die tatsächlich Hochzeitstag hatten, durften mit einer Flasche Sekt anstoßen. „Die Theatergruppe der Kolpingfamilie Kirn war auch da und hat sich köstlich amüsiert“, schrieben die „Kolleginnen“ um Monika Unrath und Conny Spranger-Nürenberg den Merxheimer ins Gästebuch. Edgar Püttmann, Anja Neumann, Nicole Runkel, Nicole Maiwald, Andreas Schmitt, Alexandra Krutten, Thomas Kistner und  Susanne Angene wirkten mit. Ein Dutzend Helfer von „Vergess de Text“ um Ingrid Hubert wirkte vor und hinter den Kulissen mit und war guter Gastgeber. Überglücklich war Regisseurin Elisabeth Henrich, dass trotz starker Fußballkonkurrenz an Pfingsten die Laienspielschar solch überwältigenden Zuspruch bekam. 



 Reitertag am Alten Fahr / Mitglieder gesucht

 Mai 2010: BAD SOBERNHEIM / KIRN:Die Reiterei in der Region hat seine Lobby: Beim dritten Integrativen Reitertag des Reit- und Fahrvereins Sobernheim und Umgebung in Zusammenwirken mit der Interessengemeinschaft (IG) für Reiten als Therapie Rheinland-Pfalz beteiligten sich auf der Reitanlage „Am alten Fahr“ diesmal 63 Teilnehmer, darunter sieben behinderte Reiterinnen und Reiter im Alter ab acht Jahren.

DIE SIEGER beim Turnier am Alten Fahr: Präzisionsparcours: Fabiola Kohn, Marie-Christine Schmitt
Aktionsparcours: 1. Gabriele Mayerhofer 2. Monika Porr 3. Marie Möllendick
Schritt/Trab: 1. Sophie Leister 2. Leonie Kessel 2. Fabiola Kohn 3. Svenja Pieroth 3. Lina Pieroth
Reiterwettbewerb: 1. Milena Scholl und Joelle Jerono 2. Leonie Kessel, Ricarda Zentellini, Nicole Schmidt 3. Sophie Leister
Führzügelklasse: 1. Hannah Rummeney 2. Lysanne Hook 2. Silas Schneider 3. Alina Juchem
Dressur Kür mit Musik und Verkleidung: Sandra Hahn, Anna Litz.Einzelkür: Nina Liebig und Sophia Bottlinger.
E-Dressur: 1. Isabelle Oster 2. Franziska Fischer 3. Elisa Reichard
Caprillitest: 1. Isabelle Oster, 2. Nicolas Kroll 3. Milena Scholl, Joelle Jerono
Springreiter: 1. Janik Juchem 2. Joelle Jerono 3. Sandra Hahn
Stilspring E: 1. Isabelle Oster 2. Janik Juchem 3. Niclas Kroll

Martina Kohn, Erste Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins, zeigte mit dem Zuspruch zufrieden. Auch die auswärtigen Reiter lobten den Tag und würden gerne wieder nach Bad Sobernheim kommen, so die Vorsitzende. Die Wertungsrichter Josef Wohlfahrt aus Bretzenheim und Bärbel Ott aus Katzenellenbogen zeigten sich mit der Organisation und den Ergebnissen des Turniers ebenfalls zufrieden. Bei den Prüfungen Führerzügelklasse, Reiterwettbewerb in Schritt und Trab, Reiterwettbewerb und im Präzisions-Parcours Stufe 1 (im Schritt) waren auch Reiterinnen und Reiter mit körperlichen Handicaps dabei, denn diese Pferdesport-Disziplinen sind für sie besonders geeignet und man hatte sie extra für die Wettbewerbe ausgeschrieben, wie Kohn weiter informierte.

Bernd, Annette und Nicole Schmidt machen ihren Liebling mit der Startnummer 007 fertig. Das Prachtexemplar steht in Schloß-Böckelheim und ist sehr fotogen...

Bild 2402: In Kirn- Wickinger OBEN: Bild 2401 Schneiders aus Merxheim Bilder 2403/2404 BadSob.


Wildcamper und Komasäufer als „Problemklientel“ unerwünscht.

BAD SOBERNHEIM. MAI 2010: Die Vorbereitungen zum 51. Felke- Handball-Turnier vom 3. bis 6. Juni im felkestädtische „Staaren“ unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kurt Beck laufen auch Hochtouren. Nach Kontrollen im vergangenen Jahr durch das Kreisjugendamt wird künftig nichts mehr so sein, wie es einmal war: Prävention und Jugendschutz stehen an erster Stelle.  Das ist klare Ansage der Veranstalter.

Bild 2375: Voll krass: Jugend vom TuS 1878 Kirn mit Fäßchen, hipp-hipp... Bild 2376: Handballspielende Jugend  Bild 2377: und frohe Schleckermäuler Bild 2378 unten: Säufer unerwünscht!

 Stets sei beim HSV das Jugendschutzgesetz Grundlage allen Denkens gewesen. Die klassische Jugend-Freitagsdisco gebe es schon lange nicht mehr, erklärten Vorsitzender Friedrich Wilhelm und sein Vorgänger und Cheforganisator Michael Becker im Nachklang die Ergebnisse überaus konstruktiver Gespräche mit dem Kreisjugendamt. Mit zweifarbigen Bändchen für unter 18 und über 18-jährige wussten 2009 die Helfer im Ausschank sofort Bescheid. Dennoch wurden im Festzelt bei über 1200 Besuchern vereinzelt alkoholisierte Jugendliche angetroffen. Kurzum: „Das Kreisjugendamt hat die gesamte Situation auf dem Zeltplatz moniert und machte uns unmissverständlich und in aller Schärfe deutlich, dass wir auch als Hausherr Verantwortung tragen und in der Pflicht sind, wenn beispielsweise die Betreuer der angereisten Vereine ihre Aufsichts- und Sorgfaltspflicht Jugendlichen gegenüber vernachlässigen“, erklärte Wilhelm. Die Reichweite dieser Konsequenzen sei dem HSV bis dato nicht bewusst gewesen.

 Künftig werden erstmals alle Besucher, Kinder, Jugendliche und Erwachsene Bändchen in drei verschiedenen Farben tragen. „Das fordern wir allen Gästen unserer Zeltstadt während des gesamten Turniers ab“, unterstreicht Becker. Zudem werden alle Jugendlichen und Betreuer namentlich samt Handynummer erfasst und müssen eine Hausordnung gegenzeichnen. „Wir entlasten unsere Schultern und vergegenwärtigen allen Betreuern und Eltern ihre besondere Verantwortung“. Hauptkommissar Karl-Heinz Reinhard von der Drogen- und Suchtberatung berät und schult  HSV-Helfer und Personal. Das herrliche Ambiente in freier Natur an der Nahe mit idealen Freizeitbedingungen in Schwimmbadnähe, der Schul- und Saisonabschluss und meist schönes Wetter haben das Felketurnier so attraktiv und beliebt gemacht: „Wir stehen unter besonderer Beobachtung der Durchführungsbestimmungen und müssen in einer Vorreiterfunktion mit gutem Beispiel vorangehen“, wissen die HSV-Verantwortlichen. Der klassische Handballsportverein mit 650 Mitgliedern sei ein Familienverein mit 17 eigenen Jugendmannschaften. 

  „Harte und mitgebrachte Alkoholika, Wildcampen für Gruppierungen, die mit dem Handball nichts zu tun haben und uns Stress machen, wird es nicht mehr geben“. Das Hausrecht werde künftig konsequent umgesetzt. Sollten Mannschaften keinen Betreuer haben und rein gar nichts mit dem Handballspiel zu tun haben, wird diese Gruppe des Platzes verwiesen. Erneut werde auf HSV-Kosten Security eingesetzt. Mit deren deeskalierender Präsenz habe man gute Erfahrungen gemacht. Auch dem neuesten Trend, dass Eltern Aufsichtspflicht anhand von Internet-Ausdrucken an Dritte delegieren, soll ebenfalls ein Riegel vorgeschoben werden. Dem Kreisjugendamt missfällt, dass hier über die Stränge geschlagen wurde. Es gehe darum, als Veranstalter Zeichen zu setzen, und nicht das Saufen vorzuleben! Von den neuen Regelungen und Verhaltensformen werden alle partizipieren, sind sich die HSV-„Macher“ sicher. Eltern seien froh, wenn sie sorglos Kinder dem HSV anvertrauen können. Rund um die Felkestadt zählt das Turnier als Mega-Veranstaltung, bundesweit rangiert es unter den „Top-Ten“. Mehr als die Hälfte der über 200 Gastmannschaften nimmt an den zwölf Jugendturnieren teil. Insgesamt werden weit über 3000 Gäste erwartet. Weit über 300 Spiele werden auf Rasenplätzen auf der Staarenseite auf zwölf Handballfeldern absolviert, über 200 Helfer, sogar Schiris aus Luxemburg, sind im Einsatz. Sonntags spielt die Big-Band des Stadtmauergymnasium Bad Kreuznach zum Frühschoppen, am Nachmittag kommt Jo Deckarm zur Übergabe seines Pokals. Neu: Freitags am 4. Juni trägt der Förderverein unter Regie der „Grün-Weißen Panther“ die erste offene Boule-Stadtmeisterschaft aus.


Alte Bauernregeln: Regen im Mai- April vorbei!---Erst in der Mitte des Mai ist der Winter vorbei!---- Menschen im Juniwind, ändern ihre Meinung oft g`schwindt. Gibt es im Juni Donnerwetter, wird nicht nur's Getreide fetter! ---Was im Juni nicht wächst- gehört in den Ofen!


Resümee- in EIGENER Sache November 2010: Hallo, verehrte Leser! Dass "Heylive.de" 2010 von über 37.500 Lesern angeklickt wird, ist phänomenal! Warum? Weil null Werbung existiert. Keine Suchmaschine!  Weil -Wer kennt wen- (wkw), Sport- und gute Nachrichtenblocks zu dominant sind. Weil viele Haushalte in dieser nachweislich struktur- und finanzschwachen ländlichen Nahe-Glan-Region keinen Internetzugang haben, selbst in meinem Bekanntenkreis nur wenige "Heylive.de" kennen. Weniger als fünf User machten kritische Äußerungen: Zu bunte Schriftfarben, zu unbekannt, brotlose Kunst- oder: nicht aktuell....Von Anfang an war die (Archiv-) Farbenvielfalt so gewollt, und ist in diesem FrontPage-Programm möglich. Es gibt nun mal das Blaulicht bei Feuerwehr und Polizei, die Grünen bevorzugen grün und in der Schule ist "Heylive.de" auch nicht, dass nicht rot geschrieben werden darf. Jetzt ist das FrontPage-Programm fast voll, stößt an Kapazitäten. Umstellen, Vereinfachung und Erneuerung ist angesagt. Wir arbeiten gerne dran... um kommen "Neu" am 9. März 2011 mit neuem Outfit neuem Auftrag, neuem Inhalt... 


KOHLEMEILER glimmt - Alte Zunft lebt! 

BAD SOBERNHEIM. Mai 2010: Der Meiler im Freilichtmuseum brennt: „Ich taufe dich auf den Namen Franz-Josef, der `Schwarze` vom Nachtigallental!“ rief Landrat Franz-Josef Diel aus und übernahm die Patenschaft. Nach altem Brauch stieß der Taufpate mit Köhler Hermann Gimbel und der Köhlerliesel Marina Zahn aus Staudernheim in Holzschuhen mit Hochprozentigem an. Zuvor schickte der Köhler „Feuerwasser“ in den Schlund des Meilers auf die eingefüllte Glut. Wenn der Branntwein genug Alkohol hat, gabs gewöhnlich eine Stichflamme. „Raulicher Schnaps“ rief der Köhler am Vatertag enttäuscht aus, weil der Alkohol sozusagen als Brandbeschleuniger versagte...

Bild 2372: Landrat Franz-Josef Diel als Taufpate, Köhler Hermann Gimbel und Köhlerliesel Marina Zahn auf dem Meiler Bild 2373: Die Glut wird hochgebracht, das Holz im Meiler damit angezündet... Bild 2374:...abschließend wird auch der Kegel luftdicht mit Gras verschlossen!

   Bereits um das 6. Jahrhundert vor Christus wurde in der Region Eisen geschmolzen. Die Meilerköhlerei und der Beruf des Köhlers zählen zu einer längst vergessenen Handwerkszunft. An einem Tag mussten sechs Mann einen Meiler erstellen, mit abgestochenem Graswasem zubauen und anzünden. Nachdem der sechste Meiler schwelte, konnte die Holzkohle gewöhnlich aus dem ersten Meiler abgekühlt und geerntet werden, berichtete Köhler Hermann Gimbel aus Fischbach bei Kaiserslautern mit seinen Helfern den etwa 50 Zaungästen im Freilichtmuseum. Die Arbeit war schweißtreibend. Bis man zum Köhler wurde, war man Kohlenknecht. Bei der Glasherstellung und Erzgewinnung, überall dort, wo man hohe Temperaturen benötigte, war Holzkohle erster Energielieferant, bis sie vor gut 150 Jahren von der Steinkohle abgelöst wurde. Holzkohle ist „Schwarzes Gold“, dem beim V-förmigen „verschwelen“ von unten nach oben unter Luftabschluss über 80 Prozent Feuchtigkeit entzogen wird. Weil viel Zeit bei der Meilerei im Wald verbracht wurde, begegnete das gemeine Volk dieser Zunft oft mit Vorurteilen. Erzählungen verbinden mit dem Köhler Geheimnisvolles, weshalb er oft als „schwarzer Mann“ bezeichnet wurde, der die meiste Zeit im Wald in seiner Köhlerhütte verbringt. Heute stehen im Nachtigallental in diesen Tagen Wohn- und Bauwagen. Lehrreiche Videofilme mit Wolfhart Dhonau aus Meddersheim als Sprecher nehmen die Besucher mit in längst vergessene Zeiten der Meilerei..... 



3. Pferdenacht in der Kirner Nägelspitz

   KIRN. Mehrere hundert Zuschauer verfolgten am Samstagabend auf der Reitanlage des Kirner Reit-, Fahr- und Zuchtvereins in der Nägelspitz die dritte „Nacht der Pferde“ und sorgten für einen Rekordbesuch. Jessica Pesi als Pächterin der Anlage und Trainerin ritt mit ihren Reitschülern mehrere Pas de Deux mit schönen Seitwärtsgängen und sehenswerten Einlagen mit hohen Schwierigkeitsgraden. Das Westernreiten ist ihr eigentliches Genre, und so durfte eingangs auch ein Kinder-Cowboytanz zu den Klängen des „Cotton Eye Joe“ oder eine pathetische Flaggenparade „Stars and Stripes“ aus dem Land der Countrymusik und Westernreiterei nicht fehlen.

Bild2379: Die "Wickinger" kommen!

Bild 2380: Herrliche Choreografien

Bild 2381: Tolle Inszenierungen

   „Steigen sie ein in unsere Zeitmaschine und erleben sie in England ein Ritterturnier. Gehen sie mit uns auf große Fahrt mit den Wickingern, erleben sie Katharina die Große und weitere Weltkulturen“, war klare Ansage. Aber auch Länder wie Island mit Feuer oder Wasser sowie China mit seinen bunten Drachentänzen und Fabelwesen hatte einiges zu bieten. Das farbenfrohe Show-Spektakel in herrlichen Kostümen bot die ganze Palette wunderschöner Choreografien mit prächtigen Pferden aus Filmen, Musicals oder Fantasierollen. Englische Ritter in schweren Rüstungen mit Lanzen mussten sich dem listigen Robin Hood geschlagen geben. Die Zuschauer erlebten ein Programm mit teils spektakulären Szenen. Lichteffekte, Nebel und Musik waren punktgenau inszeniert. Ein großes Wickingerschiff mit martialisch anmutenden Wickingern wurde in die Halle geschoben. Drumherum im wilden Galopp sorgten spannende Reiterkämpfe rivalisierender Horden für einen scharfen Kontrast zu den zuvor gezeigten andalusischen Flamencotänzen mit seiner anmutig-graziösen Schönheit. Der prachtvolle schwarze Hengst „Peseato“ aus der spanischen Sierra Nevada fühlte sich in seiner neuen Heimat an der Nahe sichtlich wohl und genoss es, wenn „die Mädels“ ihn genau beäugten. „Die Effekte sitzen, die Pferde machen mit. Ich bin überglücklich“, strahlte Jessica Pesi. Die große Reithalle wurde zur Manege, die stoische Ruhe und das Leistungsspektrum der Pferde in teils dunkler Halle mit Disco-Effekten, Musik und Spots waren bewundernswert. Stephan Glenk aus Mörschied, der bei den dortigen Karl-May Festspielen mitmacht, zollte höchsten Respekt und bescheinigte der Kirner Truppe Professionalität in Richtung Apassionata. Unter den Darstellern auch die Reitergilde um Anja Halberstadt und Thomas Furtwängler von der „Little-Rock-Ranch“ aus Oberhosenbach mit ihren prächtigen Appaloosa-Pferden. Die Truppe gestaltet im Oktober bei den Aachener Europameisterschaften der Westernreiter das Rahmenprogramm und erzählt die Geschichte dieser gepunkteten amerikanischen Rasse, die ursprünglich aus Europa stammt.


 KIRN. Ingo Insterburg ist zeitlebens Musikkomödiant par Exzellent. Der Mann ist am 6. April 76 geworden. Mit jedem Atemzug kitzelte er im Kirner Gesellschaftshaus das „Kind im Manne“ heraus. Er schwelgt in nostalgischen Erinnerungen und lebt auf!

Ganz stark erinnert der spitzbübisch verschmitzt lächelnde Barde an den Erfinder „Daniel Düsentrieb“ oder den „Wahren Jakob“ mit seinem großen Bauchladen: So kam Ingo Insterburg mit vielen Utensilien und 25 extravaganten Musikinstrumenten im Gepäck nach Kirn gereist. Er zählt als Vorreiter zur Avantgarde der heutigen Sketch- und Comedyszene, seit 1967 sein kometenhafter Aufstieg mit Karl Dall als Frontmann im Quartett bei „Insterburg & Co“ begann. Es war die Zeit der jungen Wilden, der 68-er, „schon Pille- noch nicht Aids“ sagt einer, der nie Witze auf Kosten anderer machte, und noch immer den Kulthit „Ich liebte ein Mädchen“ zelebriert und davon zehrt. 1999 gastierte er mit dem 2003 verstorbenen Ulrich Roski in Kirn und hat im Untergrund des Gesellschaftshauses das Tourneeplakat entdeckt. Das erfüllte ihn mit Stolz. Die Offenheit des verschrobenen Blödel-Barden kommt beim Kirner Publikum an. In der Pause loben sie ihn als „genial“ und müssen um Autogramme nicht betteln. Zeitlebens ist Insterburg Lebenskünstler, Musiker und Dichter, Entertainer und als Instrumentenbauer Erfinder.

  Extrovertiert tritt er auf, lässt beim Perpetuum Mobile-Blödelei das Publikum teilhaben an seinen oft verqueren skurrilen Gedankengängen. Er schöpft aus einem reichen Lebensfundus, wenn er sich die Jacke mit allen 21 Marathonmedaillen umwirft, oder heitere Episoden aus seinem dicken Schmöker liest. Alleinunterhalter ist er mit allen Sinnen, dieses Metier ist sein Lebenselixier: Er singt und spielt alle möglichen Instrumente, quält das Schlagzeug, zupft mit den Zehen Gitarresaiten an oder entlockt Perkussionsinstrumenten seltene Laute. Alles gleichzeitig wohlgemerkt. Die „Brillenharfe“ aus einem Kloschüsseldeckel, "Nasen-Fagott" oder eine Mini-Geige in einer Kokosnuss sind wie ein singender Fuchsschwanz, eine „Wimmergeige“ oder ein Tenorsaxofon aus einem Waschmaschinenabflussschlauch in der Vielzahl der Musikunikate absolute Knaller. Letzterem Teil ringt er in Dudelsackvariante ein makelloses „Amazing Grace“ ab. Keine Tabus macht er bei seinen Liebschaften...

Erklärte Feindbilder sind Säufer und Raucher, die er mit sarkastischer Lyrik abstraft: „Im Krematorium zum Finale- da raucht er dann zum letzten Male!“. Zweizeiler sind prägnant und aktuell. Kostproben: „Zölibat ist Wurstsalat“- „Mixa ist ein Trick`sa“- Und er mag kein Fleisch, „keine Leichen im Kühlschrank“. Spötter würden ihm entgegnen, dass gerade etwas mehr „Fleischeslust“ und Leibesfülle dem hageren und bekennenden Vegetarier gut stehen würde. Sein bekanntester Hit kommt noch vor der Pause, und diese beliebte Melodie steht mehrfach Pate für beliebte Gassenhauer und abgewandelte Versionen. 1934 ist er als Ingo Wetzker in Insterburg geboren, das Publikum sei stets sein Regisseur gewesen, sagt er. Der Berliner mit ostpreußischem Charme kann Menschen faszinieren. Er wirkt vital, geistig  rege und ist als fröhlicher Zeitgenosse und  lebensbejahender Mensch ohne Starallüren bodenständig geblieben. Bilder 2286-2287-2288- April 2010 



Affentheater war das- auch ohne Affe!

BÄRWEILER. Stammgäste und Zuschauer warten alle zwei Jahre sehnsüchtig darauf, wenn sich im Bärweiler Bürgerhaus der Vorhang hebt. Die Komödie „Ein Affe kommt selten allein“ entpuppte sich bei der Premierenveranstaltung im ausverkauften Bürgerhaus als „Glücksgriff“. Leidenschaftlich spielfreudig, niemals unter der Gürtellinie, agierte und begeisterte die Laienspielschar. Zuschauer hielten sich den Bauch vor Lachen und hatten Tränen in den Augen.

Bild 2275: Der Aff is üwwerfahr´ wor- Heidernei, da ging die Post ab.... Bild 2276: Davor ist man in einer Metzgerei nie gefeit- Blut fließt.... Bild 2277: Die freie Bärweiler Theatergruppe ist ein starkes Team!

 Lust auf das Spektakel wecken Laura Bier und Sarah Gehm mit einem einleitenden Sketch. Kinder machen es sich wie in einer großen Familie auf Teppichen vor der Bühne bequem. Die Handlung haut niemand wirklich vom Hocker. Umso mehr hauchen alle Akteure dem „Affentheater“ Leben ein, dass sich die Balken biegen und das Publikum geradezu von Lachorgien durchgeschüttelt wird. Textsicher und ohne Lampenfieber überzeugten sie von der ersten Minute an: Es geht um den ganz alltäglichen Wahnsinn in der Bärweiler Vordergasse, wo der Gemischtwarenladen samt Metzgerei aufgrund Wirtschaftsflaute mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Deren Betreiberfamilie Hartz wird vom „Macho“ Michael Bier, Silke Hartmann und Nathalie Fuhr gespielt. Letztere ist als Metzgerlehrling völlig fehl am Platz. Der lässt nämlich die Schlachttiere alle wieder laufen und brüllt wie von einer Tarantel gestochen, weil das Kälbchen mit den „großen treuen Augen“ plötzlich nicht mehr da ist. Durch diesen Schreck schneidet sich die trutschige Verkäuferin (Laura Bier) in den Finger. Carola Bier ist zwar „Hansdampf“ in allen Gassen in durchgängiger Paraderolle, sie mimt als absolute Trantüte und einfältige Magd Bärbel das krasse Gegenteil. Als stotternder Nachbar wird Hans Gehm von seiner als Dorftratsche bekannten Frau (Liane Goldschmidt) wegen jeder fehlenden Kleinigkeit zum Einkaufen geschickt. Im munteren Reigen also leidet Bärweilers tatsächlicher „Ob“ Hans Gehm nicht nur an einem extremen Sprachfehler, sondern an der Boshaftigkeit seiner Alten, was idealer Nährboden für die Lachmuskeln ist. Mitten ins turbulente Bühnenbild radelt mit dem Dienstrad die mitteilsame Postbotin Ilona Heib und bringt meist Hiobsbotschaften vom „Sowwerumer“ Amtsgericht. Absender ist Gerichtsvollzieher Daniel Gehm, der im Verlauf des Stückes fleißig den Kuckuck als Pfandsiegel klebt, und eher so beliebt wie die lästige Sch…-hausfliege ist. Mit Voliere und dem unsichtbaren Papagei „Fridolin“ belebt Thomas Franzmann ebenso das muntere Treiben wie Marcus Fries. Dieser gilt als armer Irrer, der mit seinem unsichtbaren Affen Charly reist. In Mundart ist derbes und schnörkelloses „bärwäller Platt“ angesagt. Fantasie und Vorstellungskraft waren gefragt: Es hat schon etwas ganz Besonderes und war ganz große klasse, wie sich Marcus Fries in Mimik und Gestik mit einem visuellen Nichts unterhält. Ein Affe, der gar nicht da ist! Und als dieser Ende des zweiten Aktes von der radelnden Postbotin überfahren wird, da sind die Puppen am tanzen, da geht so richtig die Post ab, laufen die Akteure zur Höchstform auf. Letztlich gibt’s aber ein Happyend. „Der Gemeinderat tagt“ hieß im Mai 1992 zur Einweihung des Bärweiler Bürgerhauses ein aufgeführter Schwank. Dies gilt als die Geburtsstunde der freien Theatergruppe. Marion Fuhr kümmert sich und organisiert hinter den Kulissen. Dank galt Günter Theobald (Film und Ton), den Bühnenbauer Hans Joachim Thrun und Waldemar Zietek sowie der Souffleuse Elke Gehm.



Bleibt die Soonwaldfee im Regen stehen?

 April 2010: REGION / HOCHSTETTEN-DHAUN. Bertram Fleck als Landrat des Rhein-Hunsrückkreises und Vorsitzender des Trägervereins Naturpark Soonwald-Nahe e.V. hegte bei der Mitgliederversammlung im Dhauner Bürgerhaus keinen Zweifel daran, dass die Region mit Pfründen nur so wuchern kann: „Naturwege durch die Stille“ abseits von Stress und Halligalli lägen voll im Trend.  

Nr:2269: Die Soonwaldfee Daniela Groß im Abseits, hier auf Schloß Wartenstein

Bild 2270 Steiler Anstieg auf die neuen Wanderrouten und den Soonwaldsteig

Bild 2271: Dr. Rainer Lauf (re.) vom Regionalbündnis hat´s geschafft

Der Trägerverein zählt 83 Kommunen als Vollmitglieder und fünf fördernde Institutionen mit einem jährlichen Beitragsaufkommen von 95.000 Euro. Zu den beiden Geschäftsführern Jürgen Frank (Simmern) und Marco Rohr (Bad Kreuznach) wurde Diplom-Geographin Svenja Herrmann als kompetente Mitarbeiterin den Mitgliedern vorgestellt. Planung, Bau und Einweihung des 84 Kilometer langen Premiumwanderweg Soonwaldsteig am 9. Mai auf Schloss Wartenstein nach Sternwanderung bei Blasmusik und Eintopf war ein Jahreshighlight von vielen. Zehn Kilometer neue Pfade entstanden, südlich von Gehlweiler wurde über den Kellenbach eine aufwändig-teure Brücke gebaut und 180 Wegweiser installiert. Hier wurde richtig „gepowert“, ein Marketing-Konzept auf drei Jahre erarbeitet und sehr erfolgreich die Werbemaschinerie gefüttert. Die Resonanz sei sehr positiv. Weitere Förderprojekte: Der zweite Bauabschnitt des 32 Kilometer langen Natur-Erlebnisweges „Schinderhannes“ von Gemünden nach Rheinböllen. Mit Moorarealen im Bereich „Eschen“ nahe Kreershäuschen werden Tümpel und Feuchtbiotope wieder vernässt: Die Maßnahme ist eingebunden in ein „EU-Life-Projekt“, das 2010 im Soonwald anläuft. Entbuschungen der Wachholderheide Rohrbach und am ehemaligen Weinberg am Heimberg (Weinwanderweg Rhein-Nahe) wurden ebenso wie Erosionsmaßnahmen am Götzenfels oberhalb von Traisen erledigt. Das mehrjährige Projekt in der Weinbergs-Steillage am Staudernheimer Hang mit Orchideenpfad und –wiesen ist abgeschlossen, ebenso Pflegemaßnahmen um den Bismarckturm nahe Sargenroth. Klare Ansage: „Bitte den Heimbergturm bei Waldböckelheim nicht mit dem Auto befahren“, man habe die Beschilderung verbessert. Das Umweltministerium fordert seit 2009 ein Zehn-Jahres-Programm für alle Maßnahmen der acht rheinland-pfälzischen Naturparkträger. Hier drängt der Soonwald-Nahe um Erweiterung der Gemarkung Rheinböllen, Schnorbach und Mörschbach und fordert die Ausweisung von Kernzonen zur „Erholung der Stille“ im Soonwald und im Lützelsoon. Arbeitsschwerpunkt 2010 sind Naturparkausstellungen in den Infostellen Simmern und auf Schloß Wartenstein, Sitzgelegenheiten und weitere Infotafeln. Sowohl Vorsitzender Bertram Fleck wie Beiratsvorsitzender Reinhard Klauer (Sargenroth) sprachen sich aufgrund der Fortschreibung der Flächenutzungspläne im nördlichen Bereich (VG-Stromberg, Rheinböllen, Simmern und Kirchberg) über Windenergieanlagen „behutsam zurückhaltend und gegen Wildwuchs“ aus. Vitaltouren sind im Naheland, Traumschleifen in der Saar-Hunsrück Region als zertifizierte Rundwanderwege geplant. Projektideen wie die Sanierung der Gräfenbacher Hütte mit Hochofen sowie ein Baumwipfelpfad im Bereich Gemünden kamen zur Sprache, letzterer Wunsch schlage jedoch mit Millionenkosten zu Buche. Henaus „Ob“ Hermann Kilz regte im Zentrum des Soonwalds eine bessere Beschilderung um die Alteburg an. Rainer Lauf vom Regionalbündnis stieß auf wenig Gegenliebe bei der kompletten Kostenübernahme der „Soonwaldfee“. Auf Antrag von Kirn-Lands Bürgermeister Werner Müller, der unter dem Beifall der gut drei Dutzend anwesenden Mitglieder ausdrücklich für das Geleistete dankte, wurde einstimmig dem Vorstand Entlastung erteilt. Bei Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 453.860 Euro wurde der Wirtschaftsplan 2010 fortgeschrieben. 60.000 Euro für Hinweisschilder und neue Tisch-Bank-Sitzkombinationen sowie der dritte Bauabschnitt Natur-Erlebnispfad „Schinderhannes“ (Erlebnisstationen für 40.000 Euro) sind dickste Brocken. Weil das Ministerium eine Vorausplanung will, wurden für 2011 Eckdaten im 280.000 Euro-Etat mit geplantem Überschuss von 2000 Euro eingestellt und abgesegnet.



Super- Frühjahrskonzert auf Lauschieder Höhen! (April 2010)

Bilder: 2256 - 2257- 2258 Ostern 2010

 LAUSCHIED. Das Gemeindezentrum war proppenvoll: Stammgäste und  Vereine ließen sich das traditionelle Frühjahrskonzert des Musik- und Unterhaltungsverein Lauschied am Ostersonntag nicht entgehen. Dass die Lauschieder Musik machen können, ist nichts Neues: „Wir haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten die Umstellung von `dicke Bagge-Musik` dank viel Jugend und einer fundierten Ausbildung mit Instrumentalbeherrschung hin zu einem großartigen Orchester gemeistert“, brachte zweiter Vorsitzender Heinrich Wahl den Umbruch zum Ausdruck. Idealismus, viel Liebe zur Musik und Kameradschaft werden in harmonische Klangvielfalt umgemünzt, sind stimmig und hörbar. 

 In allen Registern können die Lauschieder mit 40 Aktiven aus dem Vollen schöpfen.Das Jugendorchester bot eingangs drei beeindruckende Kostproben seines Könnens und überraschte die Gäste mit einer Perkussions-Interpretation. In vierter Generation der musikalischen Stenzhorn- „Dynastie“ dirigierte Tobias Stenzhorn (Lettweiler) den Nachwuchs. Lara Fleck und Nikolai Lenz (Bretzenheim) überzeugten mit einer Gesangseinlage. Sonderapplaus ging an die Ausbilder Anja Buch, Andreas, Claudia, Melanie, Tobias und Dirigent Josef Stenzhorn. Alle Aktive waren zuvor in Klausur. Das Jugendorchester in der „JuHe“ Hermeskeil, die Register des Musik-und Unterhaltungsvereins probten im Gemeindezentrum und dem benachbarten Feuerwehrhaus. Vollbesetzte Reihen beim Frühjahrskonzert inspirierten zudem, und riefen bei allen Akteuren Höchstleistung ab. Der Musikverein Argenthal und die Winzerkapelle Guldental hörten zu, der Musikverein Bretzenheim, das Blasorchester Staudernheim und der Gemischte Chor „Edelweiß“ Steinhardt, zu dem besondere Bande bestehen, und der bei der Lauschieder Kerb im November stets personell aushilft. Auch zur örtlichen Feuerwehr stimmt die Chemie, sie war mit Ortsbürgermeister Wilhelm Marx hinterm Tresen guter Gastgeber.

  Konzertanten Filmmelodien wie „Out of Afrika“ oder „Robin Hood“ folgte im breiten Repertoire Volkstümliches und Modernes. „Bye Bye Spiritual“ hieß ein Potpourri mit „Amazing Grace“, „Oh Happy Day“ und „Amen“. Die Zuhörer erfuhren in der charmanten Moderation von Marlene Nikodemus viel Interessantes. Orchestermusik mit fein herausgearbeiteten Nuancen setzte Akzente und war auf eine Videopräsentation abgestimmt. Das Konzert wurde aufgrund toller Filmsequenzen mit atemberaubenden Bildern zu einem Augen-und Ohrenschmaus. Die Jugend huldigte dem einzigartig Moonwalktanzenden King of Pop „Michael“. Auch Peter Maffays „Nessaja“ aus Tabaluga oder Freddy Mercurys Welthit mit der Rockband „Queen“ („Bohemian Rhapsody“) wurden wie eine lebhafte Polka oder eine Swing-Version der Alten Kameraden geradezu zelebriert. Welthits von Simon & Garfunkel erreichten die Herzen der Zuhörer, die nicht am Applaus, dem Brot eines jeden Künstlers, sparten. Nach dreieinhalb Stunden Konzert und mehrerer vom Publikum geforderter Zugaben überraschte das Ensemble mit Michael Klostermanns Potpourri „Hofkonzert mit Strauß“, quasi als Sahnebonbon: Übrigens kommt die Sympathie zu Klostermann nicht von ungefähr, auch er sammelte hier Rüstzeug und spielte in Jugendjahren auf Lauschieder Höhen….

   BAD SOBERNHEIM. Zum Thema 20 Jahre friedliche Revolution gastierte auf Einladung der Konrad Adenauer Stiftung Rainer Eppelmann im Kurhaus Dhonau bei BollAnt´s im Park. Der unscheinbar wirkende Mann, Jahrgang 1943, ist hellwach, geistreich und spitzbübisch humorvoll, eben „voll auf Sendung“: 

Bild 2181: Rainer Eppelmann im Gespräch mit Alfred Peeters bei BollAnts im Park. 2182: Die KAS war guter Gastgeber im Desch-Saal Bild 2183: Eppelmann, Karl-Heinz B. van Lier, Marita Ellenbürger und Ex- RLP- Landtagspräsident Albrecht Martin (v.li.)

Dachdecker und Maurer war er, Bausoldat der Nationalen Volksarmee (NVA), bevor er nach Theologiestudium Kreis-Jugendpfarrer wurde. Eppelmann ist der bekannteste DDR-Bürgerrechtler. Als Volkes Stimme des demokratischen Aufbruchs avancierte er vom Staatsfeind zum Parlamentarier. Noch während seinem Vortrag „Von der Bevormundung zur Selbstbefreiung“ attestieren ihm in der Felkestadt Zuhörer bei aller Bescheidenheit Charisma: Trotz gefürchteter Repressalien sei er ein mutiger Kämpfer für Menschenrechte und Freiheit gewesen, der im Schutze der Evangelischen Kirche den Mund aufmachte! Fragt man heute Gymnasiasten, wer Erich Hohnecker war, antworten 18 Prozent „ein alter Bandleader“. 19 Prozent halten Wolf Biermann ebenso wie Willy Brandt für einen „langjährigen Generalsekretär der SED in der DDR“. 33 Prozent der Schüler hätten keine Antwort auf den Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie gewusst. „Für viele hört Geschichte mit dem 8. Mai 1945 auf“, erklärte Rainer Eppelmann jüngste Studien in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur. Nach wie vor kämpft er gegen das Vergessen und für Demokratie. Sie sei etwas Kostbares, Bewahrenswertes, notfalls auch ein zu verteidigendes Gut. Mit Freya Klier und Mitstreitern würde er gern ein elftes Gebot manifestieren: „Du sollst nicht vergessen!“. Und wer könnte dies besser vermitteln, als einer, der Diktatur am eigenen Leib erfahren hat? Sein gepflegter Berliner Dialekt (Vorfahren stammen übrigens aus Rheinhessen) und ein gradliniger Duktus fesseln die Zuhörer, Erlebtes klingt authentisch.   

 Rückblick: Wären die Panzer schon am 17. Juni 1953 in den Kasernen geblieben, währe schon damals die friedliche Revolution geglückt, sinniert Eppelmann das traumatische Ereignis, als sich Menschen unterhakten, um Panzer aufzuhalten: „Aber sie stoppten nicht, fuhren weiter“. Mucksmäuschenstill ist es im Rudolf Desch-Saal. Mit der Niederschlagung durch die sowjetische Besatzungsmacht wurden die bürgerlichen Ehrenrechte abgeschafft. Rainer Eppelmanns Stimme hebt an. 95 Prozent der Kinder sind als Pioniere SED-Organisierte, auch 95 Prozent Jugendliche. 50 Prozent mehr Leistung für gleichen Lohn wird eingefordert. Die Kirche wird infrage gestellt, der Alltag fremdbestimmt. Als „Abschied für immer“ prägt sich der Mauerbau am 13. August 1961 tief in sein Seelenleben. Dennoch hätten den „heiß geliebten Arbeiter-und Bauernstaat“ von 1945 bis 1989 vier Millionen verlassen, 1000 den Versuch mit ihrem Leben bezahlt. Dies dürfe man nie vergessen: „Die haben nicht auf Kaninchen geschossen, sondern auf Kinder, Frauen, Unbewaffnete!“. Und wie geht man damit um? „Wir wurden zu `Flüsterern`. Werft uns nicht vor, dass wir 40 Jahre brauchten, um Schreien zu lernen“ versucht er SED-Diktatur aufzuarbeiten. Man habe dank ARD und ZDF erst schwarzweiß und dann in Farbe in die deutschen Wohnzimmer blicken können, habe mit am Tisch gesessen. „Mann, jeht denen det awwer juuht“ war man neidisch. „Wahrt ihr soviel besser, fleißiger, klüger oder fantasievoller als wir?“, fragt er provokant zynisch. „Nee. Ihr hattet nur bessere Rahmenbedingungen, det war allet!“. 70.000 kamen zu Montagsgebeten zur Leipziger Nicolai-Kirche. Immer wieder beschwört er, dass die friedliche Revolution und Selbstbefreiung im maroden System vom Volke ausging. Eppelmann nennt Details, erinnert sich ganz genau an die „Nacht der Nächte“. Als er mit „Konterrevolutionären“ Schlagbäume  auf der Bornholmer Straße öffnete, Menschen nur das Wort „Wahnsinn“ kannten, kopfschüttelnd mit Tränen in den Augen zu Salzsäulen erstarrten, oder Wildfremde sich in den Armen lagen. Gleichzeitig fürchtet der „Große Bruder“ um sowjetische Soldaten in Kasernen, eine heikle Situation, zumal die westliche Welt gespalten ist. Welche Rolle hat Manfred Stolpe in der DDR gespielt, wird Eppelmann gefragt: „Eine bessere als danach“ kommt die Antwort knallhart. Am 9. November 1989 wird im Bonner Bundestag die dritte Strophe des Deutschlandliedes gesungen, die Grünen ziehen aus. Nur im Nachhinein weiß Eppelmann „dankbar und stolz“, wie er bekennt, dass allein dieses kleine Zeitfenster blieb. Deshalb will er beim besten Willen nicht dem Meddersheimer Ex-Kommodore Hans-Peter Koch beipflichten, der zwei Jahre Aufschub zur „innerbetrieblichen DDR-Aufarbeitung“ für besser hielt: Denn da gab es schon die Sowjetunion, Gorbatschow, Glasnost und Perestroika nicht mehr…. 



ALLE JAHRE WIEDER: Fensterln zur Weihnachtszeit in Kirschroth!

Dezember 2009: KIRSCHROTH. Seit fünf Jahren ist es guter Brauch, dass in Kirschroth im Advent die bunt geschmückten Fenster bestaunt werden. Jeden Abend waren über 50 Kirschrother mit von der Partie und ließen sich im knapp 300-Seelen-Weinort die "Aktion Adventsfenster" nicht entgehen. Petra Hess und Bianca Schlarb koordinierten die Folge der 24 Fenster, die jeden Abend ab 18 Uhr geöffnet wurden. Sie bleiben noch bis zum 6. Januar 2010, wenn die Heiligen Drei Könige vorbei kommen, geschmückt. Ein Abendspaziergang in dieser Zeit lohnt sich. Es wurden täglich Lieder gesungen, Gedichte gelesen, geplaudert und gescherzt. Kinder zeigten kleine Theaterstücke und ihr musikalisch-instrumentales Können . Am Heiligen Abend ab 11 Uhr wird alljährlich ein Krippenspiel der Erwachsenen aufgeführt. Die Tatsache, dass täglich über 50 aus dem Ort und aus Nachbardörfern teilnahmen, zeigt, dass es auch 2010 wieder diese tolle Aktion geben wird.  

Bild 2077: "Am Pool" in Kirschroth schauen die Kinder zu, wenn die Eltern ein.... Krippenspiel aufführen und sind total begeistert!  Bild Nr 2078 anno 2006 Bild 2079: Der Posaunenchor spielt und die Laienspielschar hatte immer Wetterglück!


MERXHEIM: Faszination SCHNEEKÖNIGIN fesselte 320 Zuschauer

Bild 2045: Traumhafte Bilder sah man in Merxheim bei der Schneekönigin Bild 2046: Voller Elan und Begeisterung- ständig wechselte das Bühnenbild.  Bild 2047: "Die Schneekönigin" sieht man sehr selten, zählt zu den Klassikern

VON NICOLE MAIWALD: An beiden Tagen konnten wir ca. 320 Theaterliebhaber begrüßen. Alt und jung sahen eine liebevolle Darbietung dreier Generationen. Von den Akteuren selbst gefertigte Bühnenbilder und Kostüme sowie Effekte wie Schneefall oder bengalisches Feuer bezauberten die Zuschauer und es wirkte für alle märchenhaft. Das Märchen von Hans-Christian Andersen wurde von Elisabeth Henrich, der Regisseurin der Theatergruppe, als Bühnenstück umgeschrieben, somit wurde diese Geschichte auch für die allerkleinsten greifbar und verständlich dargestellt. Die Kleinen konnten sogar die fast 2-stündige Aufführung spannend verfolgen. Gerda, dargestellt von Isabell Angene, meisterte Ihre erste Hauptrolle für die Theatergruppe äußerst professionell, und stand in allen 3 Akten ständig mit Text auf der Bühne. Kai, verkörpert von Philip Biermann, welcher von Gerda gesucht wurde, stand seiner Kollegin in nichts nach und brillierte ebenfalls. Doch alle Kinder und Jugendlichen faszinierten die Zuschauer aber vor allem Ihre erwachsenen Theaterkollegen, hier kann ich von mir sagen: Eine solche Leichtigkeit, welche die Kinder vor Ihren Auftritten oder allgemein an diesen Tagen der Aufführung ausstrahlten, ist für mich unverständlich. Gerade jetzt beim Schreiben dieser Email erfasst mich eine Aufregung wenn ich nur an die Abende denke und die Kinder - die waren sowas von ruhig... Die lasen nicht ihre Texthefte, nein die hatten irgendwelche dicke Wälzer in der Maske in der Hand und lasen seelenruhig... Für mich schon komisch, aber doch irgendwie schön anzusehen, mit welcher Leichtigkeit Kinder an etwas rangehen was Ihnen viel Spaß bereitet...Die Arbeit, welche schon seit dem Sommer andauerte, hat allen sehr viel Spaß gemacht. Man hat sich kennengelernt und Späße miteinander gemacht. Es war eine harte Zeit aber es war für alle eine Ehre, "Elisabeth Ihren Traum zu erfüllen".



ROMANZE: "DIE SCHÖNE + DAS BIEST"  3 x aufgeführt

20. Stück der Meddersheimer KiGa Theater AG

Nr:1970: Das Biest siegte!

Es ist der Stoff, aus dem die Träume sind: Bei drei Aufführungen „Die Schöne und das Biest“ war der Meddersheimer Gemeindesaal voll besetzt: Das 20. Stück in Folge erzählte das romantische Märchen von der schönen „Belle“, die ihren gefangenen Vater in einem Schloss findet und dabei einem verwunschenen Prinzen begegnet. Darsteller waren Katja Bamberger, Frank Mohr, Dirk Bamberger, Florian Groß, Torsten Stroh, Betty Groß, Andrea Kehrein, Anja und Thorsten Jahnke, Annette Edel-Schmidt, Susanne und Jörg Treukann, Conny Kroll, Jürgen Bromann, Martin Bens und Melanie Petersen. Für Licht, Technik, Requisiten, Kostüme und Bühnenbau zuständig waren Thomas Mähler, Gregor Dieter, Torsten Stroh, Florian Groß, Luise und Hubert Rist, die ganze Familie Bromann, Pia Ermel, Diana Schaaf, Bernd Schmidt, und Peter Cloidt.  

 Mit einem munteren Zechgelage in einer Spelunke beginnt das Spektakel, Melanie Petersen und Martin Bens besingen die Moritat: Weil ein hartherziger Prinz einer Bettlerin kein Nachtlager gewährt, wird er von einer Fee in ein Biest verwandelt, und alle Bewohner des Schlosses nehmen neue Gestalt an. So sind Andrea Kehrein und Anja Jahnke Kaffeetassen, Annette Edel-Schmidt mimt eine mütterliche Teekanne, Susanne Treukann wird als Haushaltsvorstand „Lumiere“ mit französischem Slang zum wandelnden Kerzenleuchter. Conny Kroll wird zur Standuhr und Jürgen Bromann Monsieur Kommode: Steht er mit dem Gesicht zu den Zuschauern, ist er ein Kleiderschrank - dreht er sich um, wird er zum Bücherregal; - alle sind hübsch geschminkt und atemberaubend schön anzusehen. Für all diese detailverliebten Ideen, das originelle Bühnenbild mit technisch raffinierten  Funktionen oder die Spielfreude teils mit fetzig-harten Raufereien gab´s mehrfachen Szenenapplaus. Sollte es dem Prinzen nicht gelingen, bis zu seinem 21.Lebensjahr die Liebe eines Mädchens zu gewinnen, werden alle für immer in diesen furchtbaren Gestalten gefangen sein. Couragiert tritt die furchtlose Schöne „Belle“ auf der Suche nach ihrem Vater in das Leben des Biestes. Hoffnungslosigkeit wendet sich letztlich zum Guten, noch bevor die Rose das letzte Blatt verliert, - noch bevor dem Schicksalsschwur das „letzte Stündlein“ schlägt.

Bild 1971: Nov.2009: Viel Beifall gabs. Bild 1972: Es war das 20.Stück. Bild 1973: 3 mal voll besetzt war der Saal!

Dieser zeitlose romantische Stimmungszauber ließ auch den glänzend agierenden Akteuren in Nebenrollen viel Raum. So nutzte die „Geschirrparade“ ihre künstlerischen Freiheiten humorvoll ohne den moralisch erhobenen Zeigefinger, und das kam beim Publikum an. Die Kinder in den ersten Reihen waren total fasziniert und voll auf Sendung, weniger aber von den Umgangsformen und Tischsitten des Biestes begeistert. Sie fieberten mit und wussten Bescheid, wenn die Laienspielschar theatralisch nachfragte. Das Biest spielte Frank Mohr, „Belle“ war Katja Bamberger, beide besetzten schon mehrfach mit Bravour Haupt-und Paraderollen. Viel „Plaisier D` amour“ gibt’s zum Happyend, wenn, übrigens wie im richtigen Leben auch, der Prinz „seine Belle“ küsst und herzzerreißend vom Publikum mit Beifall überhäuft über die Bühnenbretter schwoft- einfach himmlisch romantisch die Story…. Beim vielen Vorlesen im Kindergarten hat sich dieses vielfach verfilmte, uralte  französische Volksmärchen schon früh als 20. Jubiläumsklassiker der „Rasselbande“ Theater- AG herauskristallisiert. Und weil die Laienspielsschar des Fördervereins mindestens ebenso gerne spielt, wie die Kinder und Besucher zuschauen, steht das 21. Stück schon fest: Regisseurin und KiGa- „Tante“ Anne Weck lud spontan das Publikum für 2010 ein: Dann dreht sich alles um den „König der Tiere“, dann soll der Gemeindesaal zur Steppe und einem riesigen afrikanischen Dschungel werden, und dann wollen alle wiederkommen…



Pegge Peder war da und mit neuem Programm der absolute Knaller!

OTZWEILER. Mit neuen Programm „Mir doch egal“ gastierte Begge Peder beim Trampclub Otzweiler (TCO) im vollbesetzten Gemeindehaus. In familiärem Ambiente wie in einem größeren Wohnzimmer zog der bekannte Kabarettist und „hess(l)ischte aller Hausmeister“ das Publikum restlos in seinen Bann. Die „Tramps“ hatten noch aus der Siener Turnhalle mit Lastwagen 100 Stühle herbei geschafft. Otzweiler finden? Kein Problem. Dank Navi und Handy lotste „TCO-Boß“ und Initiator Norbert Gehres das Team ins weniger als 240-Seelen-Dorf. Der Künstler lobte das beschauliche Kleinod, das heimelige Flair, und verwandelte sich vor den Augen seiner Fans zu der geschaffenen Kultfigur in Kittel und Sandaletten. Nichts ist im heilig, nichts fremd, die Floskel aus dem Volksmund „Jedermanns Liebling ist jedermanns Depp“ hat er verinnerlicht und das kommt beim Otzweiler Publikum super an.

 Oktober 2009: Als engster Freund des „Bojemaasters“ hat er´s geschafft: Sein Spezi war in allen Parteien, hat´s zu nix gebracht, sich aber gut gehalten: „Wenn ich üwwer den auspacke tät…könnt´ der einpacke“. Das Neubaugebiet bei ihm daheim bezeichnet er als „Känguruvertel. Große Sprünge, nix im Beitel“. Begge Peder schaut genau hin in die abgrundtiefe Tristesse des Alltagsgrau: Im Verein, in seiner Stammkneipe, gegen Schickimicki und Hautevolee und neudeutsche „Events“: Eine Laudatio ist für ihn ein Nachruf für einen, der noch lebt. Angeber-Wanderer auf dem Rheinsteig, zu Hause seine Frau, Doping, Tätowieren, Nagelstudio, alle bekommen ihr Fett ab. Kontra für Patchwork-Familien und seine korpulente Schwiegertochter mit ihren „drei Pänz. Schöne Kuckuckseier hat die mein Sohn ins Nescht gelääht…“. Sein Lieblingsthema bleibt der Baumarkt. Er schwadroniert über die Kassiererin, „Frau“ an der Ampel, die Fußballer: „Wenn aaner bei Blauweiß Hundsbach „zwa Dutzend mol am Tor vorbeischießt, fordern die Zuschauer ´raus. Der Mario Gomez wird im Fernsehen gezeigt!“.

BIld ganz oben Nr 1899: Begge Peder live Bild oben 1900: Bei den Tramps beliebt!  1901: Er fotografiert gerne für die eigene Homepage: Begge Peder life!  Bild 1902: Ein Kumpeltyp! Begge Peder heißt Peter Beck, ist gebürtiger Hesse

   Nach „Uffbasse“ also jetzt: „Mir doch egal!“: De Begge Peder hat im neuen Programm städtische Beschäftigte als Art kleinbürgerliche Figuren wie „de Titanic“, „de Bojemaaster“, „de Wertstoff“ und „de Lidl-Joe“ oder aus der Stammkneipe „de Stinkbude-Schorsch“ kreiert, mit dem Zuhörer sofort Freunde oder Nachbarn aus dem eigenen Umfeld assoziieren. Und dieses „Nagel auf den Kopf treffen“  kam in Otzweiler bestens an. Hinzu kommt eine entwaffnende Logik, gepaart mit Anekdoten und Bauernregeln: Beispiele: „Steht im Winter noch das Korn, is` es wohl vergessen word´n“, oder als Freizeitbauer: „Wie überwintern Schweine im Winter? Bei mir in der Dose!“. Im neuen Programm geriet er beim Christopher-Street-Day zwischen alle „Fakultäten“, und er war mit dem Kegelclub auf der Hamburger Reeperbahn, Treuepunkte sammeln. Und wenn so einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen….Die Besucher erlebten einen bissig-ironischen Generalangriff auf Lachmuskeln und Zwerchfell, bei dem Begge Peder meist selbst der Gelackmeierte war. Sie hielten sich den Bauch und hatten Tränen in den Augen: „Mir tut alles weh vor Lachen, das war eine Gala der  Extraklasse“, sagten Karin und Winfried Petry aus Bundenbach, oder Elke Bönsch mit Familie aus Callbach. Zugaben kamen freiwillig, weil der Bühnenvorhang hakte. „Wenn ich in solche lachenden Gesichter sehe, habe ich doch nix falsch gemacht. Ein bisschen Begge Peder steckt doch wohl in jedem von uns!“, verabschiedete sich der kumpelhafte Typ von der Bühne ins Publikum. Bei den Otzweiler Tramps fühlte er sich sichtlich wohl, plauderte aus dem Nähkästchen und kam an. Er kann nicht verstehen, wenn der Begge Peder madig und von wenigen Schreibern zur eigenen Profilierung schlecht gemacht wird: „Begge Peder hat nix Intellektuelles, sondern er will unterhalten und den Spiegel vorhalten“, sagt er „Waas net, was soll dobei falsch soi?“ hadert er selbst gegen Neider und Miesepeter, und nahm aus Otzweiler nur Komplimente und Schulterklopfen mit!



HERKULESKEULE geschwungen und ins Schwarze getroffen!

KIRN. „Schon mehrfach erlebt“, - „In Dresden gesehen“, dies waren oft gehörte Zitate im gut gefüllten  Gesellschaftshaus beim Kabarett-Theater der „Herkuleskeule“ und deren Bühnenprogramm, wo es ausschließlich um „Die nackte Wahrheit“  ging. 2011 feiert die „Herkuleskeule“ als das Nonplusultra des Ostkabaretts 50-Jähriges Bestehen. Unkraut vergeht nicht- Totgesagte leben länger:

Bild 2057:Rainer Bursche (li.) und Michael Rümmler schwangen die Herkuleskeule. Bild 2059: Harald Kriegel (re.vorn) war ständig im Zwiegespräch mit den Gästen Bild 2060: Zwei Künstler zum anfassen: ironisch, geistig-fidel bis nachtragend  

 Rainer Bursche kam vor 20 Jahren für den bis dato bekanntesten und „Ossi-Posttalen“ und „Go-Trabi-go“-Urlauber Wolfgang Stumph zur Herkuleskeule. „Ein Glücksfall“ nannten dies Texter, Autoren und gefeierte Kollegen. Dies war auch die einhellige Meinung des Kirner Publikums, denn der 60-Jährige Rainer Bursche zog mit seinem Kollegen Michael Rümmler zu Flügelbegleitung von Thomas Wand alle Register seines Könnens beim politisch-kurzweiligen Kabarett vom Feinsten. Zuweilen wird das Kultensemble „Herkuleskeule“ vielleicht aufgrund ihrer derben Aussprache von Fernsehanstalten gemieden; - dass sie zur Avantgarde in die erste Reihe des deutschen Kabaretts zählen, steht außer Frage. Im ersten Teil ließen sie kein gutes Haar an den Medien, schossen Giftpfeile auf das abgehängte Prekariat, die Verarmung und Bevormundung der Gesellschaft kontra Pressefreiheit und auf die neue Regierung ab: „Das Volk wird von morgens bis abends, 24 Stunden lang, nur verarscht: Du Harald in Kirn, wir in Dresden“, und dies zog sich wie ein roter Faden durchs Programm. Das Duo trat hautnah mit dem Publikum in Kontakt, hatte sich zu deren Freude in der ersten Reihe Harald Kriegel ausgesucht. In den einzelnen  Sequenzen waren neben Firmenbespitzelungen und Medienmanipulationen mit prickelnder Doppeldeutigkeit die „nichts 24“- Nachrichten absolute Highlights: Waffenschieber Schreiber, Irakkriege mit deutschen Waffensystemen, Schäuble, Nord-,West- und Bayern LB, die ganze Regierung, die von „Opel aufgekaufte, systemrelevante HRE-Bank“ und die „als Frau und Link gleich doppelt geschasste Ypsilanti“, alle bekamen ihr Fett ab. Zwischen schauriger Ballade bis hin zur Schadenfreude, das Duo war stets „Keule schwingend up to Date“. Kindgerecht naiv aufbereitet waren zur Erkennungsmelodie aus der Sendung mit der Maus jene beliebten „Erfunden oder Erlogen?“ oder „Klingt komisch - is`aber so“- Ouiz-Nachrichten, wenn Freund und Feind sich mit demselben Kriegsgerät von Heckler und Koch massakrieren. Solch ironisch-bissige Satire hinterlässt natürlich seine Kampfspuren: „Die den Himmel loben- waren noch nicht Oben!“ reimte Rainer Bursch und gab Tipps: „Legen sie ihr Geld in Steuern an, die steigen stündlich!“ Ihm gelingt es, Gammelfleisch, Vogelgrippe und die Kastelruher Spatzen in einen Kurzsatz unterzubringen. Apropos Vogelgrippe: Hoffentlich breitet sich die Schweinegrippe nicht zur Panthemie aus: Im Osten habe nämlich ein Bauer seine Frau erschlagen, weil sie Gänsehaut hatte…. Herkuleskeule nennt man so was.


TOBIAS MANN in Kirn (Okt.2009) Nach seinem mehrfach preisgekrönten Erstlingswerk "Man(n) sieht sich!" gastierte Tobias Mann zum zweiten Mal auf Einladung der Kultur-Initiative Kirn im Gesellschaftshaus und  präsentierte vor 300 begeisterten Besuchern mit „Man(n)tra - der Sinn des Lebens in zwei Stunden“ sein zweites Bühnenprogramm. Der Mainzer Kabarettist, Comedian und Musiker hat es faustdick hinter den Ohren und ließ es mächtig krachen: Er nahm sein Publikum mit, stürzte sich auf das Hier und Jetzt, um dem alltäglichen Wahnsinn einen Sinn abzuringen - und sei es auch nur Unsinn.

   Wie Schwiegermamas Liebling stürmte da ein knuffig-pfiffiges Kerlchen auf die Bühne und begeisterte sein Publikum von der ersten Minute an mit Wortwitz und gebetsmühlenartigen Phrasen vollends: „Das war Champions-League, da war jeder Satz ein Brüller: Ohne Hänger und ohne Schwäche, geistig topfit, von einer Baustelle zur nächsten“, lobten schon zur Pause wie „Kirn-aktiv“- Vorsitzender Hans-Jürgen Dinig oder Sandra Reichard aus Oberhausen viele Gäste. Gekonnt geht er auf Tuchfühlung zum Kirner Publikum, schleimt sich ein und beherrscht die Situationskomik im Zwiegespräch par Exzellent. Zwar ist die Toilette im Gesellschaftshauskeller nur 3 Quadratmeter groß, dafür gibt’s zum Glück jede Menge Notausgangsschilder. Mit den Hunsrückern hat er es sich verscherzt: „Wo kommen sie her“, fragt er ins Publikum, „aus Schwarzerden? Ich wollt net wisse, wie´s dort aussieht!“. Schon bei seiner ersten Rockn´Roll-Version nach der Sinnfrage lässt der Entertainer durchblicken, dass er Musik lebt und zelebriert und erhält mehrfach spontan Szenenapplaus. Anders als beim Stones-Konzert: „Sind das noch die Stones- oder war das schon Lebenswelten?“  

Bild 1812: Attacke!!!. Tobi singt, kalauert, spielt, lacht, tobt... Bild 1813: Für Fritz Bischof (VHS) signiert der Mainzer gerne..... Bild 1814: Er kann mit der Kamera spielen, er mag Blitzlichtgewitter!

Mit viel Elan und Esprit startete der vielfache Kleinkunstpreisträger und Tausendsassa in „Schlappschniss-Marnier“ ohne Punkt und Komma und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, voll durch. Zotenreißerisch holt der in Deutsch studierte, 33-Jährige, extrovertiert und metaphorisch gekonnt weit aus zum Rundumschlag: Gegen Philosophen, Literaten, biblische Propheten, gegen Gott und die Welt, kontra Internet und Komasaufen, „Googelitis“ und Highsociety, PIN, PUK und TAN,Tratsch und Klatsch der „Fensterbankstasi“ und Dummschwätzer. Natürlich landete er gegen Politiker einen Volltreffer nach dem anderen. Er hat die Gabe, Situationskomik mit kreativer Spontaneität und Geistesblitzen zu paaren, grübelt über Sinn und Unsinn und die banal-komische Sicht der Dinge. Gibt es ein „zwischen den Jahren“? Pointen sitzen wie Nadelstiche und neben Philosophen als gescheiterte Existenzen muss er als Kabarettist und Comedian standesgemäß Politiker mögen. Aber das ist gewöhnungsbedürftig für einen, der 16 Jahre unter „Kaiser Kohls Knute“ aufwuchs: Abwählen? Geht denn so was überhaupt? Es geht. Je beliebter der Politiker, desto angriffslustiger sein schnelles Mundwerk, scharf wie ein Schwert oder Seziermesser. Mann kann brillant polemisieren, polarisieren und politisieren. Das tut er. Als echter Meenzer kann es keinen zweiten Gutenberg geben. Ihn wurmt der smarte, geschmeidige Wirtschaftsminister, „der immer einen druckfähigen Satz `raushaut“, avanciert zum Feindbild und Lieblingsgegner. Dessen Worte wie „geordnete Opel Insolvenz“ oder „nach allen Seiten offen“ setzt er ein entlarvendes Kurt Tucholsky-Zitat entgegen: Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht dicht! Was darf Mann „vom alten Brüderle“, der auf Wahlkampfplakaten gestylt frisch wirkte, erwarten? „Angie“, Westerwelle, Pofalla, alle bekommen ihr Fett ab. Und in Hessen Koch und Schäfer-Gümbel: „Ach Gott, schlimmer kann sich personelle Genossennot net ausdrigge“. Zwischen den manchmal atemlosen assoziativen Tiraden beweist Mann sein Können und musikalisches Talent. Mal greift der „Aca+Pella“- Frontmann beim Blues zur Gitarre, mal sitzt er flitzeschnell klimpernd und mit Tiefgang singend am Flügel. Dass er genüsslich über ältere VHS-Abokunden in den ersten drei Reihen lästert, die eben nicht in jene „werberelevante Zielgruppe zwischen 14 und 49“ passen, freut und ehrt ihn doch, dass ihn Ältere mögen. Trotz Abo. Das darf er sich als Kompliment anheften, schließlich ist die Kaufkraft der „Hahn-Air-Kaffeeflügler“ nicht zu unterschätzen und „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, singt er als Hommage. Als Zugabe rappt er „so richtig geil den Goethe Schitt“ in 5:20 Minuten über Faust und Mephisto voll ab: Vom ersten, noch depressiv überlagerten Beschwörungsversuch in des Magiers Labor über Mephistos Auftritt bis hin zum liebestollen Alten. Wie Gretchen stellt auch Tobi Mann in Kirn die alles entscheidende Gretchenfrage nach Sein oder Nichtsein, nach Sinn oder Unsinn, Recht oder Unrecht und wie ist das mit dem Leben nach dem Tod abgeht. Das Schöne an Mann: Er gibt Antworten- ob sie passen oder nicht!    


Szenesprache der Region: NEUE Wörter sind griffig!

Oktober 2009: "Ü-30 Partys", wo in der Regel über 40-und 50-jährige in proppenvollen Sälen abtanzen und abgehen wie ein Zäpfchen, so, dass oft den eigenen Kindern und Kids die Augen `rausfallen, werden von Becherbacher Jugendlichen abschätzig "Gammelfleisch-Party" genannt. Das macht es aus, wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr verstehen- und umgekehrt. Auch sonst haben die erwachsenen Buben um Steffen Barth, Kleine-, Selzersch-oder Bojersch-Buwe und die auf die 50 zugehenden Gerold Tandler oder Achim Engel jede Menge neumodischer Phrasen, Worthülsen und -verschnitte auf Lager, wo man als mittlerer Grufti nie dahinter steigt. Dann steht man auf dem Schlauch. Mithilfe der Internetnutzer hat jetzt der Duden nach zehn Jahren eine neue Kladde in der 25. Auflage gedruckt. Welch Wunder in "Geiz ist geil" und "Ich bin doch nicht blöd`" Zeiten, wo Herdprämie, Hybridautos, Jamaika-Koalition, im Kommen sind und Abwrackprämie gezahlt wird. Sowas ist in, trendy oder neudeutsch fancy-, eben modisch. Fremdschämen, das Twittern oder vorglühen wird im Szeneduden genau erklärt. In einem Szene-Sprachenwikipedia als Pendant zum Onlinewörterbuch wurden von März bis Juni 2009 neueste Wortschöpfungen gesammelt. So werden in sechs Kapiteln mehr als 700 Begriffe erklärt, insgesamt sind 5000 Wörter komprimiert, neu oder eingedeutscht:

Interessant, das Medialife: Recall ist eine Wiedervorladung zur Castingshow, Jesusphone ist der Lästerbegriff für das iPhone, weil Fans der Firma Apple deren Chef Steve Jobs anhimmeln. Und die Apotheken-Umschau wird zur Rentner-Bravo. Wenn sich 45-jährige wie Teenager kleiden, ist das zum Fremdschämen    

Das Stylelife ist nicht zu verwechseln mit HEYLIVE -   Bionadebourgeoisie sind entlarvt als Bio kaufende, grün wählende öko Szeneviertel Bewohner, Latte-Machiato-Mamas sind tuffe, trendy bewusste Mütter. Krass dazu,ein MoF- ein Freak ohne Freunde

(Bilder Okt.2009-1778 1779 1780)

In den SeriousLife Seiten findet man parallel zum Burn-Out, neu, das Bore-Out als Langeweile im Job. Futternarkose ist die Sättigung nach dem Lunch und Ökonozid ist fortan ein Suizid aus ökonomischen Gründen.Fruppies sind frustrierende Yuppies 

Im Kapitel Techlife kommt zum E-mail nun der E-diot, jemand der nur Halbwissen in Sachen Web 2.0 hat. Haecksen sind weibliche Tussis, Hexen, Hacker, Computereindringende . Katzenblog wird jenes private und lästige Onlinetagebuch ohne Leser genannt. Münzmallorca etwa steht für Saunarium und Fashionista ist mode-und selbstbewußte Frau     

In der Sparte Nightlife finden sich Begriffe wie Abflashen als maßlose Begeisterung für etwas ganz Tolles, beef ist ein handfester Streit und dönieren nennt nächtliches Dönneressen. Druffis sind Leute unter Drogeneinfluss, denen man dann begegnen kann...

Die SocialLife kennt nun auch das englisch hergeholte Bitchen,etwa für zickig sein- Zickenterror-Zickenmalarm, auch:gleichzeitig mit mehreren Menschen rummachen. Chatlag heißt der Mix aus Chat und Jetlag als überforderung beim Chatten und Egoboost ist das eigene Hochgefühl des Ichs nach Lob oder einem Kompliment



Exquisite Ausstellung: "Blicke von hier und anderswo" 

KIRN. Oktober 2009 Die Kunstausstellung „Blicke von hier und anderswo“ der Künstlervereinigung Fontaine-les-Dijon im Kirner Gesellschaftshaus erfüllte schon bei der Vernissage alle hochgesteckten Erwartungen, was das Interesse der Kirner und der Gäste an Kunst und Kultur betrifft. Die Stadt und ihre Mitarbeiter war guter und aufmerksamer Gastgeber während der Feierstunde, Routine wurde sichtbar.

Bild 1760: Ute Wagner, Laudatorin Nicole Lamaille und aus Burgund der Maitre von Fontaine-les-Dijon, Patrick Chapuis.   Bild 1761: Patrick Chapuis freute sich, in Kirns "Gutt Stubb`" Impressionen und Exponate in Kirn  präsentieren zu können. 1762: Groß war die Schar des illusteren Publikums bei der Vernissage. Fast den ganzen Oktober ist sie in Kirn geöffnet

   Ein Besuch der Kunstausstellung lohnt sich in jedem Falle: „Blicke von hier und anderswo“ ist ein wahres Kaleidoskop, reich an Farben, Formen und Themen: Denkmale, Sehenswürdigkeiten, Dächer oder stille Gassen in Burgund, sind ebenso zu finden, wie verstohlene und vergängliche Momente, abstrakte Kompositionen, schöne Frauen, stilisierte Tiere.....Nicole Lamaille aus Burgund hielt die Laudatio und nahm die Besucher der Vernissage mit auf einen kleinen Spaziergang durch die Ausstellung, in der alle Variationen und ausgefeilte Techniken, alle Stile und Trends präsentiert werden. Namentlich erwähnte sie, wo die zwölf Ausstellenden ihre Künste erwarben, ihre Inspiration und kreative Schaffenskraft her hatten. Selbst stellt die sehr gut deutsch sprechende Vorsitzende der Künstlergruppe Fontaine-les Dijon ebenfalls Exponate aus: „Die Aufgabe der Künstler ist es, uns anzuleiten, uns die Augen zu öffnen, uns das Sehen zu lehren, so wie wir das Lesen gelernt haben“, sagte sie. Alle zehn Grafiker und Maler sowie die beiden Bildhauer und Skulpteure Emmanuel Couqueberg und Aline Floch-Gagne` seien weltoffene Europäer, die oft außerhalb Frankreichs ausgestellt hätten. Zuvor begrüßte Kirns Bürgermeister Fritz Wagner die Gäste, Ehefrau Ute fungierte als charmante und wortgewandte „Dolmetscherin“. Er sei von den Exponaten fasziniert und begeistert. Neben der Karlheinz Brust-Stiftung habe Kirn seit Mitte der 1970-er Jahre der Kunst breiten Raum gewidmet: 74 Ausstellungen habe es seitdem gegeben, elf waren der Partnerstadt und „Jumelage“ gewidmet. Die Feierstunde umrahmte Eva Rexigel aus Bergen am Flügel. Sie ist Schülerin der Musikschule Kirn- Meisenheim-Bad Sobernheim, die 2010 ebenso wie die Freundschaft mit Fontaine-les-Dijon im kommenden Jahr seit 25 Jahren besteht und gefeiert wird. Auch für seinen Amtskollegen Patrick Chapuis sei es eine große Pläsier die positiven Veränderungen in Kirn erleben zu dürfen. Für alle sei es eine stolze Ehre, in Kirn dabei sein zu können, „und ein Glück, Stunden der Jumelage in der Partnerstadt pflegen zu dürfen“, sagte Patrick Chapuis. Malerin und Autorin Christiane Bruley beschreibt sich als Autodidaktin und war schon einmal mit ihren großformatigen Bildern in kräftigen Farben in Kirn. Schwarz und weiß dagegen ist der Kontrast als persönlicher Pinselstrich von Vally Brun, die mit dem Blick der Frau Frauen malt. Auf  Aktmalerei hat der in Belgien gebürtige Lehrer für Zeichnen und Ölmalerei, Christophe Castiaux, seinen Schwerpunkt gelegt. Robert Hezard malt seit 1979 vor allem in Öl auf Leinwand in Spachteltechnik. Nicole Lamaille und Informatik-Ingenieurin Marie-Annick Macke sind mit dabei, ebenso die Kunsthochschul-Absolventinnen Nadine Morel und Veronique Poulleau sowie die Burgunder Atelierbetreiberin Micheline Reboulleau. Der Kunstrichtung dekorativer Plakatstilistik hat sich Dimitri Koulaguine verschrieben, was mit Charme an großformatige ostdeutsche Werbebanner oder Portraits über Trabbi und Honecker erinnert. Wie der sprichwörtliche rote Faden lassen sich die 105 Werke thematisch jedem Künstler zuordnen, der „Betrachter kann sich dem Künstler nähern und ihn verstehen“, schwärmte als Besonderheit Petra Ruznicki von der Kirner Künstlergruppe beim Rundgang mit Karlheinz Brust.  



Aug/Sept 2009: GUT GEBRÜLLT haben die KULISSENSCHIEBER der FELKESTADT

 BAD SOBERNHEIM. Hunderte begeisterte Kinder und Zuschauer verfolgten bei drei Vorstellungen die achte Aufführung der felkestädtischen „Kulissenschieber“ auf der großen Freilichtbühne am katholischen Kindergarten. „Gut gebrüllt, Löwe“ hieß das seit März einstudierte Abenteuer aus einem Kinderbuch von Max Kruse und der Augsburger Puppenkiste.Im vergangenen Jahr verbreiteten die „Kulissenschieber“ über der Felkestadt den „Zauber von Oz“. Nun bahnten sich einige Hauptdarsteller auf einem fliegenden Teppich als dicke Freunde den Weg mitten durch die Zuschauerreihen auf die große Freilichtbühne. Der leichte Hang ist ein ideal-einsehbares Terrain für ganz großes Theaterschauspiel, drei Tage lang partizipierten die begeistert agierenden und textsicheren „Kulissenschieber“ sowie der starke Förderverein mit Dutzenden Helfern im Service vom Wetterglück.

Bild 1674: Wirklich gut gebrüllt, Löwe!!! Bild 1675: Das Gute + das Böse im Clinch Bild 1676: Ein Teil der Mitwirkenden....

    Echte Freunde auf dem fliegenden Teppich sind Sultan, Löwe und Kamel. Sie steuern auf eine Anhöhe zur Rechten zu, wo in einem märchenhaften Ambiente wie aus Tausendundeiner Nacht der Sultanspalast Firifallo mit Prinz Panja liegt. Direkt gegenüber thront die Burg Machatofel, wo Schwarz gekleidet und dunkel geschminkt das Böse regiert: Graf Rao schmiedet gemeinsam mit seinem affigen Vasallen finstere Pläne, wie sie den Prinzen vernichten können und droht allen Freunden Panjas mit dem Tod. Sultan, Löwe und Kamel treffen mit dem rosa gefiederten Flamingo beim Prinzen ein und erzählen ihm von der Bedrohung. Doch Prinz Panja glaubt an das Gute, will die drohende Gefahr nicht wahrnehmen. Rao und dessen Affe Gibbon hecken gefährliche Pläne aus, sie fordern den Löwen zum Kampf mit dem Blechbüchsengeneral auf. Jedoch erscheint General Blech nicht beim Zweikampf, er ist aus Angst geflohen. Während der Löwe den General sucht, wird Prinz Panja von Gibbon geraubt und auf die Burg Raos gebracht. Die Lage der Freunde scheint verzweifelt. Und so gut der zahnlose Löwe auch brüllt oder gar als Gespenst umhergeistert, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu. Zwei Lager stehen sich von Anfang an gegenüber. Handlung und Szenerie bereichern Fabelwesen, auch Stadtbewohner, oder die vom Teppichfliegen träumende Schildkröte Kolossalis, Teppichweber Sassamar sowie eine ruhmreiche Blechbüchsenarmee: Mehrfach kullert diese zur Freude des begeistert mitgehenden Publikums auf das Kommando „Soldaten in die Büchsen, Blechbüchse, roll, roll!“ den Hang hinunter, droht jeden platt zu walzen wie einen Pfannekuchen. Zum guten Schluss und Happyend heißt es dann doch noch: „...gut gebrüllt, Löwe!“. 13 Kinder und 20 Erwachsene sowie weitere „Kulissenschieber“ wirkten mit viel Enthusiasmus und Liebe zum Detail in dem kindgerecht perfekt inszenierten Spektakel, vor, und hinter jenen Kulissen mit. Beifallsstürme war verdienter Lohn.

Kulissenschieber Hauptrollen: Conny Schmitt spielte den Sultan, Sabine Härter war Prinz Panja. Elke Barth schlüpfte ins Kamelkostüm und Sandra Jahnke mimte den Löwen. Saskia Jachmann war der rosa gefiederte Flamingo, Manuela Schantz die Schildkröte. Silke Wagner (Graf Rao) und Britta Kappes (Gibbon) waren als finstere Mächte auf der Burg Gegenpart. Babette Peeters-Groh war General Blech, den Korporal mimte Petra Scheidtweiler. Den Professor spielte Roland Epple, Teppichweber Sassamar verkörperte Claudia Reiff und den Condor spielte perfekt Ina Wallau-Schütt. Carolin Müller am Keyboard spielte die Live Musik, für Organisation und Regie zeichneten Sabine Hasemann und Dorothea Weyand verantwortlich.


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OFFENES ATELIER: Sept.2009 KIRN-SULZBACH. Bereits zum 17.Male in Folge hat der Kirn-Sulzbacher Künstler Karlheinz Brust im Rahmen der landesweiten Aktion „Offenes Atelier“ seine Pforten geöffnet. 350 Kunstschaffende im Land nahmen teil. Besonders am Sonntagnachmittag „war das Haus voll“, war der gelernte Maler und Grafiker von der Resonanz überwältigt.

BILD 1671: Karlheinz Brust im Atelier im Hohlenfels in Kirn-Sulzbach + Besucher Bild 1672: Das Modell im Rohbau, der Sulzbacher "Schellenmann" ist fertig! Bild 1673: Hier erklärt der Künstler Zeichnungen, die er blind zeichnete.

    Karlheinz Brust ist auf dem Weg, fertig wird er nie. Gestalterisch setzt er sich mit Themen auseinander, seine ausdrucksstarken Exponate erzählen Bände. Die Stiftung im Kirner Rathaus soll (vertraglich geregelt) einmal 400 Werke beherbergen: Noch immer ist die Ideenfülle und künstlerische Schaffenskraft des Mentor, Künstler und Kunstförderer schier unerschöpflich: „Ich wollte das Innere, das Unterbewusste in mir wecken und konnte dies nur mir geschlossenen Augen tun. Einfach um zu erfahren, was der uralte Baum mit seinen Gesichtern mir zeigen und damit sagen will!“, erklärte Karlheinz Brust seinen Besuchern über 2008 entstandene Gesichter unter dem Arbeitstitel „Mein Freund, der Baum“, die er blind gezeichnet hatte. So seien linienhafte Zeichnungen entstanden, die man sonst nie hinbekommen würde, „weil einfach die Seele fehlt“. Nicht Erinnerungen an gesehene Personen kamen zum Vorschein, sondern Ergebnisse einer mentalen Annäherung zu einer gewissen Endgültigkeit als Reflex einer Begegnung mit dem Wesenhaften. Die Linien der entstandenen Zeichnungen wurden auf eingefärbtes Linoleum eingeschnitten, so dass der runenhafte Charakter vom Material her sichtbar wurde. Alle Räume standen offen, Skizzenbücher und dicke Fotoalben gaben Zeugnis und dokumentierten Arbeiten aus sechs Jahrzehnten. Gezeigt wurden Aquarelle als Erzählgeschichten, eine Serie von Clownerien, Graphitzeichnungen, Acrylbilder, die sich dem Alter widmen, Emaillemalerei, Farbglaskreationen ebenso wie jene großformatigen Sandmalereien auf Leinwand mit 18 schimmernden Farbnuancen, Sand aus der Provence, präsentiert. Über ausgefeilte Techniken und eigens erfundene Praktiken stand Karlheinz Brust, aber auch mit Petra Ruznicki eine frühere Schülerin, Rede und Antwort. 55 Werke waren in seinem Atelier Im Hohlenfels ausgestellt, zahlreiche weitere Projekte in Arbeit: Das Modell im Rohbau einer Skulptur des Kirn-Sulzbacher Schellenmannes ist fast fertig und kann im Oktober zu einer Bronze-Gießerei in die Nähe von Wetzlar gegeben werden. Spenden gab es von Banken, aber auch 80 Kirn-Sulzbacher Familien hätten für den Schellenmann gespendet und das erfüllt den 79-Jährigen mit stolz. Fast fertig ebenfalls der Entwurf einer Glasmalerei für das Evangelische Altenzentrum Dr.Carl-Kircher Haus in Meisenheim. Unübersehbar ist die Leuchtkraft eines Triptychon, Lasurmalerei dreier großformatiger Bilder auf Leinwand, die sich ebenfalls dem Älterwerden widmen und in die der waschechte Kirn-Sulzbacher auch eigene Erinnerungen und alltägliche Sehnsüchte hat einfließen lassen: „Wer hat die nicht?“, lacht er nachdenklich verschmitzt. „Auch Träume sind vergänglich“, „Wenn die Schritte langsamer werden“ oder „Windgerecht unterwegs“ sind deren originelle Titel.   



KIRN. sept.2009. Ramon Chormann gab alles und kam im Kirner Gesellschaftshaus im Rahmen seiner Herbsttournee vor fast 400 Besuchern prächtig an. Nach drei Stunden wurde er mit Applaus stehend gefeiert, „de Pälzer“ verstand bissig, teils urkomisch sein Publikum amüsant zu unterhalten.

 In kürzester Zeit eroberte er die Bühnenbretter, hat seine Zielgruppe gefunden und sich als „De Pälzer“ einen Namen und beliebt gemacht. Vor Wochen bereicherte er die Meddersheimer Weinprobe, und viele aus der Region wollten den „kumpelhaften Typen“ wieder sehen. Ein „Schnuddemacher“ ist er, nicht zufällig heißt sein nächstes Programm 2010 so.

Vom Verwaltungsfachangestellten und Chorleiter trat der echte Bischheimer Bu` aus dem Nordpfälzer Bergland um KIB über die Mainzer Fernsehfasenacht als wahrer „Shootingstar“ ins Rampenlicht. Seit 1992 steht er in seiner nordpfälzischen Berglandheimat in der Bütt`, er schaffte als „Pälzer“ bei den Mainz-Mombacher Bohnebeitel in diesem Jahr den  Durchbruch. Daraus macht er keinen Hehl: Glaubhaft und mit der sprichwörtlichen Träne im Knopfloch dankte er dem „besten Kirner Publikum“, dass er das machen kann und darf, was ihm gelungen ist: Menschen zum Lachen bringen.

Bilder 1669-1670- sept. 2009. Mal schnippisch eingebildet, mal frech-frivol, niemals aber unter der Gürtellinie servierte der Pfälzer-Mundart-Comedian par Exzellent im Kirner Gesellschaftshaus „Hausmacher“-Spezialitäten. Dialogisch spontan „fetzte“ er sich schon in Profimanier in der Aufwärmphase mit seinem Publikum und fragte lauthals Besserwisser aus dem Publikum: „Willst du` es liewwer erkläre?“ Einem Geisterfahrer ist er Hinten drauf gerauscht, unmöglich diese Penner! Natürlich sind jene fiktiven Zeitgenossen wie „Dummbeidels Heinz“, „Schlappmauls Elvira“ oder „es Zuchtheislersch Annemarie“ auch in Kirn wieder mit von der Partie. Musikalisch werden Kirner Mitswinghits am Flügel gesungen und natürlich kommt sein Hit der Kampagne „Ei, ei, ei, do geht jo garnix...“ super an und wird frenetisch gefeiert. Ein Markenzeichen von Ramon Chormann ist, wenn er sich wieder einmal wie von einer Tarantel gestochen fuchsteufelswild in rage steigert, und wie ein wild gewordener Bettvorleger über die Bühne fegt: „Do könnt` ich mich moins schon widder uffresche...!“ Bei Chormann ist oft das eigene Ich Stolperstein und letzte Instanz, die es humoristisch zu zähmen gilt. Politische Satire als rotes Tuch fehlen wie der sprichwörtliche rote Faden gänzlich: Wenn man keinen Faden hat, verliert man den auch nicht! Es gibt genug Alltägliches: Wenn die Tür im Dönerladen seit sieben Jahren klemmt, und in Mustafas Zeitung in einem Wort fünf ü stehen, ist da was faul. So was muss öffentlich tabuisiert werden! -sagt er.Nach der Pause preist er geschäftstüchtig wie der „Wahre Jakob“ Merchandisingartikel mit seinem Konterfei an. Natürlich darf Hausmacher Worscht mit Senf und Gummer samt Beschreibung, wie die „Wurscht vun de Sau in die Dose kimmt“, nicht fehlen. „Blutwurscht, Leewerworscht un?, - nee! Schwartemage absolut net! Brotwurscht ja!“, gibt er vor. Seine Gäste nimmt er mit auf einen Streifzug durch die Pfalz, zum FCK, zum Hambacher Schloß und Kohls Saumagen. Pfälzer haben mit dem einzigen Wort „Ouw“ die Gabe, Dinge komprimiert auf den Punkt zu bringen. Vergleiche und Rechenkünste sind nicht ohne, wenn er den Stundenlohn des Schornsteinfegers hochrechnet und auf 1000 Euro kommt. Jung und Alt, der „Generatorenkonflikt“ wird thematisiert. Die Telefonabzocke samt Tarifdschungel nimmt er aufs Korn: „Was bitteschön heißt Telekom-Service-Center? Seit wann hat die Telekom einen Service? Und mit wem soll ich einen Tarifvertrag haben?“ Stehender Beifall war verdienter Lohn.




Drei Handwerksmeister kennen noch Altes Handwerk

REGION.OTZWEILER / KIRN./ KAPPELN. Die drei Handwerksmeister Jochen Barth, Guido Kleyer und Stefan Weiß arbeiten als Individualisten und Kumpels eng zusammen und starten voll durch. Jeder als „Ein-Mann-Betrieb“, bewahren sie alt überlieferte Traditionen, Zunft und Handwerkskunst. Auf der Meisterschule des Handwerks in Kaiserslautern haben sie in diesem Millennium die Prüfung mit Bravour abgelegt, und jeder hat trotz „Flaute in der Baubranche“, trotz „überproportional steuerlicher Belastungen der Leistungsträger“, trotz düsterer Zukunftsprognosen und –perspektiven seit 2001 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und nie bereut!

Bild 1728: Jochen Barth, links Bild 1729: Guido Kleyer, rechts Bild 1730: Stefan Weiß, rechts

     Sie helfen sich aus und ergänzen sich ohne Konkurrenzneid bei vielen Baustellen der Region wie in der Seesbacher Kirche, in Heimweiler oder der Martinsteiner Gänsmühle. Beim „Tag des Holzes“ in Hochstetten und jüngst beim Dorffest in Kappeln mit tausenden Besuchern hatte das Trio einen Gemeinschaftsstand. Hunderte blieben stehen und staunten. Filigrane und individuelle Handarbeit in Sandstein oder Eichenholz ist auch in „Geiz-ist-Geil-Zeiten“ hoch angesehen und geschätzt. „Unsere Frauen haben alle einen festen Beruf!“, räumte Steinmetz-und Steinbildhauermeister Jochen Barth (30) schmunzelnd und nicht ohne Hintergedanken auf mehrfache Nachfragen mit dem Vorurteil „...Handarbeit ist unbezahlbar“ als größtem Hindernis und Hemmschwelle auf.....  Der gebürtige Meckenbacher wohnt in Kirn, hat seit Jahresbeginn in Hochstetten-Dhaun den Alten Bahnhof zu seiner Werkstatt gemacht. Naturstein als Material genieße Ewigkeitsanspruch: „Ein Grabmal entsteht nicht allein, weil ein Mensch gestorben ist, sondern weil er gelebt hat“, sagt Jochen Barth ;- er definiert neue Gestaltungsansätze und will für die Hinterbliebenen Orte des Trostes und individuelle Stätten der Erinnerung schaffen. „Sauber geschafft. Ia ehrliche Handwerkskunst“ das hören sie alle gern, das sei ihre beste Visitenkarte. 90 Prozent ihrer Aufträge erhalten sie durch Mundpropaganda. Die drei sind Individualisten, filigrane Meister alter Schule. Aber kann man von Komplimenten leben? Ja sagen sie, dank ihrer Partnerin! Die wirtschaftliche Lage sei sehr schwierig, die Region Strukturschwach. Durch Kurzarbeit werden private Aufträge storniert oder zeitlich geschoben. Einziger Lichtblick oft für Investoren: Die Förderung im Rahmen der Dorferneuerung.

Stefan Weiß: "Hab Ehrfurcht vor dem Alten und Mut, Neues zu wagen...." Zimmerer Guido Kleyer: "Gut geschafft...", das hört man gern! Jochen Barth: Ein Grabmal entsteht nicht allein, weil ein Mensch gestorben ist....

    Keine Komplimente gibt’s zum Tag des Offenen Denkmals: „Rheinland-Pfalz ist gegenüber Thüringen, Sachsen oder Bayern in der Denkmalpflege Entwicklungsland!“, sagt die langjährige Lebenspartnerin von dem Kappeler Tischlermeister Stefan Weiß (36), Restauratorin Anne Büttner, mit Nachdruck und ohne Kompromisse. Über etwas anderes macht sich Berufsschul-Lehrerin Natalie Krämer, seit neun Jahren mit dem Heimweilerer Zimmerermeister Guido Kleyer (41) liiert, Gedanken: „Das Wissen über Tradition und alte Handwerkskunst bleibt in der Schule!“. Früher waren alte massive Türen nur halb so dick wie heute, Schlösser meist aufgesetzt. Bei heutigen Energieverordnungen, DIN, Euro- und EC-Sicherheitsnormen bleibe Kreativität, jene uralt überlieferten Praktiken, meist Wunschdenken.  „Der Blick in den Geldbeutel setzt die Maßstäbe“, bedauert das Trio. Dies wurde beim „Tag des Holzes“ in Hochstetten sichtbar, wo dicke und industriell gefertigte Kunststofftüren als Meterware dominant waren. Künste am Bau, wie sie noch vor dem Krieg bis 1940 praktiziert wurden, mit Dachüberstand, Schrägen als Windschutz, Wetterschenkel oder Wassernasen als Profil gingen verloren, würden gänzlich ignoriert. Altertümliche Holzverbindungen, Holznägel oder Holzzapfen bis hin zum konstruktiven Holzschutz? Keine Nachfrage. In Neubaugebieten gehe der Stil ganz verloren, das Abheben aus der Masse sei völlig aus der Mode gekommen: „Nur was billig auf dem Markt ist, wird verbaut. Dabei sind Türen und Fenster das Gesicht eines jeden Hauses, sinnieren sie. Jeder muss kämpfen, aber jeder hat seine Nische gefunden. „Habe Ehrfurcht vor dem Alten, und Mut, das Neue zu wagen!“, diesen Leitgedanken des Jugendstil-Architekten Joseph Maria Olbrich beflügelt den Kappeler „A-Capeller“-Solisten Stefan Weiß (36), der seine ganze Schaffenskraft quasi wie ein Brückenbauer zwischen Alt und Neu versteht. „Die Natürlichkeit des Holzes zu erhalten, die Oberfläche auf Naturharzölbasis oder mit historischem Lacke wie etwa dem Schellack veredelt, wird der Werkstoff Holz mit der Zeit immer schöner“ ist sein Credo.



Eichenauer Bilder haben neue Heimat in Kirn!

   Mai 2009- KIRN. „Angekommen und angenommen“ in Kirn; - treffender könne der Leitspruch für die Kunstausstellung mit 64 Exponaten als erster Teil der Franz- und Ute Eichenauer-Stiftung der Stadt Kirn nicht gewählt werden, befanden alle Redner: „Hinter der mächtigen Silhouette des Bürgermeisters der Stadt hat Kunst in Kirn eine Heimat gefunden“, rühmte Laudator Gerd Danco während der Vernissage im Gesellschaftshaus vor vielen Gästen.

Bild 1403: Großer Bahnhof im Kirner Gesellschaftshaus für 64 Exponate!   Bild 1404: Familienangehörige, Gäste und  Besucher bei der Vernissage im Mai 2009 Bild 1405: So sehen Sieger aus: Danco, Wagner, Färber und Klöckner, von li.

   Nach der Karlheinz-Brust-Stiftung sei dies ein weiteres, „höchst erfreuliches kulturelles Ereignis“, resümierte der Kirner Bürgermeister Fritz Wagner und es ging alles ganz schnell: Am 19. November 2008 sei die Stiftung von der Stadt eingerichtet und von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier am 19. Januar 2009 als rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts anerkannt, bewunderte die illustere Gästeschar 38 Exponate von Franz Eichenauer und 26 von Ute Eichenauer Best als ein kleiner Querschnitt aus dem Lebenswerk der beiden Künstler. Den Stellenwert der Kunst in der Kommune auf freiwilliger Basis, den Aufbau und Förderung der Kultur in den Städten und was urbanes Leben überhaupt ausmacht, darauf blickte der frühere Bürgermeister Gerd Danco zurück. Die Banken- und Wirtschaftskrise fördere dagegen Zahlen zutage, die der Bürger nicht einmal schreiben und in seinem Ausmaße deuten und ermessen könne, wetterte Danco und erinnerte an Zeiten, als drei Ölgemälde die einzig wahren Schätze im Kirner Rathaus waren. Eindrucksvoll wie die Bilder selbst interpretierte und charakterisierte der Laudator die Schaffenskraft der Künstler, deren Werke kraftvoll und von „unvergänglicher Schönheit und transparenter Zartheit“ als Schätze es wert seien, erhalten zu werden. Danco sagte den universellen Künstlern und liebevollen Menschen Kunstverstand und Humor nach: „Nun sind die Schätze und Arbeiten der Schöpfer angekommen, aber auch dankbar angenommen in Kirn“. Seit den 1960-er Jahren habe das Künstlerehepaar Eichenauer stets einen tiefen Kontakt und die Nähe zur Stadt gepflegt. Der Sohn des Künstlerehepaares Dr. Rolf H. Eichenauer dankte der Stadt, Banken, Sponsoren und dem Stiftungsrat mit herzlichen Worten. Der Nachlass habe auch bei den Mitarbeitern in der Verwaltung Interesse und Begeisterung erfahren, namentlich  dankte der Sohn Agnes Gewehr und Fritz Wittko. Tochter Claudia Frey (geborene Eichenauer) führte unentwegt die Gäste durch die Ausstellung, stand Rede und Antwort. Die Feierstunde umrahmten von der Musikschule Kirn-Meisenheim-Bad Sobernheim Philipp Schell (Geige) und Johannes Schöche (Mainz) am Klavier mit brillant vorgetragenen Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Morris Ravel. Die gezeigten Werke von Franz Eichenauer beinhalten neben abstrakten Kompositionen überwiegend Landschaftsbilder in Acryl oder Aquarell-Technik. Ute Eichenauer-Best hinterlässt zahlreiche Landschaftsbilder, Stillleben, Aquarelle und Zeichnungen, und sie war vertraut mit der Restaurierung des Kreuznacher Gladiatoren-Mosaikbodens. Die beiden Kunstschaffenden gehörten der Künstlergruppe Nahe an, für die Vorsitzende Hannelore Hilgert ein Grußwort sprach.

>>>Die Ausstellung als erster Teil von fast 500 Werken ist im Kirner Gesellschaftshaus noch bis 17. Mai zu sehen.



Im "Gelben Haus": „Ich ein Jud“ – die Seelenqualen des Judas!

MEISENHEIM. –hey- MÄRZ 2003: Beeindruckend und beklemmend ist das anspruchsvolle  Monolog-Stück „Ich, ein Jud?“, das Friedrich Mayer zurzeit vor ausgewähltem Publikum im Keller des „Gelben Hauses“ probt: Die neuen Hausherren des 700 Jahre alten, markanten Meisenheimer Zweckbaus haben eine bunt gemischte Zuhörerschar jeden Alters und jeden Standes, Weggefährte und Freunde in das kleine "Kellerverlies" zur Generalprobe eingeladen. Nur 24 Gäste finden Platz. Authentisch soll die Szenerie wirken, einen Spannungsbogen aufbauen. Aus biblischer Handlung vor über 2000 Jahren im alten Jerusalem bis in die heutige Zeit, wo Judas Ischarioth eine flammende Verteidigungsrede für seinen Verrat hält. 

Bild1202-1203-1204 --März 2003

Schemenhaftes Licht untermauert mit großen Schatten das theatralische Schauspiel im getünchten Kellerraum. Und der alte Haken an der Decke verfehlt ebenso wenig seine Wirkung wie ein mannshoch- mahnendes Kreuz: Bekanntlich erhängte sich Judas, der Verräter: "Ich, ein Jud" rückt in den zentralen Mittelpunkt, dessen Geschehen mit den Worten "Gegrüßet sei`s Du, Rabbi!" seinen verhängnisvollen Verlauf nahm.  Dieses Stück faszinierte den passionierten Laienspieler von der Sekunde an, als er das Manuskript in Händen hielt. Es ist keinesfalls eine einfache Inszenierung, weder für die oft zusammenzuckenden Gäste, noch für den erprobten 64-jährigen Darsteller selbst. Diese Zweifel und Fragen, dieses "was wäre wenn", mit denen die Besucher letztendlich im begleitenden, wehklagenden, einem  Hostiengesang gleich, allein gelassen werden....
Was wäre wirklich gewesen, wenn Judas Ischarioth nicht für 30 Silberlinge Jesus verraten hätte und warum ließ der allmächtige Vater dies überhaupt zu? Warum erhängt sich ein Verbrecher und war es überhaupt Verrat? Und wer ist Judas? Die von Rhetorikprofessor Walter Jens verfasste Verteidigungsrede gibt Einblick in die Innenwelt des Angeklagten und ist Allgegenwärtig.  Das Urteil im Spiegel zweier Jahrtausende, den Prozess von Seiten der Inquisition, die Verhöhnung durch die Kunst, das Gezeter der Frommen in aller Welt,... der Katholiken,...Protestanten ...der Orthodoxen,  all das lassen den monologagierenden Akteur mit seiner sensiblen Körpersprache, seiner klaren Mimik und Gestik lauthals aufschreien:  

"Ich, der Teufel? Judas, der Mörder von Anbeginn an? Judas, Gottes vergessener Sohn?- Nein! Das habe ich nicht verdient. Diese Logik;- Nachdenken kann ich doch wenigstens verlangen!".Tiefatmend resignierend fährt "der Jud" in einer unnachahmlichen Paraderolle fort: "Dabei war ich fromm, der Frömmste in seinem Gefolge. Aber einer musste es auf sich nehmen, in Gottes heiligem Drama. Nur ich allein war würdevoll und stark dafür, den Part des Vollstreckers zu spielen. Ich hatte zu zeigen, wozu Satan bereit ist und wo seine Grenzen sind. Es gab keinen anderen Weg, als mich zum Stellvertreter des Teufels zu machen." Und der Hauptdarsteller haderte fragend mit sich selbst und der Welt: "Angenommen ich hätte Nein gesagt in der Sekunde, da Jesus mir befahl, nicht länger zu zaudern. Gesetzt ich hätte mich geweigert, wäre ich nicht dann an Gott zum Verräter geworden?. Ohne Judas gäbe es das Kreuz nicht, ohne das Kreuz nicht die Kirche. Ohne mich als den Überlieferer keine Botschaft, dass wir erlöst sind!". Nachdenklichkeit und aufgewühlte Stille macht sich breit.

 Jahrzehntelang  hauchte Friedrich Mayer in vielen Stücken und Kindermusicals jedweden Gestalten Leben ein. Das Laienspiel hat ihn immer gefesselt, fasziniert: Unvergessen bleibt Manfred Hausmanns Mysterienspiel der "Dunklen Reigen" 1979. Nach den Generalproben geht der in Namibia geborene und über drei Jahrzehnte in Becherbach bei Kirn tätige frühere Pfarrer und begeisterte Chorsänger auf landesweite Tournee. Spielorte sind im Westerwald, in Haberschlacht im Hohen Lohe- Kreis, am Gründonnerstag in Speyer und tags davor, am 16. April werden in der Meisenheimer Synagoge 40 Stühle für Besucher gestellt, für "Ich, ein Jud!", und einen ganz brillanten Friedrich Mayer. 




Seit über 20 Jahren: "Luff" ist ein gefragter Star-Karikaturist 

  KIRN-LAND. –Hey- .Rückblick: Zur ersten Ausstellungseröffnung im September 2003 des in Hennweiler lebenden Karikaturisten Rolf Henn strömte eine illustere Gästeschar in den VG- Sitzungssaal, wo Erster Beigeordneter Heinz Herrmann begrüßte. In mehr als 70 Rahmen auf den Fluren hingen 135 ausgewählte Exponate und Zeichnungen aus 15 Jahren tagtäglicher Arbeit, die bisher in Waldenbuch bei Stuttgart zu sehen war:  Hochkarätige Laudatoren verliehen augenzwinkernd dieser ersten Vernissage in der Heimat des Hennweiler Künstlers mit dem Pseudonym "Luff" Glanz und Glamour. 

"Es ist besser von Luff gezeichnet zu sein, als vom Schicksal" mit diesem pathetischen Ausspruch schloss der Honorarprofessor für Vorlesungen in Punkto Köpersprache an der Universität Münster, Professor Dr. Walther Keim aus Homberg/ Efze seine rhetorisch brillante Laudatio. Der Leiter des Presseinformationsdienstes des Deutschen Bundestages bis zu seinem Umzug nach Berlin gilt als Deutschlands "Karikaturen- Papst" schlechthin und hat die politisch-spitzfindischen Federstrichzeichnungen bei immerhin vier Bundespräsidenten hoffähig gemacht. Mit einer politischen Karikatur werde ein Zeichen gesetzt, ein Denkanstoß fürs Volk und dem Politiker ein Magenbitter gegeben: "Karikaturen sind Zeitzeugnisse von Zeitgenossen, sie stellen bloß und fest, adeln und tadeln, stehen im Duden zwischen Karies und Karitas, sie begleiten uns, verkleiden und entkleiden, sind ein warnender Beitrag blinder Autoritätsgläubigkeit und optisches Juckpulver, das den Betrachter zwingt, sich zu kratzen". Rolf Henns Zeichnungen seien Strich für Strich auf den Punkt gebracht, genial, seien Hammer und Ambos zugleich, er liefere täglich in zahlreichen Tageszeitungen und Publikationen den Cognac zum Morgenkaffee. "Wir brauchen die Provokation der Karikatur, wo sonst hat man in der Politik noch etwas zu lachen?", fragte Keim, zitierte Göthe und sah momentan schwierige Zeiten für Kunst und Kultur. Mit Professor Hermann von Saalfeld, einem Dozenten für Zeichnen und Trickfilm an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz war ein weiterer Mentor und "Luff"`s wichtigster beruflicher Wegbegleiter nach Kirn gekommen, der seinen Stolz gegenüber "diesem Überflieger" nicht verheimlichen wollte. Rolf Henn ist leidenschaftlicher Segelflieger, habe sich Kolleg0en oder "Altmeister wie etwa Horst Haizinger genau angesehen", sei aber seiner unverkennbaren "Luff-Linie treu geblieben", meinte von Saalfeld zum Werdegang und Stil des 1956 in Idar- Oberstein geborenen Industrie- und Grafikdesigners und vierfachen Familienvaters. Monica von Saalfeld stellte ihr virtuoses Können unter Beweis und umrahmte die Feierstunde auf dem Klavier. Klar, dass "Luff" das tat, was er mag und von der Pike auf gelernt hat. Er zeichnete und erhielt spontanen und lauten Applaus aus dem gut aufgelegten Auditorium, wenn er seine Portraits in Reimvers kommentierte. Ob Kohl, Schröder, Künast, Westerwelle oder Stoiber, "Luff" malt sie alle, Großkopferte, Möchtegerne oder Oppositionelle: "Topmodisch ist die Helmfrisur, darunter kommt Gesicht hervor..." begann er einen Federstrich und die Gäste riefen schon im Chor: "Angie- Angie" - Angela Merkel. Man sagt Rolf Henn eine originelle Darstellung und Formensprache nach, weder konventionell noch progressiv. Seine gezeichneten Gesichter und Gestalten werden nicht zu Fratzen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und auch nicht hämisch dargestellt, sondern sind klar erkennbare Illustrationen: "Es ist unglaublich, wie man mit wenig markanten Strichen so vieles zum Ausdruck bringen kann", war Kirn- Lands Beigeordnete Karin Emmert aus Simmertal begeistert, während Becherbachs Ortsbürgermeister Werner Barth auf dem Flur staunte: "Lo bräucht mer de ganze Dach, fer se gucke und se sortiere!". Und was bedeutet das Pseudonym "Luff" eigentlich? "Es war als kleines Kind der erste Versuch, meinen Vornamen richtig hervorzubringen", schmunzelt einer aus Kirn-Land, dessen Karikaturen von den Alpen bis zum Nordseestrand berühmt sind. Kompliment „Luff“! Chapeau! B.M.HEY  



Spektakulärer "Heimat"- Dreh am Kellenbach 

"Ein filmisches und erzählerisches Meisterwerk findet seine Fortsetzung" so warb ein Produktionskonsortium aus gut einem Dutzend Geldgeber und dem Land über Heimat III, die an Weihnachten 2004 gesendet wurde. Wir waren bei den spektakulären Dreharbeiten dabei! 

Bild 1215- 2003: Hauptdarstellerin Nicole Schößler (v.li.) und die Film-Crew "produzieren" wilde Wasserfontänen 1216: Der Produzent, Edgar Reitz, sein Sohn + Monika Unrath (Kolpingfamilie  Kirn), Garderobiere !sind geschafft (v.li.) Bild 1217: Ein Kind wird spektakulär am Kran hängend in Sicherheit gebacht. Action-pur an der Anzelfelder-Mühle!

Bild 1218: Heimat III-Star Nicola Schößler

Der 1932 geborene Regisseur Edgar Reitz ließ  Filmcrew, Komparsen, Stuntfrauen und Wehrmänner wissen, wie wichtig ihm diese Aufnahmen im Kellenbachtal hinter Gehlweiler sind: "Seit gut anderthalb Jahren ist dieser Drehtag bis ins kleinste Detail geplant!". Und bis die erste Klappe fällt, müssen unzählige Male Kameraeinstellungen und Schwenks mit Komparsen sprichwörtlich ins "rechte Licht" gerückt werden. Den Henauer Berufssoldaten Hermann Kilz kennt man in seiner Freizeit als Theater spielenden Hünen, und er stand mit seinen "Künstlerkollegen vom Schwarzerdener FSV 2003 mit dem Stück "Baby wider Willen" auf Bühnenbretter. Bei Heimat II hatte er eine ganz andere Funktion:  

Wehren aus Henau Gemünden, Gehlweiler, Schlierschied, Woppenroth, Lindenschied, Rohrbach und Dickenschied mit 66 Wehrleuten schrieben Filmgeschichte hautnah, teils als Komparsen, in jedem Falle aber als Akteure hinter den Kulissen mit: Gleich mit acht TS 8-Pumpen und 16 B- Schläuchen sorgten die Wehren zwei Tage lang für "Weltuntergangsstimmung" und Actionkulisse. Dei Handlung ist dramatisch: Das Ernst-Simon-Museum wird durch einen Wassereinbruch überschwemmt und geht im wahrsten Sinne des Wortes "den Bach ´runter!". Eine Holzbrücke stürzt ein, Baucontainer kippen spektakulär in den Simmerbach. Als die Tür durch Wassereinbruch gesprengt wird, liefern alle Pumpen bis maximal zehn Bar und somit über 10.000 Liter Wasser in der Minute. Erwachsene und Kinder werden mit Kran abgeseilt, verlangen Badetücher, Wolldecken und frische Wäsche, die ihnen Monika Unrath aus Simmertal (Theaterchefin der Kolpingfamilie Kirn) reicht. Zwölf Stunden Drehzeit für zwei Minuten Film sind keine Seltenheit. Mit dabei die 30-jährige Nicola Schößler: Sie ist in Darmstadt geboren, familiär in Irmenach verwurzelt und lebt in Berlin. Als "Lulu" spielt sie Simone Simon und wird als Newcomerin und Nachwuchsstar hofiert. Ganze Arbeit am "Set" liefert Kameramann Christian Reitz. Der Sohn des Regisseurs geht ganz souverän und professionell mit überlegter Ruhe und Disziplin vor. Die dritte Staffel beginnt zeitlich mit dem Mauerfall am 9. November 1989 und verknüpft erstmals ost- und westdeutsche Lebensläufe bis ins Jahr 1999. Zum Stoff der Saga gehört auch die Liebesgeschichte zwischen Clarissa Lichtblau und Hermann Simon, die gegenüber der Loreley im fiktiven "Günderrode-Haus" gedreht wurde.


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An drei Eisenbäumen von Künstlerschmied Wolfgang Ax wachsen Erinnerungen!

Bild 525: Im Mai 2008 wurde der erste Eisenbaum vom Lions-Club Kirn/Mittlere Nahe an der früheren Fundgrube enthüllt Bild 526: Er erinnert an den Kirner Dr. Karl Kötz.   Bild 527: Weitere Unikate wie am August-Bebel-Platz Bild 528: .... oder am Teich (Ex-Gerberei) kamen hinzu!

   KIRN. Das Geheimnis des Eisenbaumes ist gelüftet. In Erinnerung an den bekennenden „Kirner Bub“ Dr. Karl Kötz (1914 -2005) wurde im Beisein zahlreicher Bürger und Mitglieder des Lion Clubs Kirn / Mittlere Nahe die Skulptur des Weitersborner Kunstschmied Wolfgang Ax gegenüber dem Rathaus enthüllt (wir berichteten). Namentlich begrüßte deren Präsident Peter Fettig die illustere Gästeschar und Familien-Nachkommen. Er  stellte die dienenden Ideale und hehren Ziele sowie das weltweite und lokale Engagement des 1916 im US- Staat Indiana gegründeten und seit 1951 erstmals in Düsseldorf  im Vereinsregister eingetragenen Lions Clubs vor. Der Meisenheimer nannte zwei Dutzend Lions- Hilfsprojekte auch aus hiesiger Region und erinnerte an die Verdienste von Dr. Karl Kötz: „Ganz oder gar nicht“ habe seine Lebensphilosophie im positiven Sinne geheißen. Halbe Sachen habe Kötz nicht gemocht. Den Dingen auf den Grund gehen, sei sein Bedürfnis gewesen. Kurz und knapp stellte Wolfgang Ax sein Kunstwerk vor, das in gut zehnwöchiger Arbeit entstand: Im Wipfel sitzt eine Fledermaus, am Stamm eine Eidechse. Filigran herausgearbeitet die Unikate Schwalbenschwanz- und Tagpfauenschmetterling, sowie drei Raben: Einer hat ein Gebiss, der andere eine Brille und der dritte einen Füller im Schnabel, alles Utensilien des geehrten Mediziners. Und am Stamm steht ein Hund und setzt beinhebend seine Duftmarke, damit „kein anderer ´dranpinkelt“, so die spitzbübische Version des Weitersborner Künstlerschmieds. Der Standort zwischen der „Galerie Rathaus“ und dem geplanten Museum (Ex- Fundgrubengebäude) bezeichnete Bürgermeister Fritz Wagner als „ideale Ergänzung im Stadtbild“ und dankte namens Rat und Bürgerschaft für diese erneute Spende des Lion-Clubs. Unter dem Schmetterlingssymbol kann sich Wagner künftig weitere kreative Ideen künstlerischer Gestaltung, etwa in Art eines Rundganges, in Kirn vorstellen. ( 2008 wurden zwei weitere aufgestellt!)  

Wer war der Kirner "KK"? Dr. Karl Kötz wurde am 22. Oktober 1914 in Euren bei Trier geboren und verbrachte seine Kindheit in Kirn. Nach dem Besuch der Stadtschule Kirn legte er an der Schillerschule (dem heutigen Göttenbach Gymnasium) in Idar- Oberstein sein Abitur ab. Eine Ausbildung zum Volksschullehrer absolvierte er in Dortmund und in der Alten Schule in Krebsweiler (heute Heimweiler). Nach Studium der Zahnmedizin an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz war er mit seiner Frau, Sanitätsrätin Dr. Maria Kötz, als niedergelassne Zahnärzte in Fischbach/ Weierbach tätig. Er war ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Mainz. Für seine Tätigkeit in der Zahnärztekammer wurde ihm Ehrennadeln verliehen, er war Träger des Verdienstordens des Landes Rheinl-Pfalz. Dr. Karl Kötz war bekennender „Kirner Bub“. 1975 Mitbegründer des Lions Club Kirn /Mittlere Nahe und als „Lions-Karl“ ab 1978 dessen dritter Präsident und später auf Distriktebene sehr aktiv.



VOBA 2007: 13. Ausstellung von 13 Malerinnen und Künstlern

Bilder:1098-1099-1100: KIRN. Unterwegs im Leininger Land waren vom 6. bis 10. Juni 2007 13 Malerinnen und Maler. Neun von ihnen legten nun Pinsel und Palette beiseite und stellten in Feierlaune und Festgarderobe ihre 22 Exponate bei der 13. Bilderausstellung in der Kirner Volksbank am August-Bebel-Platz aus. Bei der Vernissage war es proppenvoll, als Harry Allmann Gäste und begeisterte Hobbykünstler um ihren Kirn-Sulzbacher Mentor Karlheinz Brust begrüßte. Altbekannte Namen waren mit von der Partie. Für die Besucher sicherlich „eine spannende Angelegenheit, der Funke der Kreativität und offene Geist der Künstler, das Gefühl eins zu sein mit allem Lebendigen, springt auf den Betrachter über und macht Kunst sichtbar“, sagte Künstlerkollege Herbert Hess aus Hoppstädten bei seiner Einführungsrede. Gabi Erbach wurde in diesem Jahr von der Jury die besondere Ehre zuteil, ihr Motiv „Auf und ab, Neuleiningen“ in Aquarell und Tusche auf Leinwand als Plakat- und Einladungsbild zu verwenden und auf einer Staffelei zu präsentieren. Der Bildaufbau eines Eckhauses sei einfach aber genial komponiert, lade zum Auf-und Abschweifen in dem malerischen Ort ein, rühmte der Laudator. Erlebtes und Gesehenes spiegelt sich in den Kunstwerken wieder, Helga Dudda legte in ihrer Bleistiftzeichnung viel Wert auf korrekte Detailwiedergabe. Die gebürtige Kirner Künstlerin Andrea Glocke schuf mit dem „Derkumer Zwersch“ in einem originellen und lebensfrohen Bild in Acryl mit Weck und Wurscht eine Phantasiefigur. Mischtechniken bevorzugte Andrea Hollinger bei zwei unterschiedlichen Arbeiten und Motiven, während Elisabeth Külper ihren Blick durch Tor- und Fensterbögen in irreales Licht lenkt und ihr Acrylwerk „Blaue Vergänglichkeit“ nennt. Sigrid Lehnen setzte „Das Baumungeheuer“ sehr kreativ in bizarrer Form von Bild und Spiegelbild gekonnt in Szene. Bruno Schubert malte in der 30 Hektar großen Neuleininger Weinbergslage Sonnenberg Aquarelle in zarten und harmonischen Tönen aus ganz eigenen Perspektiven. Sehr flott, lebendig und dennoch gefühlvoll sind Unikate von Margot Seibert, die eine vielfältige und facettenreiche Ufervegetation einfing und ihr Aquarell „Stimmung am Eiswoog“ nannte. Marianne von Kowalkowski präsentierte in Stillleben die Klosterruine Limburg in allen Formen ihrer Graphitzeichnung. Neben Andrea Hollinger dankte auch Karlheinz Brust bei der 13. Vernissage der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern um Christine Haubert: „Verschiedene Weine, feinste Häppchen quasi als Gaumenschmaus und Hommage an die Künstler sind in dieser herzlichen und persönlich-privaten Atmosphäre der rechte Ansporn. Ein herzliches Dankeschön!“. Musikalisch umrahmten die Töchter Anna und Eileen Hollinger eingangs mit einem Trompetensoli und mit Violine und Klavier die Vernissage.



Juni 2008:  Einzigartige  "MUSIKALISCHE  PFERDENACHT“  perfekt  inszeniert

SYMPHONISCHES  BLASORCHESTER OBERE NAHE (SBO), REITER UND PFERDE BEGEISTERTEN ZUSCHAUER  VOR AUSVERKAUFTEN RÄNGEN AUF BÄRENBACHER NAHEWIESEN - JAHRESHÖHEPUNKT 2008!      

Die erste "Musikalische Pferdenacht" mit dem Symphonischen Blasorchester Obere Nahe machte seinem Namen alle Ehre und wurde zum "Sommermärchen 2008": Eine Veranstaltung auf "höchstem Niveau - einmalig in Deutschland“ hatte die 545-Seelen-Wohngemeinde in Kirn-Land im Rahmen ihrer 900 Jahr-Feierlichkeiten geworben und legte die Messlatte sehr hoch. Bundesweit mit Lifemusik einmalig, weil selbst im berühmten Warendorf die Musik vom Band kommt!  Mensch und Tier ließen sich mitreißen von der Atmosphäre, gingen eine zauberhafte Symbiose ein! Auf elf Hektar waren „Im Wiesengrund“ Zelte und Restauration, Pferdeställe, Park- und Abreitplätze sowie eine "Bühnenmuschel"  für das Orchester und eine Sitztribüne mit 1648 Plätzen aufgebaut. Viel Liebe zum Detail wurde nicht allein in großen Blumenarrangements sichtbar, die Gastgeber druckten über 300 Helfer-T-Shirts!

Bild 494: "Willkommen" am Info-Punkt! 495: Schauplatz war auf den Nahewiesen 496: H. Weinz, J. Lorenz, D. Klein (v.li.)

Einzig kalt wars, aber das lag nicht in Bärenbacher Hand. Viele Zuschauer hatten Decken über ihre Knie gelegt, Kinder waren gut „eingepackt“. Die Bärenbacher Kutschenfreunde mit majestätischen Friesengespannen chauffierten zur festlichen Einstimmung und zur Fanfare „La Peri“ Ehrengäste, Organisatoren und Sponsoren zur Ehrenrunde. Ein prächtiges Bild mit den Islandfreunden Oberlemp und der Stelzengruppe Thomas Krenn zauberte Choreografin Irmgard Wieczork;  - „Hymn of the Highlands“ von Philip Sparke intonierte dazu das SBO. Springreiten der deutschen Spitzenklasse mit Hans-Günter Klein und Edgar Langen waren eine Augenweide ebenso wie das Westernreiten mit Jessica Pesi, Sarina Korb und Nadine Weber von der Kirner Reitanlage in der Nägelspitz. Dann spielte das Orchester „The Incredibles“ des Amerikaners Michael Giacchino. Übersetzt heißt dies unglaublich, was Dirigent Jochen Lorenz als Resümee und Huldigung der Musikalischen Pferdenacht wertete: „Vielfalt und Perfektion sind unglaublich. Unglaublich was man mit Enthusiasmus auf eine Wiese zaubern kann!“. Dutzende Glückwünsche, auch von zahlreichen Bürgermeistern wie Peter Steffens (Limbach), Frank Müller aus Otzweiler, Fritz Wagner aus Kirn oder Bruno Zimmer (Idar-Oberstein) nahm Gastgeber Jürgen Schmidt entgegen.  DEN ATEM ANGEHALTEN:  Beifallsstürme gab es für die beiden Kirner Damen Frauke Bischof-Means (28) und Carolin Haslinger (24), beide voltigieren seit über 20 Jahren, sind amtierende Landesmeister im Doppelvoltigieren und wurden vor Wochenfrist Süddeutsche Vizemeisterinnen. Handstand, turnerische und tänzerische Elemente in Harmonie mit dem Pferd in Vollendung. Die Longe führte Rosi Röper. Kaderschmiede seit über 12 Jahren ist der RV Idar- Oberstein: „Das war traumhaft. Ich habe den Atem angehalten, ich hätte sterben können vor Angst“, fieberte Bettina Schmidt aus Bärenbach mit. „Vor solcher Kulisse in solch Ambiente etwas Besonderes“, freuten sich die Damen, noch bei der Generalprobe machte ihr Hengst „Captain Crash“ zu temperamentvoll seinem Namen alle Ehre! Nach 22 Uhr begann der zweite Teil mit der beim Publikum sehr beliebten Ouvertüre von Franz von Suppe` „Leichte Kavallerie“. Die film- und TV erprobte Westerwälder Stunt-Reitschule Suzanne Struben und Jolly Sera samt Team boten mit wagemutigen Stunts im schnellen Galopp und fliegenden Mähnen ein Spektakel der Extraklasse. Dieser russische „Säbeltanz“ wurde bei uns durch Billy Wilders Film „Eins, zwei drei“ bekannt, als Lieselotte Pulver Striptease tanzte: „Das können wir ihnen aber nicht bieten“, bekannte schmunzelnd Conferencier Klaus Blässing. Er überzeugte durch fachliches Wissen, während ebenfalls sehr charmant und elegant Lena Wagner den musikalischen Part der Ansagen übernahm.

  497: Stelzengruppe Thomas Krenn zu exquisiter Lifemusik eines brillant aufspielenden SBO 

Bild 498: Bolero mit all seinen Facetten!

EIFERSUCHT UND PURE HINGABE: Das SBO spielte „Carmen“ von Georges Bizet in allen Facetten: Eifersucht, Hingabe und Raserei wurden hörbar. Ebenso aufgeführt wurde der bekannteste Part „Espana Cani“ aus der spanischen Hymne, während das Publikum mit „Spanien ole´“ anfeuerte und Kastagnetten eine „Feria“ einleiteten. Stolze Andalusische Pferde mit geflochtener Mähne waren majestätisch anzusehen. Im atemberaubenden Bühnenbild schwappten Leidenschaft und Grazie von Pferd und Reiter um das Team von Tierarzt Stefan Schneider zum Publikum über!

 Das Orchester spielte sehr kontrastreich und aufgewühlt „Hajj“, jene Pilgerfahrt in arabische Mekka. Zum „Fluch der Karibik“ wurde ein Dressur-Pas-de-deux von Christine Schmitz und Maik Schemann mit den beiden Hengsten „Lord Nobel S“ und „Challabre II“ präsentiert. Letzterer 5-jähriger preisgekrönter Hengst ist waschechter Bärenbacher und konnte wiehernd seinen Auftritt auf heimischem Geläuf kaum erwarten. Noch aufgeregter war sein Eigentümer Heribert Weinz: „Dem jungen Burschen gehen die schönen Pferdemädels heute Abend nicht aus dem Kopf. Pferde sind halt auch nur Menschen!“, monatelange Anspannung der Organisatoren wich purer Freude. DIE UNGARISCHE POST GING AB: Brachial mit viel Glanz und Gloria wurde Richard Wagners Walkürenritt aus der nordischen Mythologie aus dem Ring der Nibelungen vom SBO vorgetragen, während im Viereck sprichwörtlich die „Ungarische Post“ abging und die Zügel schwere Ackerpferde anfeuerten. Pfalz-Ardenner die längst das Sterbeglöcklein läuteten hörten, allen voran der über 700 Kilo schwere Deckhengst und Publikumsliebling „Nintendo“ am Folterwagen, zusätzliche Streitwagen und ein Vierergespann jagten atemberaubend und perfekt inszeniert durch den Parcour. Sie kamen aus dem Lauterecker Rheingrafengestüt Petra Seifert / Rüdiger Kriese.

Bild 499: Hier riss das Zaumzeug! Kriese meisterte eine brenzlige Krise bravourös! Bild 500: Die Bärenbacher Pferdefreunde machten Appetit und ritten am Anfang...   501: Ein wahrer Traum aus dem Musical "Zauberwald": Andrea + Hengst "Bailador"

Eine sehr „brenzlige“ Situation gab`s freitagabends, als das Zaumzeug riss. Die Samstagsbesucher erlebten das brillante Schauspiel dafür in doppelter Länge. Zum Träumen brachte Andrea Schmitz, bekannt aus dem Pferdemusical „Zauberwald“ mit ihrem schneeweißen Hengst „Bailador“ das Publikum und drehte Pirouetten. Eine phantastische Meisterleistung, traumwandlerisch sicher ohne die Zügel zu berühren: Arme und Hände steuerten nach Pegasus-Art das Flügelbild. Musik dazu: „Crescendo“. Kurz vor Mitternacht spielte das Symphonische Blasorchester „Das große Tor von Kiev“: Ein brillantes Höhenfeuerwerk war Sekundengenau auf die Musik abgestimmt und machte die Nacht auf den Nahewiesen taghell. Pfiffe, stehende Ovationen und langer Beifall war der verdiente Lohn einer einmaligen Choreografie. -BMHey- 



Martin Weller: Der Hochwaldcowboy liebt Hochripp & "Kirner"!

SCHLOSS WARTENSTEIN. Die Scheune auf Schloss Wartenstein war proppenvoll besetzt. Liedermacher und Mundartpoet Martin Weller gastierte mit Teufelsgeiger Wolfgang Wehner und Bassist Roman Alt in den altehrwürdigen Schlossmauern. „Schöne Musik onn domm Geschwätz“ hieß das neue Programm: Wetterglück und eine tadellose Akustik in der Scheune sorgten für einen makellosen Auftakt eines Schlossfestes mit einem attraktiven Rahmenprogramm voller Höhepunkte. 

Bild 454: Martin Weller ist Kult: Der Hochwaldcowboy und sein Teufelsgeiger! Bild 455: Viel Jugend zieht dem Trio nach! 456: Nicht nur in der Tenne auf Schloß Wartenstein sind die Fans begeistert!

Viel Jugend kam, Fans kennen die Texte des beliebten Lokalmatadors und singen, klatschen und trampeln schon beim ersten Lied begeistert mit. „Eeisch singe Hunsrigger Platt!“ ist unmissverständliche Botschaft für alle, die es noch nicht wissen! Als „beliebtes Zugpferd in der Region“ begrüßte Alt- VG-Bürgermeister Günter Schwenk im Beisein seines Nachfolgers Harald Beuscher kurz und knapp das Trio.„Franz Otto Klein", die Geschichte vom besessenen Hasenzüchter kommt an. Fast noch besser kommen Wellers verquere Erläuterungen über die „Ouhrgries“ (Ohrgröße) an, und wie man überhaupt auf solch skurrile Ideen kommt: Sein Onkel sei einmal mit seinem "Riesen" fast Züchter-Weltmeister bei den „Rabit World Championschips" in Tokio geworden, dann aber vom Scheich von Dubai knapp geschlagen worden. Daran sei er zerbrochen. Dem Rammler erging es noch schlechter: Er wurde an Ort und Stelle „geschlaacht, und da konnten vier japanische Konfirmationen von esse". Mittlerweile bestimmen die Fans das Repertoire was gespielt wird, ob „Waidmannsheil“, sein lebensnaher „Albtraum“, „Griechischer Ween“, „Dau onn eesch“ oder „Allain in Tiefenstein“ sind allesamt Brillanten, die der gelernte Schmucksteinfasser brillant einfasste und leidenschaftlich zum Besten gibt. Der gebürtige Odenbacher Berufsmusiker Wolfgang Wehner beherrscht dabei die Fidel wie kein Zweiter.  Mal frech, mal melancholisch, mitunter ein wenig makaber aber authentisch und niemals unter der Gürtellinie versteht der Liedermacher sein Metier zwischen herzzerreißenden Balladen und tiefgründigem Mundart-Rock aus dem Effeff und erreicht Jung und Alt. Viel zu wenig dagegen und nur ansatzweise hören die Fans über „Das böse Lied“ oder die Rivalität und historischen Frotzeleien der „Irader“ und „Owwersteener“ und fordern mehr. Er, Martin Weller, stellte in Idar „echten und wertvollen“ Schmuck her; - aber es gibt ja auch noch den aus dem Kaugummiautomat....    Martin Weller macht keinen Hehl aus seiner Herkunft englischsprachiger Rockmusik und Leadgitarrist von „Charisma“. An Jugendjahre erinnert der Ohrwurm „Lady in Black“ von Uriah Heep, den er mit seinem schmusigen „AaahaA...“ als Background zu einer Zahnarztpersiflage umtextete und den das Publikum begeistert mitsingt. Auf dem Speicher fand der 49Jährige ein Fotoalbum, das es in sich hatte: Erinnerungen aus den 70ern, an „et Pease- Zeeche“, an Plunder und Polunder, an Ponyfrisur und an „et Mopedche aus em Kataloch“ mit 0,85 PS: „Haut` gitt et Heckeschere, die Stärker sinn!“. Die Faszination und Aussagekraft der Werbesongs haben es ihm angetan, „Kirner oder Bit?- bring beide mit!“. Den Kultklassiker „Bacardi Feeling“ wünscht sich die Fangemeinde, den Hunsrück- Blues spielt er mit seinem Spezi und Bassgitarristen Roman Alt.  Aufgrund seiner Herkunft ist der „Hochwaldcowboy“ mit 40 Wutzen im Stall kein Kostverächter, ob er eine zwei Pfund-Rinds-Hochripp` auf den Grill packt, mit seiner Fangemeinde zum krönenden Höhepunkt frenetisch „Et Schlaachdfesd“ geradezu zelebriert, oder den besten Rollbroten macht, dass selbst die fortgelaufene Frau reumütig zurückkommt. Es kann eben nichts so schlecht sein, dass es nicht für irgendetwas gut ist: „So muss et sinn`“, philosophierte er über eine tollen Abend, wo das Publikum stehend applaudierend Zugaben einforderte und jeder etwas davon hatte. Zum vierten Male gastierte Martin Weller auf Schloss Wartenstein: „Een gut` Plaster. Loo dät` eeich gere wierrer hienekomme“. Sprich: Er will wieder kommen, und ein Wiedersehen mit ihm versprach auch der Förderverein um Günter Schwenk.


Mainzer Hofsänger mit Werner Stein aus Oberhausen kommen gerne nach Kirn

„Volles Haus“ vermeldete Heinz Möhler von der Kirner Karachi Gruppe beim gefeierten Konzert der Mainzer Hofsänger in der Evangelischen Kirche in Kirn. „Belcanto“,  was übersetzt „schönes Singen“ bedeutet, eröffnete mit Gesang vom Feinsten: Enorm gereift und ihrem Namen mit einer klasse Leistung vollends gerecht wurde das Oberhauser Quartett.

Bild 879: Die Mainzer Hofsänger, so wie man sie stimmgewaltig vom TV her kennt 880: Werner Stein singt ganz tiefen Bass Bild 881: Stehende Ovationen in Kirn für leidenschaftlichen Chor+ Solistengesang
 A-Capella und voller Leidenschaft sangen die Tenöre Axel Klein und Leiter Marc Wildberger sowie Andreas Gerhardt und Werner Stein (Bass) das „Abendrot“ von Franz Schubert. Mit dem Lied „In einem kühlen Grunde“, dem Evergreen der Comedian Harmonists („Irgendwo auf der Welt“) sowie Elton Johns Welthit „Can you feel the love tonight“ präsentierten die Solisten, teils mit Klavierbegleitung durch Simone Schwindt,  die ganze Bandbreite ihres Repertoires und ernteten viel Applaus.  Gastgeber Heinz Möhler hieß willkommen, sprach von einem Glücksfall und freute sich, solch hochkarätige Musiker im 150.Jahr der Stadt Kirn begrüßen zu dürfen. Er stellte die Kirner Karachi-Hilfe vor. Mit bewegenden Worten las er aus Erzählungen über die genesene „Fatima“ von Ruth Pfau und ihrem 40-jährigem Engagement: „Ich begann in einer Hölle..“, wo bestialischer Gestank herrschte, Aussätzige im Elend lebten und Hilfe nach wie vor zwingend nötig sei. Noch immer sei Lepra nicht besiegt: Jährlich erkrankten 400.000 Menschen neu, Erdbeben im Norden Pakistans mit Zehntausenden Toten und Naturkatastrophen erschwerten die Arbeit. „Und dennoch: Ruth Pfau hat uns gelehrt, optimistisch zu sein, und so wird der Erlös des heutigen Abends ein Tropfen im Meer der Hilfe sein!“ dankte Möhler zahlreichen Sponsoren, allen voran der Kirn- Bad Sobernheimer Volkbank, dessen Aufsichtsratsvorsitzender er ist. Die Mainzer Hofsänger füllten im 81.Jahr ihres Bestehens mit ihrer Stimmgewalt die ganze Kirche aus und sangen sich vom ersten Augenblick an in die Herzen der begeisterten Zuhörer: Schon die ersten drei sakralen Gesänge untermauerten, einem Fanal gleich, die stimmliche Brillanz begnadeter Einzelsolisten: Edward Elgar`s „Klänge der Freude“, ein britisches Juwel an den Schöpfer, „Das Morgenrot“ oder Dimitri Bortnianski`s monumentaler Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“. Weitere Klassiker von Richard Wagner, etwa „O du mein holder Abendstern“ mit Part des Basssolisten Andreas Cretzan, das „Agnus Dei“ von Georges Bizet, „Panis angelicus“ von Cesar Franck oder Friedrich Silchers „Sanctus“ hallten in der Kirche dank tadelloser Akustik lange nach. Ein „Kum ba yah, my Lord“ eröffnete das Genre beliebter Spirituals. Jubelrufe heimste Hofsänger Werner Stein ein: Die Zuhörer ließen keinen Zweifel daran, dass der Oberhauser „Heimrecht“ hatte und super seinen Part mit Basssänger Christoph Clemens beim „Jerusalem“ intonierte und als Solist brillierte. Heiter-beschwingt leitete das Spiritual „My Gott, peace like a river“ die klassische Hofsängermanier ein: Symptomatisch-dynamisch in den Wechseln, wie man sie aus der Mainzer Fernsehfasenacht kennt. Beifallsstürme für Solist Werner Stein beim „Deep River“. Hennes Schneider sang leidenschaftlich engagiert „Die Rose“, Tenor Gerhard Kraus das erhebende „Oh Herr, welch ein Morgen“ von Otto Groll. Hier hätte man die berühmte Stecknadel fallen hören, perfekt in Mimik und Gestik vorgetragen. „Good News“ wurde mit Klatschen und Schnippen begleitet. „Amen“ oder „Oh happy day“ wurden frenetisch gefeiert. Längst war „Gänsehautgefühl pur“ und stehende Ovationen als Huldigung an brillante Solisten angesagt, „Gloria in Excelsis deo“ in moderner Version war Zugabe, am Klavier begleitete Andreas Leuck. Den Mainzer Hofsängern merkte man an, dass sie nach genau zwei Jahren erneut und gerne an der Nahe gastierten: „Das Kirner Publikum war super!“, lobte Dirigent Michael Christ. Zwei Tage lang traten sie auf dem Cannstädter Wasen sogar im Bajazzo-Kostüm auf. Einer der Musiker verunfallte, einige rieben sich während dem Auftritt in Kirn noch den verstimmten Magen, was jedoch die Stimmung der gestandenen Mannsbilder eher beflügelte. Mit Blumen bedankte sich die Karachi- Gruppe bei Monika Marberger und Helga Möhler.

Der Mainfranke Urban Priol nahm kein Blatt vor den Mund 

Bild 348: Urban Priol - life Bild 349 Mit VHS-Chef Bischof Bild 350: volksnah. Bild 351:War in I.-O.beim Bund

   KIRN. –heylive- Zum dritten Male gastierte Urban Priol in Kirn: 400 begeisterte Kabarettisten kamen ins Kirner Gesellschaftshaus, ließen sich Einseifen, Rasieren und Mitreißen, und erlebten Kabarett vom Feinsten. „Tür zu!“ hieß sein Kirner Programm. Jene Tür stieß er weit auf. Der lockere Typ ließ tief rhetorisch brillant tief blicken und rechnet gnadenlos mit den Mächtigen der Welt ab: Messerscharf und schonungslos serviert er politische Realsatire, legt den Finger in die Wunde allzu menschlicher Kalamitäten.  „Nicolas jettete direkt zu Angie zum Hand abschlecken: Was für ein Glück, bleibt uns ein Zickenkrieg mit Segolene Royal erspart!“, sinniert er süffisant über den kleinen Franzosen Sarkozy und zitiert genüsslich Tucholsky: „Wenn die Sonne ganz tief steht, werfen auch kleine Zwerge lange Schatten“. Dennoch: Die Franzosen haben jene charmant-klangvolle Repräsentanten, sind streitbar und genussverwöhnt, haben ihre Freiheit, die Revolution!, - wir verfallen in Lethargie und haben als Pendant „nur“ Angie und Kurt Beck. Wenn man kabarettistisch in der Champions Leaque agiert, über 25 Jahre auf Bühnebretter und vor Kameras steht und aus einem Füllhorn „alltäglichem Jux und Tollerei“ wie großer Koalition, „Geiz ist Geil“- Mentalität, Miesepeter- und Weltuntergangsstimmung schöpfen kann, nimmt man kein Blatt mehr vor den Mund: „Dubbelyu Bush“ und der Gelbe Sack geht ihm gehörig auf den Sack: Wie sich die Deutschen doch verdummen lassen. Außerdem: Nirgendwo sonst in der Welt wird Weltspartag gefeiert, nur bei uns. „Leiden halbieren, Lachen verdoppeln“ unter diesem Motto nahm Urban Priol sein Publikum auf einen rasanten Sturzflug durch den „Lifestyle und Lovestyle-Looping“ des täglichen Irrsinns mit. Seinen Argusaugen entging nichts, beim Blick durch die Lupe ist die politische Kaste und die Gesellschaft längst reif für eine Therapie und so betreibt Urban Priol zur Freude des Publikums seine Psychoanalyse ganz eigener Art. Der Blickwinkel ist entscheidend: 14 Millionen kostete allein der Zaun um Heiligendamm, der die Bevölkerung vor den G8-Teilnehmern schützen soll. Unvergessen Kohls „geistig moralische Wende“ oder Nobbi Blüms sicher geglaubte Renten: Mit 67 will er nicht mehr auf der Bühne im Kirner Gesellschaftshaus stehen. Er zieht atemlos lustig vom Leder, selbst Meenzer Fasenachts- Schüttelreime fehlen nicht und jeder Politpromi von Claudia Roth als „Betroffenheitsflokati“ über Pofalla, Söder, Westerwelle, oder Münte wird täuschend echt, brillant authentisch imitiert, und bekommt genüsslich sein Fett ab. Ob Rituale bei Tarifverhandlungen, Schäubles Terrorgefahr, BSE, Sars, Vogelgrippe oder im April „Zecken so groß wie Elefanten“, nichts bleibt der satirischen Monatsvisite verborgen. Der Mittvierziger aus dem Main-fränkischen feuert raketengleich Salven von Pointen auf seine begeisterten Zuhörer. Er legt nichts auf die Goldwaage, zielt dennoch nicht unter die Gürtellinie. Vielmehr ist entwaffnende Logik, Politsatire sein Metier, und die Sterne stehen denkbar günstig für ihn und Seinesgleichen. 1998 kamen 98, 2002 120 Besucher und nun waren fast 400 Zuhörer im Kirner Gesellschaftshaus. Begeisterte Stimmen aus dem Publikum: Peter Schüssler aus Kirn: „Hart aber herzlich. Offen und ehrlich schaut er dem Volk aufs Maul!“. Es seien Goldene Zeiten für Kabarettisten: Sein TV-Programm `Neues aus der Anstalt` sei wie das Kirner Bühnenprogramm brillant eingeschlagen, lobte Rainer Petry aus Hennweiler. Ingrid und Fritz Mildenberger aus Heimweiler: „Bauchschmerzen und Tränen vor Lachen!“. Edelhard Henn, Hochstädten: „Ein Mordsspaß dank riesigem Repertoire, vor allem wenn er von der `Angie` anfängt“. Ursula Zeschnigk- Chillot, Becherbach: „TV-bekannt ist er brandaktuell und seine Pointen sitzen!“



KIRN. Man spürte Gänsehaut bei den Erzählungen und Erinnerungen "Leben am Fluss"   

26: Zu Recht darf der Kirner Günter Burger den Siegerpreis stolz entgegen nehmen! Sein Werk war sehr authentisch!

Bild 27: Karlheinz Brust -li- und Kunstschaffende beim ersten Autorenwettbewerb "Leben am Fluss". Fortsetzung folgt!

   KIRN. -heylive- Oktober 2008. Der Anfang ist gemacht, die Premiere mit Bravour bestanden: Die „Galerie Rathaus“ platzte sprichwörtlich bei der Preisverleihung des ersten Autorenwettbewerbes der Karlheinz- Brust-Stiftung aus allen Nähten und soll im zweijährigen Turnus fest etabliert werden. Seitens der Stadt wurde damit die künstlerische Plattform erweitert. Siegfried Tobai begrüßte namens des Vorstandes, des Kuratoriums der Karlheinz- Brust-Stiftung sowie der Stadt Kirn. Der Wettbewerb war auf die Mitglieder der Autorengruppen „Obere Nahe“ und Bad Kreuznach begrenzt, „Leben am Fluss“ hieß das Motto. Die Stiftung wolle die Kunst um die Sparte Literatur erweitern, Lust am Schreiben wecken, denn „Bild und Sprache verkörpern eine bleibende Bedeutung“, sagte Tobai. Karlheinz Brust sei Initiator und Motor der Kirner Kunstszene, seine jüngst verstorbene Frau Margot war 1973 Mitbegründerin der Autorengruppe „Obere Nahe“. 400 Exponate habe der Mentor in die Stiftung eingebracht, wovon 53 Gemälde und Zeichnungen bei Eröffnung am 25. Februar 2007 besichtigt werden konnten. Diesem weiteren „Setzling“ Autorenwettbewerb sagte Siegfried Tobai eine blühende Zukunft voraus, die drei „K- Kirn, Kunst und Kultur“, würden sich noch tiefer ins Bewusstsein der Menschen und aller Kunstschaffenden einprägen. Angeknüpft habe man an den „Literarischen Spaziergang“ 1997 und sei diesen Weg weitergegangen, sagte die Juryvorsitzende Hedwig Kloster-Holl. Die Autorin und Leiterin zweier Literaturkreise in der Landeshauptstadt habe im Team 17 Arbeiten bewertet. Nummern wahrten die Anonymität der Autoren. Sechs Texte, ausschließlich erzählende Prosa, kamen in die engere Wahl. Auf ganzer Linie überzeugt habe dabei Günter Burger. Dem Kirner sei es eindrucksvoll gelungen, gegenwärtiges Leben mit Kindheitserinnerungen zu verbinden. Das bejahende Leben am Fluss und mit dem Fluss sei in allen Facetten präzise und glaubhaft greifbar. Die Autoren lasen selbst nacheinander ihre mit viel Beifall bedachten Werke, erzählten von Heimat und Historischem, von Liebe, Leben und Tod am Fluss. Kuratoriumsvorsitzende Andrea A. Acker aus Rüdesheim fühlte sich in ihrer Laudatio bei Günter Burger entführt auf eine Zeitreise an „Meckings Woog“, dem kleinen Universum und Badeparadies armer Leute. Beinahe wäre der Autor als junger Bub dort ertrunken. Seine Gedanken gingen spazieren, und diese knisternde Spannung bei heiterer Erzählweise entlockte dem Fluss allen Respekt. Wasser hat bekanntlich keine Balken und für die Kirner bleibt die Nahe die „Wilde“! Tiefgreifend und dramatisch war die Geschichte, die Monika Stoye (Idar-Oberstein) vom „Haus am Bach“ ohne Happyend und mit dem Tod eines kleinen Jungen niederschrieb: Es ist Hochwasserzeit, Bäche und Flüsse sind zu reißenden Ungeheuern geworden. Wie aus dem Nichts erhält sie im Unwetter einen Jungen zur Fürsorge anvertraut, umsorgt ihn. Der Bub schläft ein. Ebenso die Erzählerin, die als gebrechliche Frau mit der Situation völlig überfordert ist. Als sie aufwacht ist das Kind fort und wird tot in der Bachbiegung gefunden. Dieser traurige Inhalt blickt der Gefahr ins Auge, hält Herz und Seele fest umklammert. Dritter Preisträger im Bunde war der Bingen-Büdesheimer Klemens Enste. Als kundiger Beobachter des Kanusports beschreibt er sehr authentisch Einzelheiten, die dem Laien verborgen blieben. Der „Tanz im Regen“ wird zu einem virtuosen Tanz eines jungen Mannes mit seinem Kanu in den tosenden Wildwasserwogen. Vor dem geistigen Auge nimmt Klemens Enste mühelos die Zuhörer mit auf einen „Teufelsritt“. Man hält den Atem an, weil das Kanu zu kentern droht und ist froh, flussabwärts im seichten Wasser die Szenerie unbeschadet überstanden zu haben. Anerkennungspreise erhielten auch die beiden Idar-Obersteiner Armin- Peter Faust sowie Dagmar Soltikow-Wehle. Faust schrieb „Der Aufsatz“ und machte eine Reise zurück in die Jugendzeit eines berühmten Kirner Sohnes, dem Arbeiterdichter Julius Zerfaß (1886). Dagmar Soltikow-Wehle fasste eine Liebesnacht in wunderbare poetische Worte.



KIRN. Nach „Feucht & Fröhlich“ nun „Frisch& Munter“: Das Mainzer „unterhaus“-Ensemble  trat mit bekannten Humoristen und einer satirisch- zugespitzten Nachfolgeproduktion auf die Bühnenbretter im Kirner Gesellschaftshaus. Allesamt in rheinhessischen Weinbergen und der Comedy-, oder Kabarettszene aufgewachsen und bei Fasenachtssitzungen Rüstzeug erworben und wie Määnzer Käsjer gereift, Kamera und TV erprobt, eilten dem Emsemble   Sympathien und Vorschußlorbeeren nach Kirn voraus, denen sie vollends gerecht wurden: „Wenn Lachen gesund ist, dann tanken sie jetzt zweieinhalb Stunden Gesundheit“, begrüßte Herbert Wirzius von der Hennweiler Soonwaldstiftung über 350 Gäste zum witzigen Benefiz-Musical-Gastspiel. Bewirtung und Garderobe übernahm die VHS.  

592: (li.) Ulrike Nerath, Norbert Roth: Stars ohne Allüren und zum anfassen... Bild 593: Heinz Meller, Nick Benjamin und natürlich, "es Margittche", so wie es ist!  Bild 594: Margit Sponheimer hatte früher viel geschäftlich in Kirn zu tun!

Hildegard Bachmann und Norbert Roth, Margit Sponheimer und Heinz Meller sowie Ulrike Nerath und Nick Benjamin bilden befreundete Pärchen, die geistreich mit viel Esprit ihr Metier beherrschen, sich wie im richtigen Leben Streiten und Lieben, ihren Gedanken und Gefühlen freien Lauf und das Publikum daran teilhaben lassen. Worum geht’s? Onkel Dagobert ist tot! Ganz überraschend! mit 103 gestorben und Ulrike Nerath hat Hals-Über-Kopf im fiktiven Moritzthal dessen heruntergekommenes Weingut samt Straußwirtschaft und Weinbergen geerbt. Niemand da, den man im entscheidenden Moment um Rat fragen könnte, was da Regisseur Frank Golischewski als smarter Immobilienmakler und zwielichtiger Typ „Axel Frisch“ zur Beurkundung  vorlegte. Übrigens hat der Autor jedem aus dem Ensemble ein eigenes Lied auf den Leib geschrieben. „Manchmal gibt`s Entscheidungen im Leben, die muss man sofort treffen!“, sagt sich die frühere Deutsche Weinkönigin und diese Logik der Schnellentschlossenheit zog sich wie der sprichwörtliche Rote Faden durchs ganze Programm. Es geht drunter und drüber! Zumal ihr Göttergatte Nick Benjamin, bekannt als Sprecher und Moderator, in seinem (Un-) Ruhestand alles andere als Gäste mit Wein, Spundekäs und Musik bewirten will, sondern seine kreative Ader fürs Malen entdeckt hat, sich auf dem Dachboden einigelt. Jeder vermutet ein Techtelmechtel, für Spundekäs´ malt er sogar Möpse oder Frankfurter Würstchen....Sehenswert die Tänze, wenn der über 70-jährige Norbert Roth mit Hildegard Bachmann charmant einen feurigen Tango auf Parkett legt, oder gegen den Bauch des 1.95 Meter-Hünen, Imitator und „Bohnebeitel“- Sitzungspräsident Heinz Meller anrennt, Fuxteufelswild gestikulierend zur Freude des begeisterten Publikums „Meenzer“ Schüttelreime textet. Hildegard Bachmann mit ihrer Seelenruhe kann nichts erschüttern, sie rührt ständig Spundekäs` an: Als „Ortrud Waal“ und Unterhosenfabrikantin mit „doppeltem Eingriff“ weiß sie, was Männer wie ihr „Fliegerbömbche“ Norbert Roth mögen: „Ein Negligee macht natürlich viel mehr daher, als der schönste Braten im Ofen!“.In einer Paraderolle das „goldige Meenzer Mädche“ Margit Sponheimer, die ihre Kontakte zu Staatsanwaltschaft und Presse nutzt und mit detektivischer Feinarbeit Ordnung ins Chaos „Erbschaft“ bringt. Das Spektakel glänzt mit temperamentvollen Szenen, spritzigen Dialogen, prickelnden Pointen und fetzigen Songs, die Karl Koch, Reinhold Uhl und Christian Seisel einspielten. „Klar, das sind allesamt beliebte Profis und Entertainer. In `rhoihessischer` Mundart und alle Lieder mit Lifemusikbegleitung, das war schon sehenswerte Extraklasse“, lauteten die Komplimente vieler Kirner Gäste, oder einem Dutzend Bärenbacher und der Kolping-Regisseurin Monika Unrath.  


KIRN: Ex Berliner Bürgermeister und 68-er stellte in Kirn erstmals aus: Michael Barthel

Bild 106: Michael Barthel (2.v.l.) neben OB Wagner  105:" KaLiMar" umrahmte: 2 Engel +1 Gabriel Bild 107: Eine gelungene Vernissage bei Freunden

    KIRN. Eine Kunstausstellung mit 53 Exponaten des Berliner Künstlers Michael Barthel wurde in feierlichem Rahmen und illusterem Kreis zahlreicher Persönlichkeiten aus der Landespolitik, Bundestags- und Kreisbeigeordneter, aus Schulen, Kultur und Wirtschaft eröffnet, und ist noch bis zum 19. Oktober im Kirner Gesellschaftshaus zu sehen. Meisterschüler Michael Barthel hat eine wahre „Exotenlaufbahn“ hinter sich und war einst Bezirksbürgermeister in Berlin-Schöneberg. Sein Name habe in der Kulturszene Berlins einen herausragenden Klang, freute sich Bürgermeister Fritz Wagner als Laudator und diese interessante Kunstgalerie sei eine der bisher stärksten Ausstellungen. Durch die über 40-jährige intensive Partnerschaft des Landkreises Bad Kreuznach mit Berlin-Schöneberg habe Michael Barthel zur hiesigen Region eine besondere Zuneigung. Seit 1975 war der 1944 in Zwickau gebürtige Künstler 18 Jahre lang im Hauptamt kommunalpolitisch für die 160.000 Menschen in Berlin-Schöneberg tätig, Barthel war dort in Zeiten weltpolitischer Veränderungen zwischen Ost und West vier Jahre lang bis 1992 Bezirksbürgermeister. Kommende Woche bringt er die Trauben aus dem Berliner Vorzeige-Weinberg zum Keltern in die Meddersheimer Winzergenossenschaft. Sein Werdegang mit Schwerpunkt Politik und Kultur sei tief geprägt und verwurzelt mit der 68-er Generation. Bei seiner Vernissage schrieb er all jenen „bornierten“ Kritikern ins Stammbuch: „Es war damals höchste Zeit für Veränderungen!“ und erntete spontanen Applaus. Barthel spannte gar den Bogen bis zur Wallstreet und Investmentpapieren, wünschte sich sinngemäß, dass die Kunst nicht abstürzt und für Jedermann nach seiner Version zugänglich bleibe. Sein Lebensweg und sein Engagement „bis an die Grenzen des Machbaren“ hätten Barthel als Künstler, Zeitzeugen und Akteur in weltpolitisch historischen Jahren geprägt, rühmte Bürgermeister Wagner. Das Synonym der drei „K“, nämlich Kunst, Kultur und Kirn habe sich von einem zarten Pflänzchen zu Beginn der 1970-er Jahre in einen reich blühenden Strauch entwickelt und Kunst wie auch die Bildende Kunst habe die Lebensqualität „unserer Stadt in großem Maße positiv beeinflusst“, rief Wagner in Kirns „guter Stubb“ aus. „Ob Kunstpreis, die Symposien der Landschaft oder jährliche Ausstellungen: Kunstschaffende beteiligen sich gerne, und so wurde Kirn eine kleine malerische Insel im tobenden Meer der materiellen Interessen“. Michael Barthel schätzt nach eigener Aussage Personen und Beziehungen, die über den Tag hinaus Bestand haben, auch wenn er seine Werke lieber „heute verkaufen würde als nach seinem Tod“. Ans Publikum appellierte er während der Vernissage, Bilder auf sich einwirken zu lassen. Seine Werke entstehen erst auf der Leinwand, eine Definition oder Interpretation erwache im Herzen des Betrachters. Bildtitel seien „Schall und Rauch“, keine verlässliche Sehhilfen, und könnten nur hilfreich auf Hinweise von Assoziationen oder inhaltliche Bezüge geben. Mythologische Figuren beispielsweise könnten Antriebsfeder im Arbeitsprozess gewesen sein. Was man mit Farben, Strichen oder Tönen ausdrücken könne, müsse man auch nicht malen, verbale Dinge seien mit Worten eben schwer zu erklären. Oft bestehen seine überwiegend abstrakt dargestellten Unikate aus überlagerten Realitätsschichten. Daedalos und Ikarus-Aquarelle bilden eine künstlerische Epoche, Acrylarbeiten Mitte der 1990-er Jahre mit stürzenden Engeln eine andere künstlerische Ära. Kreative Fantasie ist gefragt, über allem Schein und Sein schwingt das Menetekel der Vergänglichkeit mit. „KaLiMar“, Katharina und Lisa-Marie Bender sowie Marcus Gabriel von der Musikschule umrahmten die Vernissage musikalisch gekonnt.



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Der Bluesikant spielte mit lebenden Legenden wie "Louisiana Red" oder Im Background von Weltstars und lebt zum Jahresbeginn in der Tradition von Joachim Ringelnatz oder Christian Morgenstern: Vorwärts blicken ist angesagt. Gerhard Engbarth umschreibt seine Lyrik mit Tiefgang: „Wie geht´s im neuen Jahr nun weiter, wird es trist und trüb, wird´s froh und heiter?. Was wird es nehmen, was uns geben? Man kriegt´s nur raus durch Vorwärtsleben!“.

Gerhard Engbarth wie er leibt und lebt! 

KIRN.„Hallo, Gut, dass ich Sie treff`“ machte der felkestädtische Künstler Gerhard Engbarth zum abendfüllenden Programm auf Einladung der VHS im Studio unterm Dach des Kirner Gesellschaftshauses und erreichte bei einem „Heimspiel“ in Profimanier seine Zuhörer. Ganz individuell geht er auf seine Zuhörer ein, bis er sie alle am Schluss in seinen Bann gezogen hat. Vor allem sein kurzweilig- kontrastreiches Programm aus dem Alltagsleben mit Bluesharp, beim „Easy“- Instrumental sogar am Piano oder einfühlsame Songs mit Gitarrenbegleitung überzeugen und kommen an. Heiteres und Besinnliches, Alltägliches in Mundart oder Hochdeutsch füllt ebenso das Repertoire wie Neues: „Es Fieber“ hat er als Tatsachenfeature aufgeschrieben, wie wehleidig doch die Spezies der Männer mit Krankheiten und Schmerzen umgeht und gerne auf „bedauernswert“ macht. Da ist er bei seiner Karin mit den „vier K: Karin kennt keine Gnade!“ an der falschen Adresse gelandet, stößt „definitiv“ auf Granit und freut sich am Schluss, dass er Heil und Verständnis, so etwas wie menschliche Wärme, geradezu als ein „Gehaichnis“ bei Schwiegermutter Käthe findet. „Lachen ist ohnehin die beste Medizin“ denkt er laut nach, wohl wissend, dass es eine Weile dauert, bis die Quintessenz aus seinen Vorträgen wie etwa beim „Adipositas- Ims“, die Zuhörer erreicht. Und was Bitteschön ist ein Ims? „Na, drei Buchstaben aus zwei Wörtern: Zwischen einer festen Mahlzeit und einem Imbiss passt immer noch ein Ims!“, erklärt er eine Zwischenmahlzeit. Alles klar? Gerhard Engbarth hat seine Zielgruppe längst gefunden: Wer kann schon auf einer kleinen Mundharmonika den Entertainer spielen? „Weltweit keiner!“, sinniert er in Kirn und beweist seine Extraklasse, die er einst bei namhaften und renommierten internationalen Stars wie etwa der lebenden Blues Legende und seinem Freund „Louisiana Red“ (Iverson Minter) in langen Lehr- und Wanderjahren von der Pike auf erlernte und den genesenen VHS- Altvorderen Fritz Bischof ebenso wie beim „Spinnepärche- Blues“ zum Mitschnippen animierte. Der gebürtige Bad Sobernheimer, Jahrgang 1950, bedient alle Formen und Klischees aus einem schier unerschöpflichen Fundus. 1965 durch ein Amerikanisches Folk- Blues- Festival mit diesem Virus infiziert, war er bis 1985 Tourneebegleiter und Backgroundmusiker und ist auf unzähligen Tonträgern verewigt. Dieses Leben mit all seiner Kunst und Kunststückchen hat er einst gewählt. Einer, der als Kind träumte, wie Albert Schweitzer sein zu wollen: Etwas Grundsolides und Nützliches zu tun. Als Allrounder gereift, hat er mittlerweile feste Arrangements in Reha- Kliniken, wenn auch in jüngster Zeit das Kabarettistische dominiert: Sein neues Programm aus seiner Feder heißt „Hopp dann“ und präsentiert ab Mitte April Geschichten, Lieder und Clownereien mit einer Frau und sieben Männern. Von daher erlebten die Zuhörer in der Kirner VHS unterm Dach im Raum 209 Gerhard Engbarth „pur, life und hautnah“, sogar ohne Vorhang.



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